Dicke Luft

02. Januar 2018 15:35; Akt: 02.01.2018 15:44 Print

VCÖ: Feinstaub-Belastung ist 2017 wieder gestiegen

Die Feinstaubwerte steigen wieder. Auch in Wien gab es 2017 mehr Tage, an denen die Grenzwerte überschritten wurden, als im Vergleichsjahr 2016.

Nach der guten Feinstaubbilanz des Jahres 2016, die vor allem auch auf die damals günstige Wetterlage zurück zu führen war, sind die Feinstaubwerte 2017 österreichweit wieder gestiegen. Auch in Wien wurden an mehr Tagen die Grenzwerte überschritten. (Bild: Sabine Hertel)

Nach der guten Feinstaubbilanz des Jahres 2016, die vor allem auch auf die damals günstige Wetterlage zurück zu führen war, sind die Feinstaubwerte 2017 österreichweit wieder gestiegen. Auch in Wien wurden an mehr Tagen die Grenzwerte überschritten. (Bild: Sabine Hertel)

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Im Vorjahr war in Österreich die Feinstaub-Belastung höher als im Jahr 2016, weist der VCÖ auf aktuelle Daten des Umweltbundesamts hin. Die höchste Belastung gab es in Graz, aber auch an den Wiener Mess-Stellen wurden wieder erhöhte Werte gemessen.

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Alle Wiener Mess-Stellen mit erhöhten Werten

Nach dem günstigen Jahr 2016, ergibt die Auswertung der Wiener Mess-Stellen, dass 2017 die Feinstaub-Belastung in der Luft wieder angestiegen ist. Am stärksten war dies bei der Mess-Stelle Wien Taborstraße (Leopoldstadt) der Fall: Hier war an 23 Tagen zu viel Feinstaub in der Luft, 2016 waren es nur acht Tage.

Auch an die Messstationen Wien Gaudenzdorf (2017: 20 Tage, 2016: elf Tage), Wien Kendlerstraße (2017: 20 Tage, 2016: acht Tage) , Wien Liesing (2017: 20 Tage, 2016: neun Tage) und Wien Wehlistraße (2017: 20 Tage, 2016: neun Tage) weisen deutlich mehr Tage auf, an denen der Feinstaub in der Luft den Grenzwert überschritt.

Beim Bundesumweltamt macht man Belastungsepisoden am Beginn des Jahres 2017 (längere Zeiträume im Jänner und Februar mit niedrigen Temperaturen sowie Fernverfrachtung von Feinstaub von Osten) für den Anstieg der Werte verantwortlich. Der langjährige Trend hingegen zeige eine sinkende Belastung, verursacht durch Emissionsreduktionen in Österreich, aber auch in den Nachbarländern.

Sima: "Wiens Maßnahmen greifen"

Erfreut über die Wien-Werte zeigt sich die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ), die sich in ihren Maßnahmen bestätigt sieht: In Wien gebe es heuer deutlich weniger Feinstaub als noch vor 15 Jahren. Seit dem Jahr 2003 hätten sich die in Wien gemessenen Höchstwerte für Feinstaub im Jahresmittel halbiert und lägen bei weitem unter dem Grenzwert.

2017 sei das sechste Jahr in Folge gewesen, in denen Wien den EU-weiten Grenzwert von maximal 35 Tagen pro Jahr eingehalten habe, an denen der Wert von 50 μg/m3 im Tagesmittel überschritten werden darf.

Für Sima zeigt das, dass "Wiens Anti-Feinstaubmaßnahmen wirken. Mittlerweile setzen wir das dritte Maßnahmenpaket um, das alle Verursachergruppen umfasst und bekämpfen somit den hausgemachten Feinstaub", erklärt die Stadträtin.

"Luft ist wichtigstes Lebensmittel"

Neben der erhöhten Feinstaub-Belastung sei 2017 auch die Stickstoffdioxid-Belastung gestiegen, betont VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. "Vor allem für Kinder und ältere Menschen sind zu viele Schadstoffe in der Luft sehr gesundheitsschädlich. Denn Luft ist unser wichtigstes Lebensmittel", betont Rasmussen.

Als Hauptverursacher von Feinstaub nennt der VCÖ Industrie, Heizen und der Verkehr. "Je kleiner die Feinstaubpartikel, umso gefährlicher sind sie. Ultrafeinstaub kann in den Blutkreislauf und in die Lungenbläschen eindringen", so die Expertin.

VCÖ fordert Förderung gesunder Mobilität

Der VCÖ spricht sich für weitere Maßnahmen aus, um die Luftverschmutzung durch den Verkehr zu reduzieren. In den Städten und Gemeinden sollen eine fußgänger- und radfahrfreundliche Verkehrsplanung das Gehen und Radfahren als saubere und gesunde Mobilität fördern.

Für die Ballungsräume sei es zudem wichtig, dass der Autoverkehr reduziert werde. Das sei mit mehr öffentlichen Verkehrsverbindungen sowie der stärkeren Förderung von betrieblichen Mobilitätsmanagement erreichbar.

Übersicht: Österreichweiter Vergleich

Die folgende Liste zeigt an, an welchen Orten die Feinstaub-Belastung im Jahr 2017 höher war als im Vergleichsjahr 2016 (Tage im Jahr 2017 mit Tagesmittelwert von mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft, in Klammer Jahr 2016 - Erlaubter Jahresgrenzwert in Österreich: 25 Tage) Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2018

Graz Don Bosco: 49 Tage (39 Tage)

Graz Süd: 44 Tage (34 Tage)

Graz Mitte: 35 Tage (29 Tage)

Graz Ost: 31 Tage (24 Tage)

Graz West: 30 Tage (25 Tage)

Leibnitz: 30 Tage (25 Tage)

Kittsee: 25 Tage (14 Tage)

Linz Römerberg: 25 Tage (9 Tage)

Linz 24er Turm A7: 24 Tage (keine Daten)

Köflach: 24 Tage (18 Tage)

Linz Stadtpark: 23 Tage (7 Tage)

Weiz: 23 Tage (13 Tage)

Wien Taborstraße: 23 Tage (8 Tage)

Fürstenfeld: 22 Tage (12 Tage)

Eisenstadt: 21 Tage (12 Tage)

Klagenfurt Völkermarkter Straße: 21 Tage (29 Tage)

Ebenthal Zell: 20 Tage (28 Tage)

St. Andrä im Lavanttal: 20 Tage (11 Tage)

Wolfsberg: 20 Tage (12 Tage)

Stockerau: 20 Tage (2 Tage)

Stadt Salzburg Rudolfsplatz: 20 Tage (4 Tage)

Wien Gaudenzdorf (Meidling): 20 Tage (11 Tage)

Wien Kendlerstraße (Penzing): 20 Tage (8 Tage)

Wien Liesing: 20 Tage (9 Tage)

Wien Wehlistraße (Leopoldstadt): 20 Tage (9 Tage)

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(lok)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Egon am 02.01.2018 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber VCÖ!

    Die richtige Adressatin ist in Bezug auf Wien ist ausschliesslich Frau WBM Vasillaku. Es obliegt ihren Anweisungen, die Ampeln so zu schalten, dass die Autofahrer von einer Rotampel zur anderen Rotampel fahren. D.h. beschleunigen und gleich wieder bremsen. Feinstaub der Bremsen und der Kupplung sind daher von WBM Vasillaku absichtlich und hausgemacht. So will sie die Autofahrer zum Umstieg auf Öffis zwingen. Geht aber nicht, denn die Öffis sind alle überfüllt und fallen oft aus. Kein Tag ohne U-Bahn Störung. Also lieber VCÖ: geht zur Vasillaku und beschwert Euch dort und belästigt uns nicht!

  • Alex am 02.01.2018 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eh nix neues

    Wunderts wenn?? Ampel wird grün, nächste Ampel schaltet auf rot und bei Gott, nicht mal jedes vierte Auto hat Stop/Start Technologie an Bord. Das ist doch vollkommen logisch das der Feinstaub steig wenn durchschnittlich 15 Autos 30 Sekunden an jeder Ampel vor sich hin abgasen....

  • Toni am 02.01.2018 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Feinstaub

    Silvester Knaller verbieten! Wäre ein Anfang!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • helmut am 03.01.2018 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Gut aufgestellt nur

    Liebe Frau Sima die Wienermesstellen stehen schätz ich auf der Höhenstrasse. Messen sie mal hinter denn neuen rausgesetzten Bushaltestellen ! Der Bus ist nicht schneller aber dafür mehr Abgase und Kosten! Der Staat verdient ja an Mineralölsteuer da ist es ja gut wenn Verbrauch steigt.

  • hans mayerhofer am 03.01.2018 01:16 Report Diesen Beitrag melden

    als es den vcö noch nicht gab -

    welch glückliche zeit! hat die ganze stadt nach koks gestunken - heute jahrzehnte später ist es nicht viel besser. damals gab es kaum autos - heute eine menge. euer feinstaub ist in erster linie ein heizproblem !!!

  • hans mayerhofer am 03.01.2018 00:56 Report Diesen Beitrag melden

    der radlerverkehrsclub redet über dinge

    die er nicht versteht. die e-autos verursachen schon bei erzeugung und entsorgung der batterie soviel drck wie ein diesel nach 150.000km. der strom muss auch wo herkommen. derzeit wird imporiert, weil wir zuwenig haben. oder wollt ihr uns dann den strom abdrehen ???

  • Toni am 02.01.2018 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Feinstaub

    Silvester Knaller verbieten! Wäre ein Anfang!

  • Alex am 02.01.2018 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eh nix neues

    Wunderts wenn?? Ampel wird grün, nächste Ampel schaltet auf rot und bei Gott, nicht mal jedes vierte Auto hat Stop/Start Technologie an Bord. Das ist doch vollkommen logisch das der Feinstaub steig wenn durchschnittlich 15 Autos 30 Sekunden an jeder Ampel vor sich hin abgasen....