Autofahrer-Risiko

19. Mai 2017 16:36; Akt: 19.05.2017 17:01 Print

Umfrage: Wiener glauben, dass sie super Auto fahren

"Besser zu fahren als die anderen", meint jeder zweite Wiener Autofahrer. Und: Wiener Männer drängeln mehr als Frauen - besagt eine neue Studie.

 (Bild: Fotolia Symbolbild)

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Das Ergebnis einer aktuellen IFES-Umfrage mit 1000 Befragten im Auftrag der ASFINAG liegt nun vor. Es zeigt, dass 47 Prozent -also fast jeder zweite Wiener Autofahrer - meint "besser zu fahren als die meisten anderen". Ein Beleg für die positive Selbsteinschätzung - oder weit verbreitete Selbstüberschätzung - was das Können und Urteils- wie Reaktionsvermögen in kritischen Situationen betrifft.

Umfrage
Halten sie sich für einen "besseren" Autofahrer?
32 %
61 %
6 %
1 %
Insgesamt 199 Teilnehmer

Das Institut für Empirische Sozialforschung (IFES) hat im April im Auftrag der ASFINAG 1.000 Lenker befragt, die regelmäßig auf Österreichs Straßen unterwegs sind.

Fast jeder 2. Wiener verlor einen Bekannten bei Unfall

84 Prozent der Lenker in Wien bewerten ihren eigenen Fahrstil als "großteils sicherheitsbewusst". Über 76 Prozent sagen, dass die Verantwortung für ein sicheres Ankommen am Zielort bei ihnen selbst liegt. Bei 28 Prozent aller Befragten sind bereits Personen aus dem engen Umfeld Opfer eines schweren Unfalls geworden. Bei den befragten aus Wien sind sogar bei 41 Prozent Menschen aus dem engen Freundes- oder Bekanntenkreis bei einem Unfall getötet worden. Gleichzeitig geben aber viele offen zu, riskante Verhaltensweisen an den Tag zu legen.

Ablenkung ist Unfallursache Nummer 1

Das Studienergebnis zeigt, dass persönliche Betroffenheit keinen positiven Einfluss auf das eigene Verhalten hat. Denn: Tempolimits werden ignoriert, Ablenkung durch das Smartphone beim Autofahren steht an der Tagesordnung. Zu wenig Abstand und zu hohes Tempo sind die größten Probleme auf Wiens Autobahnen. Ablenkung steht an erster Stelle und ist bei mehr als der Hälfte der Unfälle die Ursache. Immerhin 56 Prozent der Wiener Befragten schließen Hantieren mit dem Smartphone während der Fahrt für sich nicht aus.

Wiener Männer drängeln mehr als Frauen

Aber: Ist man in Eile, gibt die Hälfte der Befragten zu, Tempolimits zu ignorieren. Mehr als 50 Prozent gaben zudem an, auch mal rechts zu überholen. In Wien überholen 86 Prozent der Befragten rechts. In Wien geben auch 21 Prozent der Befragten an, eng aufzufahren, damit der Autofahrer vor ihnen zur Seite fährt. Bei Männern ist dieses kritische Fahrmanöver deutlich häufiger zu beobachten als bei Frauen.

Jeder dritte Befragte schätzt bei Tempo 130 den üblichen Sicherheitsabstand (mindestens 70 Meter) zum vorderen Fahrzeug zu kurz ein (maximal zwei Fahrzeuglängen). Ein zwei-Sekunden-Mindestabstand ist aber nötig, um einen ausreichenden Reaktions- und Bremsweg (bei guten Bedingungen) zu haben.

Risiken werden oft unterschätzt

Die meisten Lenker bemühen sich, der Verkehrssituation angepasst zu fahren - dennoch zählen "Nebentätigkeiten" hinterm Steuer oder "nur geringe Tempoüberschreitungen" zu vermeintlichen Kavaliersdelikten. Mehr als die Hälfte der Befragten ignoriert Tempolimits bei Termindruck und wenig Verkehr ("freier Fahrt").

Pausen sind wichtig

Um schneller am Ziel, fährt jeder zweite Befragte. Aber: Man sollte unbedingt alle zwei Stunden Pause machen, damit man auch ausreichend konzentriert für die Fahrt ist.

Das Steuern eines Fahrzeuges ist eine "Alltagshandlung", die oft unbewusst und nebenbei abläuft - Nebentätigkeiten werden als Risko oft massiv unterschätzt. Dazu kommt eine starke Selbstüberschätzung, dazu zählt vor allem die Fähigkeit zum Multitasking.

ASFINAG informiert mit Initiative "Hallo Leben"
"Hallo Leben" bedeutet "Nein zum Risiko": Kein Smartphone am Steuer, Abstand halten und nicht hasten oder auf den Gurt verzichten. TV- und Radio-Spots sowie Inserate und Plakate werden den Appell transportieren.

(stebo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Olli am 19.05.2017 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mr.

    Da Wiener is ka guta Autofahrer, der hat scho Proleme beim Gehn und Stehn!

  • wolf198 am 19.05.2017 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Leider zu viele Hirnlose!

    Viele, nicht nur in Wien, glauben ein Bleifuß macht den guten Autofahrer aus! Zuviel Blei vergiftet den Körper und das Hirn setzt aus! Die Geschwindigkeitsvorgabe auf dem runden Schild gilt ja pro Reifen. Rote Ampel, rot bedeutet Gefahr schnell drüber und weg hier! Ohne Handy funktioniert mein Auto nicht bzw. mein Hirn! Schon alles digital verbunden!

  • mcgyver am 19.05.2017 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    rechts überholen

    "In Wien überholen 86 Prozent der Befragten rechts" In Wien (z.B. Gürtel) gibt es kein rechts überholen - nur ein Vorbeifahren!!! - Darum stehen auf der Tangente auch Orts-Anfang und Endtafeln - dadurch Stadtautobahn - rechts überholen verboten!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • zornigbin am 22.05.2017 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenlob stinkt - träumt's weitet

    Der Glaube versetzt ja Berge, aber: "Wiener glauben, dass sie super Auto fahren" - davon kann keine Rede sein, wenn man die vielen Super-Autofahrer sieht, die täglich auf der A23 unterwegs sind und bei den kilometerlangen Staus nicht einmal instande sind eine Rettungsgasse zu bilden. Da wird man sogar noch angehupt und blöd angschaut wenn man sich zB. ganz links hält, um eine Gasse für Einsatzfahrzeuge freizuhalten. Der ach so tolle Radio-Wien der 1/4 stündlich die Verkehrsnachrichten bringt, denkt auch in keinster Weise daran, die DUMMIES zu 'erinnern' die Rettungsgasse freizuhalten.

  • Weana am 21.05.2017 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Bin a Superfahrer

    Umsonst heisst es nicht ohne Grund " Stell' dich nicht an wie a Wiener"

  • Marianne am 21.05.2017 04:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ahja

    Umkehrschluß??? Die "Most Dangerouse" (MD) wissen demnach, daß sie nicht Autofahren können?

    • nau jo am 22.05.2017 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      Wer ohne Schuld, der werfe den 1. Stein

      Super Autofahrer gibt's nicht, es gibt gute und weniger gute. Und viele die sich an die Gesetze halten und andere ... denen das völlig am ... vorbeigeht. Aber noch viel schlimmer als die MD sind die GF(ährlichen) die anscheinend der Meinung sind, die 50 km/h gelten pro Person

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  • TantePolly am 20.05.2017 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin ein höflicher Autofahrer

    Wenn ich auf der Autobahn gerade einen LKW-Zug überhole und mich ein plötzlich aus der Kurve hinter mir auftauchender und vorher nicht sichtbarer rasanter Drängler sofort hektisch anblinkt, dann lasse ich mich ganz langsam wieder hinter den LKW-Zug zurückfallen, wechsle auf die rechte Spur und überlasse dem Drängler mit einladender Geste den Vortritt. Merkwürdigerweise regen sich manche über meine Höflichkeit mächtig auf. Ohne Dränglerei hätten sie viel weniger Zeit verloren.

    • Marianne am 21.05.2017 04:16 Report Diesen Beitrag melden

      ohne Worte

      Das nennt man Gefährdung... und ist ein guter Grundstein, um ihnen den Führerschein wegzunehmen (weil mit Vorsatz)

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  • Leonhard am 20.05.2017 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    An alle die über Wien und die Wiener...

    so gerne schimpfen....kommt einfach nicht wenn euch etwas an unserer herrlichen Stadt nicht gefällt, bei euch daheim ist ja sowieso alles viiiiel besser...und im Grunde ist ja die Weltstadt Wien auch gar nichts für euch, gell ? Also...pfiat euch...

    • Michael am 20.05.2017 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leonhard

      Sorry. Ich bin auch Wiener ,aber was ist bitte an Wien so herrlich? Die Kebapbuden an jeden eck? Oder die nicht vorhandene grüne Welle die von den Grünen ausradiert wurde? Oder die unnötigen Baustellen der Planungsstadträtin? Oder die Möchtegern Raser mit ihren 75Ps Schüsseln?

    • Leonhard am 21.05.2017 10:11 Report Diesen Beitrag melden

      @ Michael

      Darum gehts gar nicht ! Es geht darum, daß alle diejenigen die sich permanent das Maul über Wien zerreissen, trotzdem jeden Tag hierherkommen um zu arbeiten, zu leben, Party zu machen undundund...die sollten besser mal dankbar sein !!!

    • mir graust's am 22.05.2017 11:57 Report Diesen Beitrag melden

      Wien Wien nur Du allein

      Als gebürtiger Wieder bin ich stolz und dankbar, dass ich in Wien leben darf. Laut einer im Jahre 2014 erhobenen Studie, leben in wien 20,1 % Ausländer, tatsächlich ist dieser Wert bei Weitem höher. Ab dem 12. bis zum 18. Bezirk muss man froh sein ein deutsches Wort zu hören; Ghettobildungen der ehem. YU Bürger. Der 3. 5. 10. 11. und 20. Bezirk ist fest in türkischer/islamische Hand, das wird sich auch nicht mehr ändern. Donauinsel, schaut's mal selber mach. Wir sind ja sowas von super in Wien. WÄÄÄÄH

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