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07.08.2012
Olympia-Top
Wahnsinns-Comeback von Sanchez mit Oma
Im Ziel holte Sanchez ein Foto von seiner verstorbenen Oma heraus (© dapd)
Um die Geschichte dieses Mannes zu verstehen, muss man weit zurückblättern. Sanchez wurde in den USA geboren und lebt auch dort. Trotzdem entschied er sich für die Dominikanische Republik - Heimat seiner Eltern - zu starten. Er rechnete sich zum Anfang seiner Karriere keine Chancen aus, sich im starken US-Kader durchzusetzen.
Sein erster Auftritt war bei den Spielen in Sydney 2000, wo er allerdings im Halbfinale ausschied. Viel wichtiger war hingegen, dass er dort bei der Eröffnungsfeier ein blinkendes Armband bekam. Dieses sollte nach den Spielen sein Markenzeichen werden.
Das mystische Armband
Ab dann trug er es bei jedem Lauf und startete eine unglaubliche Serie: Er blieb 43 Rennen in Folge ungeschlagen. Während dieses Erfolgslaufs wurde Sanchez 2001 sowie 2003 Weltmeister und schließlich 2004 Olympiasieger.
Als er sein Armband nach dem Olympiasieg einer wohltätigen Organisation für eine Versteigerung schenkte, nahm das Unheil seinen Lauf. Sanchez wurde von Verletzungen geplagt und konnte nicht mehr an die Top-Leistungen vergangener Tage anschließen. Tiefpunkt: Vorlauf-Aus bei den Spielen in Peking 2008.
Ein Gold-Lauf mit Oma am Herzen
Sanchez gab allerdings nicht auf und kämpfte verbissen weiter. Am Montagabend dann die Sensation: Der 34-Jährige gewann in London zum zweiten Mal Olympia-Gold. Noch dazu in exakt derselben Zeit wie bei seinem ersten Goldlauf in Athen (47,63 Sekunden).
Im Ziel brachen dann alle Dämme. Sanchez weinte einfach drauf los. Auf einmal zog er ein Foto unter seinem Trikot hervor, legte es auf den Boden, kniete sich davor hin und küsste es. Darauf zu sehen war seine Großmutter, die 2008 während der Spiele verstarb.
"Damit hat niemand gerechnet. Viele Leute sagten zu mir, ich sollte zurücktreten, aber ich blieb dabei", freute sich Sanchez im Ziel. Mit 34 Jahren ist er der älteste Athlet, der je über die 400 Meter Hürden Olympiasieger wurde.
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