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03. August 2017 08:00; Akt: 03.08.2017 13:56 Print

Syrerin Rania (20) filmte ihre Flucht nach Wien

von Rene Findenig - Dieses Video bewegt: Rania Mustafa Ali (20) filmte mit ihrer Kamera ihre Flucht aus den Ruinen von Kobane nach Österreich.

Die dramatische Flucht nach Wien im Video. (Quelle: Facebook/The Guardian)

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Von Schleppern betrogen, im Mittelmeer beinahe ertrunken, mit Tränengas und Schlägen an der mazedonischen Grenze attackiert, in einem AUA-Flugzeug gelandet: Was Rania Mustafa Ali auf ihrer Flucht erlebt hat, hat sie in einem Video dokumentiert. Die Szenen erschüttern und rütteln wach. Es ist ein Schicksal, das Hunderte Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa trifft.

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Veröffentlicht wurden die Aufnahmen durch die britische Tageszeitung "The Guardian". Am Beginn des Videos schildert die 20-Jährige, wie sie aus Raqqa, der ehemaligen Hochburg der Terror-Organisation Islamischer Staat (IS), in das völlig zerstörte Kobane floh. Die Szenen zeigen eine Ruinenstadt: "Ist es das, was der Islam ist? Bomben und Morde?", fragt sich Rania im Angesicht der Taten der Dschihadisten. Und: "Ich denke mir immer, dass das für den Rest der Welt ein Kriegsgebiet ist. Für uns ist es unser zuhause."

Zahnbürste und "Game of Thrones"

Sie fasst den Beschluss: "Ich muss nach Europa gelangen, bevor die Regelungen für Flüchtlinge geändert werden. Auch wenn das Meer furchterregend ist, das Leben hier ist furchterregender." Rania packt Kleidung und Handtücher, "Game of Thrones"-DVDs, ein paar Bücher, Zahnbürste und Notizblöcke sowie Fotos ihrer Mutter ein. Dann macht sie sich auf den Weg über die türkische Grenze. Rund 250 Euro zahlt sich Schleppern dafür – und landet in Şanlıurfa (auch Urfa genannt) im Südosten der Türkei. Kurdisch will sie auf der Straße nicht sprechen, da dies "Probleme bereiten" könne.

Mit weiteren syrischen Flüchtlingen setzt sie ihre Flucht fort. Ihr Gepäck versucht Rania mit Plastiksäcken wasserdicht zu machen, denn sie will die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer wagen. Rania hat Angst, sie ist ihr ins Gesicht geschrieben. Die nächste Szene zeigt Rania auf einem Boot, das 15 Menschen halten kann. 52 befinden sich darauf, Männer, Frauen, kleine weinende Kinder. Die Schlepper haben die Menschen betrogen, das Boot beginnt zu sinken. Das Glück der Flüchtenden: Ein Schiff in der Nähe nimmt die Menschen auf.

"Menschen sterben hier"

Rania landet auf Lesbos, besorgt sich ein Fährenticket nach Athen und bezahlt 50 Euro pro Kopf für ein Busticket, um an die mazedonische Grenze zu kommen. Das Ticket bekommt sie nie, denn ein solches gibt es nicht, auch die Verkäufer haben sie betrogen. Über Umwege gelangt Rania doch zur Grenze. Sie weiß, dass sie geschlossen ist, aber in ihrer aussichtslosen Lage ist ihr das egal. Im Grenzgebiet findet sie ein Zeltlager im Schlamm vor, sie ist in Idomeni gelandet. "Menschen sterben hier", so Rania.

Zu Fuß macht sich Rania auf, um die Grenze dennoch zu überqueren. Im Flüchtlingslager geht das Gerücht um, dass Flüchtlinge abgeholt und in die Türkei abgeschoben werden. In der Gruppe sind Rollstuhlfahrer, die über den matschigen Boden gezerrt werden, Kinder, Beeinträchtigte und Schwache müssen über Flüsse getragen werden. Über die Grenze kommen sie, dahinter werden sie von der Polizei empfangen. Die Szenen zeigen, wie die Flüchtenden in Panik umdrehen, in den vorderen Reihen sollen Polizisten auf die Menschen einschlagen.

Wunder am Flughafen

Die Gruppe wird zurück auf die griechische Seite gedrängt. In der Nacht drängen die Menschen an den Grenzzaun, skandieren "Wir sterben hier!". Stunden vergehen, dann fliegen Tränengas-Granaten und Steine auf die Flüchtlingsgruppe, man sieht einen Mann mit blutenden Wunden, ein anderer ist zusammengebrochen. Tage vergehen, doch die Grenze bleibt zu, der geplante Weg über Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien ist versperrt.

Im Mai 2016 können sich Rania und ihr Begleiter 7.000 Euro borgen. Helfer erklären ihnen, dass sie sich wie Touristen verhalten sollen, verhelfen ihnen zu gefälschten bulgarischen Pässen. Sie machen sich zurück auf den Weg nach Athen, um 15 Uhr soll ein Flugzeug nach Wien starten. Was Rania selbst bezweifelt, tritt jedoch ein: Ohne Probleme kann sie die Sicherheitskontrolle des Flughafens passieren.

Mit der AUA nach Wien

Die letzten Szenen zeigen Rania, wie sie durch eine Fluggastbrücke geht, erstmals kann sie lachen und wirkt erleichtert. Eine Flugbegleiterin begrüßt sie freundlich an Bord der Maschine – an der Außenhülle prangt das Logo der Austrian Airlines. Nach der Landung in Wien werden Rania und ihr Begleiter Ayman von der Polizei gefasst. Sie suchen um Asyl an. Ob sich ihr Traum von einer Zukunft in Österreich erfüllt, ist zumindest aus dem Video unklar.

"Heute" hat nachgeforscht: Ranias Asylantrag wurde mittlerweile positiv entschieden. Die 20-Jährige erhielt in Österreich "Asyl auf Zeit", was ein vorerst befristetes Aufenthaltsrecht auf drei Jahre bedeutet. Liegen nach diesen drei Jahren keine Voraussetzungen für die Einleitung eines Aberkennungsverfahrens vor, bekommt Rania ein unbefristetes Aufenthaltsrecht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mario hartman am 03.08.2017 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Illegal durch sichere länder

    Gefilmt wie man illegal durch dutzende sichere länder reist um in dem land mit den höchsten sozialhilfen um asyl ansuchen zu können. Traurig das wir noch keine massenrückführungen haben. :)

  • werwolf53 am 03.08.2017 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Filmen

    Illegal hier und den AKKU immer voll zum filmen ??? Hier entsteht eine DOKU aus ihrer Sichtmit falschen Pässen. Und hat sie die gewaltbereiten illegalen Flüchtlinge auch gefilmt ???

  • Hans am 03.08.2017 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    AUA ist regresspflichtig und muss haften

    Ich hoffe, der AUA ist bewusst, dass sie nach Recht und Gesetz wegen Schlepperei für ALLE anfallenden Asylkosten der Dame regresspflichtig ist. Die Frau war in einem sicheren Land. Die Weiterreise hätte nicht stattfinden dürfen. Ich vertraue aber auf den Rechtsstaat, dass dieser die AUA wegen des dem Steuerzahler entstandenen Schadens zur Verantwortung zieht (Ironie). Nach Recht und Gesetz müsste das ja nun wohl passieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Xaver am 04.08.2017 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Propagandavideo der NGOs

    Hat wer das Video zur Gänze angeschaut? Darin sind gleich mehrere Straftaten dokumentiert. 1. Die Darstellerin hat die Grenze Österreichs mit einem bulgarischen Reisepasses und somit illegal übertreten. 2. Mitarbeiter von Hilfsorganistationen sind als Flüchtlinge getarnt als Fluchthelfer tätig. 3. Fred Ott, die gemeinnützige Organistion die den Film produzierte, kooperiert mit der Caritas.

  • Journalist am 04.08.2017 01:56 Report Diesen Beitrag melden

    Fakevideo

    Die Fritt Ord Foundation ist eine gemeinnützige Orgsnisation, die u.a. mit Caritas und der Winer Wittgenstein Initiative zur Kulturförderung zusammen arbeitet. So wie es aussieht, wäre das ein Fall für den Staatsanwalt, weil Rania und ihre Begleiter falsche Pässe ausgestellt bekamen, um illegal nach Österreich zu gelangen. Rechtlich müsste sie nach Griechenland abgeschoben werden, um dort Asyl zu beantragen, falls ihre Flucht nicht eine reine Inszenierung zu Propagandazwecken war.

  • Calimero am 03.08.2017 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Jugoslawien- Krise

    Also Österreich zu unterstellen nichts getan zu haben, na da gehört schon etwas dazu !!

  • irgendwasistimmer am 03.08.2017 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    krank, einige postings hier

    Schlimm ist, dass sowas dokumentiert wird und dann noch dumme Kommentare ertragen muss. Als in Jugoslawien Krieg geführt wurde und der Staat zerbrach, hat keine Sau in Österreich, als direktes Nachbarland ein Problem mit den Flüchtlingen gehabt, jetzt kommen die Leute von weiter her und einige berufen sich auf sicheres Land etc. Die Politik ist schlichtweg überfordert mit der Situation, aber nur weil sie in ihren eigenen Machtgelüsten badet, anstatt die Dinge zu vermitteln und zu ehren, was dieses Land ausgemacht haben immer.

    • Dace am 03.08.2017 13:49 Report Diesen Beitrag melden

      Krank?

      Was fuer ein Bloedsinn. Waehrend des Jugoslawien Krieges haben die Nachbarlaender kein einzigen Finger gekruemmt um Fluechtlinge und kein einzigen Cent hergegeben. Ganz im Gegenteil, Geld wurde in Waffen und Propaganda investiert. 250 000 Menschen wurden allein aus Kroatien vertrieben, Serbien hat sie alle(meisten) aufgenommen und versorgt.

    • krachmaninov am 04.08.2017 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      dace

      Serbien hat zigtausende aufgenommen, und zwar ethnische Serben. Wenn die Urösterreicher, die zB in Deutschland leben und die deutsche Staatsbürgerschaft haben, von Deutschland verfolgt und vertrieben werden, wäre es ja wohl das Letzte, sie nicht in Österreich aufzunehmen.

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  • Anna Bauer am 03.08.2017 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich hier die Kommentare lese

    geniere ich mich als Österreicher, was hat das arme Mädchen verbrochen? Sie will nichts anderes als nur am Leben bleiben.

    • Hermann am 03.08.2017 12:47 Report Diesen Beitrag melden

      Gutmenschen

      Auch in Griechenland kann man Leben.Jede Menge Urlauber dort.

    • Dace am 03.08.2017 13:50 Report Diesen Beitrag melden

      Bauer

      Frau Bauer ist weitsichtig wie ein Bauer.... Nichts gegen Bauer!

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