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08.08.2012
Olympia-Top
Schrott: "Das Finale war übers Ziel hinaus"
Schrott war die positive Überraschung aus österreichischer Sicht (© APA)
"Das Halbfinale war das Plansoll, das Finale war übers Ziel hinaus. Ich bin dankbar, dass ich das erleben durfte, das nimmt mir niemand mehr weg", sagte die 24-Jährige, die für die beste rot-weiß-rote Olympia-Leistung in der Leichtathletik seit Silber von Stefanie Graf 2000 in Sydney sorgte. Die Goldmedaille gewann die Australierin Sally Pearson im olympischen Rekord von 12,35 Sekunden vor den US-Amerikanerinnen Dawn Harper (12,37) und Kellie Wells (12,48).
Mit einer sensationellen Aufholjagd im Halbfinale katapultierte sich Schott noch auf den zweiten Platz hinter die US-Amerikanerin Dawn Harper (12,46 Sek.), der den fixen Aufstieg bedeutete. In 12,83 Sekunden blieb die EM-Vierte nur eine hundertstel Sekunde über den von ihr am 17. Juli in Luzern auf 12,82 gedrückten Rekord. "Ein Wahnsinn! Und das bei den Bedingungen", meinte Schrott. Nieselregen ist sie aber heuer schon gewohnt, fast durchwegs hatte sie schwierige Bedingungen, trotzdem steigerte sie sich kontinuierlich.
"Habe den Tag genossen"
Schrott kam nicht ganz an ihren Rekord ran (© APA)
Vor dem Vorlauf am Montag war Schrott nach durchwachter Nacht sehr nervös gewesen, die 80.000 Zuschauer im Stadion waren eine doch eher ungewohnte Kulisse. "Heute war es viel besser. Ich habe gut geschlafen, habe den Tag genossen." Auch der Fehlstart einer Konkurrentin im Halbfinale hatte sie nicht aus der Ruhe gebracht. "Nein, das habe ich schon hinter mir und mir gedacht, so was passiert mir nicht mehr", sagte die Medizinstudentin, die bei der EM 2010 in Barcelona im Vorlauf wegen Fehlstarts disqualifiziert worden war.
"Schade, dass ich jetzt eine 13er-Zeit da stehen habe"
Vor dem Finale mussten die Hürdensprinterinnen wegen einer Siegerehrung zehn Minuten im strömenden Regen warten. Dann tatschte sich Schrott zweimal auf die Wange und ab ging es. Der achte und letzte Platz entsprach der Papierform der Finalistinnen. "Es ist schade, dass ich jetzt eine 13er-Zeit da stehen habe und nicht mithalten konnte. Ich habe mich körperlich ganz gut vom Halbfinale erholt, aber vielleicht war der Fokus nicht mehr ganz da", meinte sie.
Nach Olympia ist vor Olympia. "Die Arbeit geht jetzt los. Rio de Janeiro 2016 ist natürlich ein Ziel. Aber vier Jahre sind eine lange Zeit, da kann einiges passieren", erklärte Schrott. In naher Zukunft stehen zwei Meetings auf dem Programm, darunter die Gugl Games in Linz. "Was sich sonst noch ergibt, wird man sehen". Als Olympia-Finalistin stehen ihr die Türen für die Diamond League offen.
APA/red
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