Aufregung in Wien-Hietzing

31. Oktober 2017 17:01; Akt: 31.10.2017 17:08 Print

Waldorfschule wirft identitäre Köchin raus

Wegen ihrer politischen Gesinnung soll Caroline S. (42), auf der Frankfurter Buchmesse wurde sie zuletzt von AfD-Politikern als Shooting-Star gefeiert, gekündigt worden sein.

Waldorfschule Wien West (Bild: Norbert Sustr)

Waldorfschule Wien West (Bild: Norbert Sustr)

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„Im Februar dieses Jahres hat mich der Vorstand meiner Waldorfschule als Schulköchin aus dem Amt entfernt, weil ich ‚auf rechtsradikalen Internetseiten’ schreibe“, klagt die Ex-Köchin mit Sympathie für die Identitären in einem Blogeintrag der "rechtsintellektuellen" Webpublikation Sezession.de. Das berichtet die "Bezirkszeitung". Daraufhin soll ein Vater in der Generalversammlung der Schule die Aufklärung des Falles gefordert haben, so Sommerfeld.

Elternschaft in Aufregung

Die betroffene Schule reagierte, und ließ alle Eltern die sogenannte "Wiener Erklärung" unterschreiben. Darin distanzieren sich die Waldorfschulen klar von Rassismus, Diskriminierung und Ausländerfeindlichkeit. Was ebenfalls für Aufregung innerhalb der Elternschaft gesorgt haben soll. Besorgte Eltern hätten sich an das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) gewandt, andere waren mit der Entlassung wegen der politischen Einstellung von S. unzufrieden.

Auch S. will sich mit ihrer Entlassung nicht abfinden. Sie wandte sich an die Gleichbehandlungskommission des Frauenministeriums, die in Fällen von Diskriminierung in der Arbeitswelt angerufen werden kann. Die Waldorfschule Wien West wollte sich gegenüber "meinbezirk.at" trotz mehrfacher Anfrage „zu internen Angelegenheiten“ nicht äußern.

Brisant: S. ist nicht nur Ex-Schulköchin, sondern auch promovierte Philosophin und Autorin. Im Oktober stellte sie dort gemeinsam mit dem Autor Martin Lichtmesz das Buch „Mit Linken leben“ vor – und wurde dafür von AfD-Politikern als Shooting-Star gefeiert.

(Red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joseph am 31.10.2017 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Aufstacheln zum Hass

    Kommt es wider so weit, dass wir unsere Herkunft und politische Ausrichtung auf der Brust deklarieren müssen? Die Schule und jene Eltern, die hier zu Hetze und Hass aufstacheln, sollten sich im Klaren sein, dass dies strafrechtlich relevant ist (§ 283 StGB). Was die Dame in ihrer Freizeit macht, kann der Schule pipi sein, solange die Schule nicht davon betroffen ist. Die Justiz muss jetzt ohnehin tätig werden, weil die Causa veröffentlicht wurde.

  • Spazilein am 31.10.2017 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierung

    Diskriminierung !! Jeder der seine Heimat und unsere Werte schützen will ist automatisch rechts? Wieso, sollen wir uns überrennen lassen und dies auch noch teuer bezahlen?

  • Gusti am 31.10.2017 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    Der Vater und die Köchin

    Was interessiert den Vater, was die Köchin macht? Ist ihm das nicht peinlich, coram publico seine privaten Gschichten auszutragen? Dürfte offenbar eine Abfuhr bekommen haben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dr. Klaus Miehling am 02.11.2017 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Linke Diktatur an Waldorfschulen

    Mir als Eurythmiebegleiter ist an der Waldorfschule Freiburg-Wiehre (D) das Gleiche passiert - wegen eines kritischen Artikels zur Flüchtlingskrise. Ich habe dagegen geklagt. In zweiter Instanz wurde zwar die Unrechtmäßigkeit der Kündigung bestätigt, aber dem Auflösungsantrag der Schule stattgegeben, da eine weitere "gedeihliche Zusammenarbeit" nicht zu erwarten sei. An der Freiburger Michael-Schule hat man mir gekündigt, nachdem man von der ersten Kündigung erfahren hat - kurz bevor der Kündigungsschutz in Kraft getreten wäre. Mit Steiners "Philosophie der Freiheit" hat das nichts zu tun.

  • Karl am 02.11.2017 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Entscheidung

    Soll sie sich doch einen Job in der FPÖ Kantine suchen oder meinetwegen bei der AFD. Aber Waldorfschule und Rechtsradikale gegen doch nun wirklich nicht zusammen. Jetzt kann sie sich wenigstens wieder in der Opferrolle sullen.

  • zimbo am 01.11.2017 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wie hiess es mal?Kauft nicht bei J.

    Ich hoffe sie gewinnt den Prozess.

  • hueher am 01.11.2017 07:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sippenhaft im 21.Jahrhundert?

    Wunderbar wie seit einiger Zeit wieder eine neue Hetzjagt auf normal gutbürgerlich denkende Menschen losgeht, von angeblich wohlerzogenen Personen der Mittelschicht !? Eine Waldorfschule WAR EINMAL DIE FREIE SCHULE, nun verkommt die Idee des freien Lernens zur Fraze des Egoismuses und Heuchelei.........man muss sich schämen im aufgeklärtem 21.Jahrhundert. Der Volkszorn und Sippenhaft liegt zum Glück 73 Jahre zurück oder doch nicht??

    • kein idiotärer am 01.11.2017 17:11 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch verstanden

      Da hast du sippenhaft aber falsch verstanden: hier geht es nicht um diskriminierung, weil sie einer gruppe angehört, sondern um konsequenzen für ihr persönliches handeln. wenn sie in einer schule arbeiten will, dann kann sie sich nicht rechtsextrem engagieren, so einfach ist das. wie bei allen taten, die wir setzen, müssen wir mit dem leben was sie auslösen!

    • Nur ich am 02.11.2017 01:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @kein idiotärer

      Mit wenigen Ausnahmen geht es den DG überhaupt nichts an, was der DN denkt oder privat tut. Auch nicht diese Schule. Welchen Job darf man Ihrer Meinung nach haben, wenn man nicht "politisch korrekt" ist? Also zB Köchin nicht?

    einklappen einklappen
  • Geht dich nix an am 01.11.2017 00:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gejammer von rechtsunten

    herrlich wenn afdlanten über diskriminierung jammern.

    • Frederik W. am 01.11.2017 00:29 Report Diesen Beitrag melden

      und Geheule

      Dachte ich auch. Außerdem ist gerade eine Privatschule oft an konfessionelle Bedingungen gebunden. Es gibt Waldorfschulen, die Kinder nicht nehmen, wenn die Eltern einen Fernseher besitzen. So ist das eben manchmal.

    • WolfgangHeute am 01.11.2017 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frederik W.

      Und das ist heutzutage einfach krank.

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