9,63 Sekunden Olympia

Bolt holt 100 m-Gold in Rekordzeit

Leichtathletik-Superstar Usain Bolt

In olympischer Rekordzeit blieb der 25-jährige Jamaikaner nur fünf hundertstel Sekunden über seinem Weltrekord von der WM 2009 in Berlin

Leichtathletik-Superstar Usain Bolt

In olympischer Rekordzeit blieb der 25-jährige Jamaikaner nur fünf hundertstel Sekunden über seinem Weltrekord von der WM 2009 in Berlin

Die Stunde der Wahrheit dauerte 9,63 Sekunden. Leichtathletik-Superstar Usain Bolt belehrte eindrucksvoll alle Zweifler, er wiederholte am Sonntag in London seinen Olympia-Sieg von 2008 in Peking über 100 m. In olympischer Rekordzeit blieb der 25-jährige Jamaikaner nur fünf hundertstel Sekunden über seinem Weltrekord von der WM 2009 in Berlin.

Zwei Millionen Stadion-Tickets hätte der Veranstalter für den Showdown verkaufen können, jedes einzelne wäre für die Darbietung der Extraklasse weit mehr als das Eintrittsgeld wert gewesen. Mit ausgebreiteten Armen ließ sich Bolt von 80.000 Zuschauern umjubeln, fiel auf die Knie, küsste die Bahn, auch ein Purzelbaum folgte auf der Ehrenrunde. Zweiter des hochklassigen Endlaufes wurde Landsmann und Weltmeister Yohan Blake in 9,75, Dritter der US-Amerikaner Justin Gatlin in 9,79. Beide hatten bei 1,5 m/s Rückenwind persönliche Bestzeiten aufgestellt.

Bolt schreibt Geschichte
"Ich habe eine Menge aus den Trials gelernt, ich musste mich einfach konzentrieren, ich wusste, was ich kann. Ich bin sehr zufrieden. Wenn es auf den Moment ankommt, dann kann ich das leisten, was ich leisten muss", betonte Bolt. "Ich hatte große Hoffnungen, ich wollte gewinnen, aber ich danke Gott für die Silbermedaille", meinte der zweitplatzierte Blake.

Jamaika feiert am 6. August den 50. Unabhängigkeitstag, Bolt feierte bereits am 5. August seine Wiederauferstehung. Der 25-Jährige ist nach dem US-Amerikaner Carl Lewis 1984 und 1988 erst der zweite Athlet der Sommerspiel-Geschichte, der einen Olympiasieg über 100 m wiederholt hat. Archie Hahn (USA) gewann 1904 und 1906, allerdings werden die Zwischenspiele 1906 offiziell nicht anerkannt.

"Es geht nicht um die Trials"
Der kleine Stolperer von Bolt nach dem Start des London-Vorlaufes hatte Erinnerungen aufkommen lassen. Vor einem Jahr bei der WM in Daegu hatte er der Menge im Stadion einen kollektiven Schock versetzt, als er nach einem Fehlstart im Finale disqualifiziert worden war. Landsmann Blake nützte die Gunst der Stunde und holte Gold. Spätestens seit er heuer Bolt in der nationalen Olympia-Ausscheidung besiegt hatte, rochen viele eine mögliche Sensation auch bei den Sommerspielen.

Doch Bolt beschwichtigte. "Leute, ich sage euch: Es geht doch nur um die große Meisterschaft, es geht nicht um die Trials." Und Bolt machte es am Sonntagabend besser als in Südkorea, besser als in Kingston. Viel besser.

Im Finale alles richtig gemacht
Der dreifache Olympiasieger von Peking 2008 und dreifache Weltmeister von Berlin 2009 präsentierte sich schon vor dem Halbfinale bestens gelaunt, wärmte mit Blake auf, die beiden plauderten und lachten. In seinem Lauf sandte Bolt dann eine Message aus, trabte locker zu 9,87. Keine Spur von einer Muskelblessur im Oberschenkel. Auch vor dem Finale scherzte er, machte seine Mätzchen, wirkte locker wie lange nicht. Und im Finale machte er alles richtig.

Die erste Entscheidung des Leichtathletik-Tages fiel auf den Straßen Londons, die Äthiopierin Tiki Gelana setzte sich in 2:23:07 Stunden vor der Kenianerin Priscah Jeptoo (2:23:12) und der Russin Tatjana Petrowa Archipowa (2:23:29) durch, Andrea Mayr kam in 2:34:51 auf Platz 54. Den Dreisprung gewann die Kasachin Olga Rypakowa mit 14,98 Metern vor der Kolumbianerin Caterina Ibargüen (14,80) und der Ukrainerin Olga Saladuha (14,79).

Show nach der Show vom Kenianer Ezekiel Kemboi
Im 400-m-Finale der Frauen holte Christine Ohuruogu mit einem sensationellen Schlusssprint noch Silber für Großbritannien und brachte das Stadion zum Toben. Gold ging verdientermaßen in 49,55 Sekunden an Sanya Richards-Ross aus den USA, sie hatte 0,15 Sekunden Vorsprung auf Ohuruogu, Dritte wurde DeeDee Trotter aus den USA (49,72). Für die an einer schubweise verlaufenden Immundefekt-Erkrankung leidende Richards-Ross ist es der zweite große Titel nach jenem bei der WM 2009.

Eine Show nach der Show bot der Kenianer Ezekiel Kemboi nach dem Hindernisrennen über 3.000 m. Erst wagte der Weltmeister ein Tänzchen, dann tauschte er das Trikot mit dem Franzosen Mahiedine Mekhissi-Benabbad, klammerte sich auf ihn und ließ sich herumtragen. Kemboi siegte in 8:18,56 Minuten und holte nach 2004 sein zweites Olympia-Gold. 2008-Sieger Brimin Kipruto vergab seine Medaillenchance mit einem Sturz. Bronze ging mit Abel Mutai ebenfalls an Kenia.

Mit dem Hammer setzte sich der Ungar Krisztian Pars mit 80,59 m vor dem Slowenen Primoz Kozmus und dem Japaner Koji Murofushi durch. Prothesenläufer Oscar Pistorius schied im 400-m-Halbfinale aus, als Souvenir durfte er die Startnummer von Weltmeister Kirani James aus Grenada mitnehmen, der um Tausch gebeten hatte.

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