Vehement dagegen

08. Januar 2018 09:38; Akt: 08.01.2018 09:44 Print

Tierschützer: Pferde-Polizei ist "Tierquälerei"

Der FPÖ-Wunsch, in Wien eine berittene Polizei einzuführen, stößt auf viel Gegenwind. Auch die Tierschützer sind strikt dagegen.

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Die Zusage, den Vorschlag "wohlwollend" prüfen zu wollen, hat in der einige Jahre alten Debatte rund um eine berittene Polizei in Wien wieder Staub aufgewirbelt. Die FPÖ will das schon lange. Jetzt, da ein Parteikollege Innenminister ist, soll eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt werden.

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Berittene Polizei für Wien: Ist das eine gute Idee?
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Tierschützer strikt dagegen
Am Montag meldeten sich die Tierschützer des Vereins PFOTENHILFE zu Wort. Sie sprechen sich vehement gegen die Nutzung von Pferden, besonders in einer Großstadt wie Wien, aus. "Wenn Fiaker ein tierschutzrelevantes Problem sind, dann sind es Pferde im Polizeieinsatz erst recht", heißt es in einer Aussendung. Von der FPÖ sind die Tierschützer enttäuscht, hätten sie sich doch immer als tierfreundlich dargestellt und auch gegen die Fiaker ausgesprochen.

"Pferde sind Fluchttiere, die schon durch kleinste Unregelmäßigkeiten beunruhigt sind und bei Lärm und plötzlich auftauchenden Hindernisse schnell einmal durchgehen und sich selbst und andere schwer verletzen können", sagt Johanna Stadler, Geschäftsführerin der PFOTENHILFE.

Pferde bei Demos ungeeignet
Beim Einsatz von Pferden bei Demonstrationen müsse man nur nach München schauen, um ein Negativbeispiel erleben zu können. Die Polizeipferde dort wären in solchen Situationen schweißüberströmt gewesen und hätten kaum gebändigt werden können. Man denke an Trillerpfeifen, Megaphone, Sprechchöre und auch Banner, die Pferde hochnervös machen würden.

Training ist Tierquälerei
Das Training, das die Pferde für einen solchen Einsatz durchlaufen müssten, bezeichnet Stadler als "tierquälerisch". "Da wird natürlich auch direkt neben den Ohren geschossen, bis sich das arme Tier daran "gewöhnt" - und das kann dauern." Sie fordert: "Pferde gehören generell raus aus der Stadt, auf die Wiese."

Gegenwind aus allen Richtungen
Zuvor kam schon Kritik aus der Politik auf. Die SPÖ steht dem Vorschlag ablehenend gegenüber, die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) nennt das ganze eine "Schnapsidee". "Die Wiener Polizei leistet hervorragende Arbeit für die Sicherheit in unserer Stadt. Was dabei Pferde im Einsatz bringen sollen, ist mir schleierhaft", sagt sie zu "Heute". Nächste Sorge: "Wer kümmert sich um die Hinterlassenschaften der Polizei-Pferde? Pooh-Bags wie bei den Fiakern werden es wohl nicht sein.", so die Stadträtin.

Selbst die Polizeigewerkschaft ist dagegen. Reinhard Zimmermann von der Fraktion christlicher Gewerkschafter nennt Pferde "nicht unbedingt für das geeignetste Einsatzmittel". Auch nicht bei Demos: "Wenn man Pferde bei Demonstrationen einsetzen will, muss ich sagen, dass der Lärmpegel dort mittlerweile so hoch ist, dass ein berittener Einsatz wohl nicht sehr dienlich wäre", sagt er. Auch der "große finanzielle und personelle Aufwand" gibt ihm zu denken.

Der Koalitionspartner auf Bundesebene, die ÖVP, gibt sich ebenfalls noch skeptisch.

Die Vorteile
Innenminister Herbert Kickl und seine Partei sehen die positiven Aspekte. Die Tiere flößen Respekt ein, in gewissen Situationen (etwa Demos) können sie zur Deeskalation beitragen. Die Beamten hoch zu Ross können sich auch einen besseren Überblick verschaffen.


(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Preimsberger am 08.01.2018 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache dagegen

    ... Erst einmal gegen alles was die Regierung vorhat wettern und schreiben. Mir hängt das schon zum Hals raus.

  • John Milton am 08.01.2018 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Völliger Quatsch sagt ein Tierfreund

    Im Gegensatz zu diesen unsinnigen Pferdekutschen lässt sich das für das Tier schonend regeln, was andere Länder beweisen. Offenbar hat der Herr wieder einen Ideologiebonus von Links bekommen. Nein zu mehr Sicherheit! Tolles Motto liebe Gutmesnschen

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  • Stolzer Österreicher am 08.01.2018 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pferdeschlitten

    Wenn die Pferde so wie in England und Irland auf einer speziellen Polizeipferdeschule trainiert werden, dann haben die alles im Griff. Dort oben sind die Pferde sehr ruhig und gelassen. Dort werden alle möglichen Situationen (speziell Extremsituationen) durchtrainiert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Friedrich Steiner am 10.01.2018 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nutztier .?

    Hallo Ich weis die Zeiten ändern sich, aber vor 150 Jahren gab es ca. 30 000000 Pferde in Mitteleuropa. Es waren Nutztiere und am Ende ihres Lebens auch Nahrungsmittel. Tiere mit Verstand und das sind Pferde freuen sich über Beschäftigung. Hatte selbst ein neurotisches Pferd weil es zu viel in der Box stand. Zu den Kosten, pro Monat ca. 1000 Euro, da ist der Hufschmied und Impfungen schon eingerechnet. Lg

  • Como am 10.01.2018 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Dilemma der Grünen und Tierschützer

    Warum sind die Grünen und die Tierschützer gegen eine berittene Polizei? Ja müssten sie ja auf das Werfen von Steinen, Brandsätzen und vieler anderer Dinge verzichten. Sie haben Angst vor der Schlagzeile: "Grüne und Tierschützer quälen und verletzen Pferde." Eine Möglichkeit gäbe es noch: Polizeipferde nicht als Tiere sondern als Sache zu bezeichnen, weil sie gemeinsame Sache mit der Polizei machen.

  • Franz Schmidthuber am 09.01.2018 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Berittene Polizei

    Das ist ja alles Quatsch von diesen linkslinken versifften Tierschützern! Tierschützer gibt es nicht nur in Österreich, wenn dem wirklich so wäre, würden weltweit alle Tierschützer schon längst auf den Barrikaden stehen. Da das aber nicht der Fall ist, ist dies nur als linkslinkes Heulen und Geplärre einzustufen.

  • christian gassner am 09.01.2018 01:22 Report Diesen Beitrag melden

    warum ?

    zum glück sind hunde noch erlaubt . aber warum eigentlich . sind sie weniger wert als pferde oder geht es hier eigentlich nur gegen die regierung .

  • Rsvienna am 08.01.2018 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    Schnapsidee

    Wenn eine SPÖ Stadträtin von Schnapsidee spricht, dann muss die Sache einfach gut sein! Wenn sich die Politik darauf beschränkt grundsätzlich dagegen zu sein, dann sollten sich die Nörgler nach einem anderen Beruf umsehen.