Tischtennis-Pensionist Olympia

48-Jähriger träumt von Olympia-Einsatz

Adel Massaad

Adel Massaad ist mit 48 bereits ein Tischtennis-Opa, würde aber gerne gegen Österreich antreten

Adel Massaad

Adel Massaad ist mit 48 bereits ein Tischtennis-Opa, würde aber gerne gegen Österreich antreten

Das ägyptische Tischtennis-Team der Herren geht am Freitag (20.00 Uhr MESZ) im Londoner ExCeL-Center als klarer Außenseiter ins Duell mit Österreich. Doch die Afrikaner rechnen sich sehr wohl Chancen aus, auch wenn ihr Trio Omar Assad, El-Sayed Lashin und Ahmed Saleh gar nicht gerne gegen Verteidiger spielt und Chen Weixing damit der Trumpf des ÖTTV-Teams ist. Doch da ist noch der 48-jährige Adel Massaad, Ägyptens Ersatzspieler. Er beschreibt sich als Spezialist im Spiel gegen Verteidiger.

"Für mich wäre Chen mein Wunschgegner", sagte der in Deutschland lebende Massaad. "Wenn Chen gegen uns nicht zwei Punkte macht, verliert ihr." Wegen seinem guten Spiel gegen Abwehr-Asse sprach Massaad von einer 50:50-Chance, dass er zum Einsatz kommt. Bis sechs Stunden vor Spielbeginn ist ein Wechsel möglich, und nur mit ärztlichem Attest über den Zustand des verletzten Spielers. Der muss dann auch das Olympische Dorf verlassen.

Vier Jahre lang kein Schläger in der Hand
Denn Zurückwechseln ist nicht erlaubt. Wird der Ersatzspieler also einmal eingesetzt, bleibt er im Turnier. Bei Österreich würde das für Daniel Habesohn gelten. Massaad könnte dann im Erfolgsfall aber im Viertelfinale gegen Deutschland oder Schweden Konditionsprobleme bekommen, denn er ist schon 48 und nicht im ständigen Training. "Ich habe vier Jahre lang keinen Schläger in der Hand gehabt, seit Olympia in Peking. Erst vor sieben Wochen habe ich wieder begonnen", sagte er.

Im Juni erreichte Massaad eine SMS von Ägyptens Verbandspräsidenten, ob er nicht als Ersatzmann nach London wolle. "Da habe ich mir gleich einen Privattrainer genommen. Jetzt freue ich mich, dass ich dabei bin." Wie Habesohn und Sofia Polcanova bei den ÖTTV-Damen hat er eine P-Akkreditierung, zählt daher nicht offiziell zu Ägyptens Team. Auch dürfte er nicht im Olympischen Dorf schlafen. So genau nimmt Massaad das aber nicht, sein eigentliches Quartier kennt er gar nicht.

"Verstecken müssen wir uns nicht."
Außer dem Entzaubern von Abwehrspielern nennt der Familienvater das Doppel als eine weitere Spezialität. Und ein Doppel ist im Teambewerb fix integriert. "Bei Ägypten gegen Österreich ist wirklich fast jeder Ausgang möglich. 3:0 für euch, aber auch 3:1 oder 3:2 für uns", meinte Massaad. "Es kommt natürlich auch darauf an, wer und gegen wen man spielt. Österreich ist zwar 70:30-Favorit, aber man weiß nie. Wir werden uns jedenfalls reinhängen, verstecken müssen wir uns nicht."

Der Sohn eines Ägypters wohnt in Geldern rund 60 Kilometer von Düsseldorf entfernt. Bei seinem bisher einzigen Olympia-Einsatz 2008 in Peking verlor er zum Auftakt gegen den Spanier Alfredo Carneros 2:4, beendete danach seine Karriere. Seither war er zwar bei diversen Clubs gemeldet, aber nur auf dem Papier. Er hat nicht trainiert und kam auch nicht zum Match-Einsatz. Aktuell ist Massaad beim deutschen Oberligisten ASV Süchteln eingeschrieben.


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