Lokal-Szene im Umbruch?

29. November 2017 17:24; Akt: 29.11.2017 17:25 Print

Donaukanal-Lokale: "Über uns wird drübergefahren"

Die Neuausschreibung der Bestandsflächen am Donaukanal bringt die ansässigen Lokale auf die Barrikaden. Sie fühlen sich von der Stadt und der DHK überfahren.

"Adria" und "Badeschiff-Betreiber" Gerold Ecker: "Wir haben den Donaukanal durch jahrelange Arbeit erst zu dem gemacht, was er heute ist. Trotz der zugesagten Vertragsverlängerung, fallen uns DHK und die Stadt nun in den Rücken". (Bild: Helmut Graf)

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Nachdem der Wiener Donaukanal lange Zeit ein stiefmütterliches Dasein gefristet hat, hat sich das in den letzten Jahren – nicht zuletzt durch eine Vielzahl verschiedener Lokale – gewandelt. Jetzt ist es eine beliebte "Fortgeh- und Flaniermeile" der Wiener direkt am Wasser.

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Doch der Donaukanal steht erneut vor Änderungen. Da bei sechs Lokalen bis Oktober 2018 die Mietverträge ablaufen, hat die "Donauhochwasserschutz Konkurrenz" (DHK), vertreten durch ihre geschäftsführende Stelle "via donau - Österreichische Wasserstraßen- Gesellschaft mbH" ein Verfahren zur Ermittlung neuer Mieter ausgeschrieben, meldet der "Standard". Dabei sollen für die Liegenschaften der DHK Mieter für die nächsten zehn Jahre gefunden werden.

Konkret geht es um sechs Bestandsflächen, die derzeit durch die bekannten und bei vielen beliebten Lokale Tel Aviv Beach, Adria Wien, Feuerdorf, Badeschiff Vorkaifläche, Central Garden und Hafenkneipe besetzt sind.

Evaluierungsverfahren soll neue Betreiber finden

Für die Suche ist ein voraussichtlich zweistufiges Evaluierungsverfahren vorgesehen, die Entscheidung soll eine Personenkommission – bestehend aus Experten aus den Bereichen Architektur, Vergabe- und Vertragsrecht, Tourismus sowie Gastronomie – treffen.

Bis 24. November 2017 konnten Interessierte die Ausschreibungsunterlagen anfordern, bis 15. Dezember bleibt für Einreichungen Zeit. "Die gegenständliche Interessentensuche unterliegt nicht dem Bundesvergabegesetz, ist freiwillig und dient ausschließlich dazu einen geeigneten Bestandnehmer für die Bestandsflächen auszuwählen", heißt es in der Ausschreibung.

Nur noch eine Fläche pro Betreiber möglich

Neu ist, dass pro Interessent nur eine Bestandsfläche vergeben wird, die gleichzeitige Bewerbung um mehrere Flächen sei aber möglich. Das trifft vor allem Gerold Ecker, der am Donaukanal sowohl das Badeschiff als auch das Adria betreibt.

Weder Donaukanalkoordinationsstelle noch Bezirksvorstehungen involviert

Im Gespräch mit "Heute" zeigt sich Ecker verärgert: "Wir haben durch jahrelange gute Arbeit den Donaukanal erst zu dem gemacht, was er heute ist. Jetzt wird aber komplett über uns drüber gefahren" so Ecker. Aus Gesprächen mit den Bezirksvorstehungen der Inneren Stadt und der Leopoldstadt wisse er, dass dort ebenfalls Irritation herrsche.

Die Neuausschreibung "war nur einem ganz kleinen Kreis aus DHK und der Geschäftsgruppe Umwelt bekannt. Wir Lokalbetreiber haben das rein zufällig über die Donaukanalkoordination der MA28 erfahren, die selbst auch nicht beteiligt war", erzählt Ecker. Erst als der DHK bewusst geworden sei, dass die Lokalbetreiber von der Ausschreibung erfahren haben, seien diese durch die DHK durch einen "lapidaren Brief" informiert worden, so Ecker.

Stadt Wien: Neuausschreibung dient der Transparenz

Im Umweltressort versteht man die Aufregung nicht: "Es gab einen Rechnungshofbericht, der Kritik an der Vergabe der Lokale geübt hat. Als öffentliche Hand nehmen wir diese Einwände natürlich ernst. Auch die DHK hat daraufhin gehandelt", betont Sprecherin Anita Voraberger. Der Stadt Wien gehe es darum, transparente Vergaben sicherzustellen.

Das will auch die DHK, wie Sprecher Christoph Caspar mitteilt: "Derzeit ist eine öffentliche Interessentensuche, unter Wahrung größtmöglicher Transparenz, im Laufen. Bereits im Vorfeld wurde mit den bestehenden Betreibern ein Vertrag bezüglich der Fortführung über 18 Monate abgeschlossen, um eine entsprechende Vorlaufzeit für die öffentliche Interessentensuche garantieren zu können".

Den Lokalbetreibern stehe es offen bis 15. Dezember 2017 ihre Bewerbung einzureichen. Die Dauer der Entscheidung hänge vom Umfang der eingereichten Unterlagen ab, werde jedoch so rasch wie möglich umgesetzt. Ein genaues Datum für die finale Bekanntgabe über die Vergabe der Flächen könne daher zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht vorhergesehen werden.

Rechtliche Schritte geplant

Bei der Neuausschreibung will sich Badeschiff-Betreiber Ecker nicht beteiligen. Stattdessen machen er uns seine Lokalkollegen mobil. "Wir werden auf jeden Fall sowohl rechtlich als auch inhaltlich dagegen vorgehen. Da sind nicht nur die betroffenen Lokale, sondern auch befreundete Betriebe dabei", kündigt Ecker Widerstand an.

"Uns wurde jahrelang seitens der Stadt und der DHK zugesichert, dass eine Verlängerung unserer Verträge reine Formsache sei. Das nun hinter unserem Rücken neu auszuschreiben, ohne uns richtig zu informieren, ist schon dreist", so Ecker.

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(lok)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ingrid am 29.11.2017 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    Badeschiff

    Badeschiff und Burkini, wer kann sich noch erinnern? Kamen wohl keine Gäste mehr!

  • Si Vis Pacem am 29.11.2017 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch die Sozen

    Leute erst Geld investieren lassen und dann, wenn die Gegend aufgewertet wurde, einfach an die Freinderln weiterreichen. Widerlich.

  • Stadtpolitik am 29.11.2017 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schikanen ala Rot-Grün

    Denen am Karmelitermarkt gehts nicht besser. Das ist die Rot-Grüne Stadtpolitik,

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Bertl Kral am 30.11.2017 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Stadt Wien: Neuausschreibung dient der Transparenz

    JA, dies in ALLEN Bereichent, was bekanntlich nicht überall der Fall ist ! Verstehe nicht, weshalb der Ecker (der sein Badeschiff vor einiger Zeit nur für Muslime an einem Wochentag öffnete) scheinbar in Ungnade fiel ? Ich wuchs 1963-1982 auf (200 m von der Marienbrücke) als es dort noch sehr ruhig und sicher war, und neben Lebendfischbecken, nur die "Johann Strauss" ihre Runden fuhr.Da gab es auch noch das Kinderfreibad auf höhe des gegenüberliegenden "Blauen Schiffhaus" und die alte Schleuse, die von Fischern gern benutzt wurde. WO ist die gute alte Zeit nur hin ???

  • Santa am 30.11.2017 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Badeschiff

    Es würde bestimmt niemanden stören, wenn endlich das Badeschiff wegkommen würde. Um ganz ehrlich zu sein, dieser "Ecker" nervt seit Jahren mit seinen nutzlosen Vorschlägen und mit seiner Art. Es wird Zeit für veränderungen. Egal was dort hinkommen würde, alles ist besser als das Badeschiff. Wahrscheinlich würde es sogar reichen, einfach den Besitzer austauschen und wieder was schönes daraus machen.

    • Luzifer van der Hölle Wiens am 30.11.2017 09:22 Report Diesen Beitrag melden

      dieser "Ecker" nervt seit Jahren

      genauso, wie die sich dort angesiedelte Drogensszene mit all den bekannten Begleiterscheinungen (Raub, Diebstäle, Einbrüche) ! @Stadtpolitik: WO stören die beiden extremistischen Partien NICHT ?

    einklappen einklappen
  • Stadtpolitik am 29.11.2017 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schikanen ala Rot-Grün

    Denen am Karmelitermarkt gehts nicht besser. Das ist die Rot-Grüne Stadtpolitik,

  • Mathias vogt am 29.11.2017 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Hafenkneipe

    Endlich ... eine chance das die hafenkneipe und deren betrügerischen betreiber verschwinden

  • Ingrid am 29.11.2017 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    Badeschiff

    Badeschiff und Burkini, wer kann sich noch erinnern? Kamen wohl keine Gäste mehr!