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31.07.2012

Umstrittene Entscheidung

Österreicherin im Zentrum eines Fecht-Skandals

Shin A-Lam weinte

Tränen liefen der Südkoreanerin über das Gesicht (© Reuters)

Eine Österreicherin ist am Montagabend im Zentrum eines Fecht-Skandals gestanden. Im Semifinal-Duell zwischen der Deutschen Britta Heidemann und der Südkoreanerin Shin A-Lam brauchte es am Ende rund eine halbe Stunde nach Kampfende, bis die Siegerin feststand. Die Jury konnte sich nämlich nicht entscheiden, ob der letzte und entscheidende Treffer der Deutschen, der ihrem Land schließlich die erste London-Medaille überhaupt brachte, noch innerhalb der Zeit gefallen war.

Die Kampfleiterin war Barbara Csar aus Salzburg und sie erklärte letztlich Heidemann, die spätere Silbermedaillen-Gewinnerin, zur Siegerin, was die Koreanerin zu einem dreiviertelstündigen Sitzstreik motivierte.

Shins Protest hatte einen guten Grund. Heidemann benötigte in der letzten Sekunde noch einen Treffer, durfte dazu aber gleich vier Anläufe nehmen - die Uhr blieb stets bei einer Sekunde stehen und die österreichische Offizielle ließ wieder anfechten, bis dann Heidemann tatsächlich traf und ins Finale einzog. Nach Riesen-Protesten der Koreaner und langen Beratungen der Jury entschied man sich für einen Sieg der Deutschen, Shin weigerte sich daraufhin, die Planche zu verlassen.

Heidemann zeigt Verständnis
Die Halbfinalsiegerin Britta Heidemann sprach von einem "absoluten Drama" und zeigte Verständnis für den Einspruch der Asiaten. "Die Koreaner haben verständlicherweise Protest eingelegt. Das hätten wir auch gemacht, wenn ich den Treffer nicht bekommen hätte", realisierte die Deutsche die Dramatik der Situation.

Zwischen Deutschen und Südkoreanern endete alles friedlich: Shins Trainer ging auf Heidemann und ihren Mentor Manfred Kaspar zu, es gab Umarmungen, Shakehands. Heidemann: "Da ist absolutes Verständnis, dass wir die Schuld nicht beim Anderen suchen. Das Ganze ist ein Fehler des technischen Equipments."

Einziger weiblicher Referee
Csar sagte vor den Spielen, dass sie dem olympischen Fechtbewerben mit ein "ein bisschen Gänsehaut" entgegenblickt. Nur rund zwei Dutzend Referees dürfen bei den olympischen Fecht-Bewerben neben der Planche stehen. Csar ergatterte mit gerade einmal 29 Jahren als einzige Frau eines der begehrten Tickets. Als Quotenfrau sieht sie sich dabei ausdrücklich nicht.

Auf Probleme in London war sie eigentlich eingestellt. "Die Athleten und Trainer testen einen aus", stellte Csar fest. "Da ist es wichtig, eine klare Linie beizubehalten."

Schriftliche Stellungnahme
Sie erklärte in einer schriftlichen Stellungnahe: "Ich habe mich regelkonform verhalten. Dies wurde auch in Folge von der mir übergeordneten Kommission und dem Technischen Direktorium so bestätigt". Weiters verwies sie auf die Zeitnehmung als Auslöser der Diskussionen.

Einige Fans der Fechterin gaben sich im Internet unsportlich. "Du bist eine Rassistin", schimpfte ein Fan aus Südkorea via Twitter. Andere User veröffentlichten im Netz die E-Mail-Adresse und die Handynummer von Csar.







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3 Kommentare von unseren Lesern

0

rahoul (10)
31.07.2012 21:27

Die Entscheidung war hart, aber korrekt.
Wo hier ein Skandal sein soll, wenn gemäß den Regeln des Fechtsports entschieden wird, ist nicht ersichtlich. Natürlich verstehe ich die Enttäuschung, wenn man in der allerletzten Sekunde einen Treffer kassiert, regulär war dieser jedoch. Es hat Frau Shin niemand gehindert einen Gegentreffer zu landen...

0

bikila (29)
31.07.2012 12:45

weibliche quote
welche frau ist nicht überzeugt, nur ihre leistung und nicht ihr geschlecht ist für ihren aufstieg entscheidend gewesen

0

patrickwojto... (48)
31.07.2012 10:01

Schweinereien bei Olympia
unglaublich was die Schiedrichter da für Sauereien produzieren!! ist echt traurig, und mit einer "begnadeten" Österreicherin sind wir voll dabei, wenn schon unsere Sportler nix schaffen, auf die Schiedsrichter scheint verlass zu sein!!



OlympiaTweet