Kooperation zwischen Wien und Krakau

06. September 2018 06:04; Akt: 06.09.2018 06:04 Print

Wettbewerb für neues Sobieski-Denkmal

Nachdem die Stadt Wien den Entwurf für das Denkmal für Polenkönig Jan III. Sobieski abgelehnt hat, soll nun in einem Wettbewerb ein neues Design gefunden werden.

Bis Herbst 2016 stand auf dem Sockel beim Wiener Kahlenberg eine Tafel, auf der auch das nun abgelehnte Denkmal zu sehen war. (c) Wikipedia (Bild: zVg)

Bis Herbst 2016 stand auf dem Sockel beim Wiener Kahlenberg eine Tafel, auf der auch das nun abgelehnte Denkmal zu sehen war. (c) Wikipedia (Bild: zVg)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Dem polnische König Jan III. Sobieski, der während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 auf Seiten Wiens stand, soll auf dem Wiener Kahlenberg (Döbling) ein Denkmal gesetzt werden. Seit Jahren gibt es dazu Pläne, 2013 erfolgte dann der Spatenstich.

Da sich das geplante Denkmal noch in Entstehung befand, blieb der Sockel auf dem Parkplatz bei Kahlenberg lange Zeit leer. Bis Herbst 2016 gab es aber eine Tafel, auf der das geplante Denkmal abgebildet war.

Das Design stieß jedoch bei dem Wiener Beirat zur Errichtung von Gedenk- und Erinnerungszeichen auf wenig Gefallen. Deren Zustimmung ist aber Voraussetzung für die Errichtung von jeglichen Denkmälern in Wien. Seit der Gründung 2017 bewertet die Stelle die Entwürfe und prüft, ob diese in das Wiener Stadtbild passen. Für den Entwurf des Sobieski-Denkmals gab es eine, offenbar aus optischen Gründen, negative Reaktion.

Ausschreibung für neuen Denkmal-Entwurf

Dass es ein Denkmal für Sobieski geben wird, steht außer Frage, heißt es aus dem Büro für Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Die Stadt Wien sei offen für eine zeitgemäße Gedenkkultur und habe in den letzten Jahren eine Vielzahl von Erinnerungsstätten geschaffen. Tatsächlich finden sich auf Wiener Stadtgebiet schon einige andere Denkmäler und Gedenktafeln, die an den Polenkönig (1629-1696) erinnern. Dazu zählt etwa die Sobieskigasse, der Sobieskiplatz sowie die Sobieski-Kapelle in der St. Josefskirche auf dem Kahlenberg.

Das Denkmal war auch beim Treffen im Juli zwischen Ludwig und seinem Amtskollegen aus Krakau Jacek Majchrowski Thema. Neben der Verlängerung des Kooperationsabkommen zwischen den beiden Städten, wurde auch vereinbart, dass das abschlägig beurteilte Denkmal nicht in Wien aufgestellt wird, sondern stattdessen einen Platz in Krakau finden soll. Für das Denkmal auf dem Kahlenberg soll ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben werden. In enger Kooperation mit Krakau soll ein, den heutigen Standards und dem Kahlenberg entsprechendes neues Design gefunden werden.

"Das Denkmal soll die historischen Zusammenhänge im Lichte einer in die Zukunft gerichteten europäischen Erinnerungskultur beleuchten", heißt es von der Stadt. Die Kosten für den Wettbewerb, an den sich auch polnische KünstlerInnen beteiligen können, trägt Wien. Die Stadt Krakau wurde eingeladen, ein Mitglied in die Auswahljury des Wettbewerbs zu entsenden.

Schriftzug für Denkmal steht schon fest

Während des Wettbewerbs und in Vorbereitung auf das neue Denkmal soll am geplanten Standort am Kahlenberg eine Gedenktafel in deutscher, englischer und polnischer Sprache mit folgender Inschrift installiert werden. Die Worte werden mittels Sandstrahlung auf eine Platte graviert und dann am Sockel befestigt.

So soll die Inschrift lauten:

"Die Schlacht am Kahlenberg am 12. September 1683 bildete den Kulminations- und Wendepunkt eines Ringens zweier Imperien, jenes der nach Westen expandierenden Osmanen und jenes der in die Defensive gedrängten Habsburger. Dank eines europäischen Verteidigungsbündnisses zum Schutz von Krakau und Wien, an dem sich der König Polens Jan III. Sobieski in führender Weise beteiligte, gelang der Entsatz der Stadt. Mehr als 50.000 Menschen aus vielen verschiedenen Ländern verloren in diesen Kämpfen um Wien ihr Leben. Möge dieses Ereignis in Erinnerung bleiben, um an ein friedliches Zusammenleben der Menschen in Europa zu gemahnen!"

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

(lok)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geri am 06.09.2018 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlich gesagt...

    ...er hätte schon lange ein Denkmal verdient ! Das einzige was Wien ihm bislang gewidmet hat ist eine kleine Gasse im 9. Bezirk ! Mal schauen wie lang es dauern wird bis es steht !

  • husar am 06.09.2018 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tolle entscheidung

    es ist nur traurig dass erst jetzt eine ablehnung kommt nach dem alles schon fertig ist (inkl. denkmal und vorabgenehmigungen) nur weil das denkmal "nicht europäisch" ausgerichtet ist? 1. die osmanen waren/sind nicht in europa 2. dies ist nun mal die geschichte, wollen wit diese auch ändern danke spö

  • Walther Sobitschka am 06.09.2018 08:00 Report Diesen Beitrag melden

    Jan Sobieski

    Wird auch zeit. Der kommunistische Massenmörder Che Guevara wurde auch bereits durch die Gemeinde Wien geehrt.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Ida am 06.09.2018 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Ida

    Es stimmmt nicht. Das Denkmal ist fertig. Tausende von Polen haben das Geld gespendet. Der Beirat hat kein Projekt, nur das fertige Denkmal abgelehnt. Warum hat mam früher nicht reagiert? Es ist eigentlich schade, dass der König damals zu Hilfe kam..,Nie wieder!!!

    • Polin am 24.09.2018 19:36 Report Diesen Beitrag melden

      Magister

      Das Denkmal ist zwar fertig aber es ist ein Pferd im Vordergrund. Das geht einfach nicht das ist nur Kitsch!

    einklappen einklappen
  • Denis Yussuf am 06.09.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    Und warum baut man nicht einfach Sobieski auf dem Pferd nur sitzend mit Flügeln auf dem Rücken, so wie es war ? Zusatzdeko wäre Unnötig. Sobieski hätte schon lange ein Denkmal verdient, denn Dank ihm sprechen wir heute noch Deutsch, sind Christlich offen.

  • Habakuk am 06.09.2018 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Zustimmung?

    Wartet die Gemeinde Wien auf eine Zustimmung aus Konstantinopel? Die wird nie kommen, Herr Ludwig!

  • David am 06.09.2018 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Hr

    Warum wird nicht erwähnt, das genau das Denkmal stehen durfte laut Hrn Häupl und das 5 Jahre lang daran gebaut wurde und jetzt Hr. Ludwig es ablehnt da es "AntiTürkisch" sei. SPÖ ist eine schande

  • Christian am 06.09.2018 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Auf die Nerven gehen !

    Doppelt so groß bauen wie geplant, damit unsere muslimischen Neubürger gleich gut erkennen können was passiert, wenn sie weiterhin in die falsche Richtung spucken und uns Österreicher auf die Nerven gehen !

    • husar am 06.09.2018 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christian

      und die polen richten es dann

    einklappen einklappen