"Heute" bringts auf den Punkt

16. April 2018 09:48; Akt: 16.04.2018 13:26 Print

10 Fragen, 10 Antworten zu Conchitas HIV-Outing

von Clemens Oistric - "Ich bin HIV-positiv", schrieb Conchita Wurst Sonntagnacht völlig überraschend auf Instagram. "Heute" beleuchtet die Hintergründe.

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Conchita Wurst (29) sorgte auf Instagram mit ihrem HIV-Outing für Aufsehen. Conchita "Rise Like a Phoenix": 2014 gewann Conchita Wurst mit großer Pose und Feuer den Song Contest für Österreich 2018 informierte Conchita, dass sie HIV-positiv ist. Sie wollte damit einem Erpressungsversuch aus ihrem persönlichen Umfeld zuvorkommen. Opernball: Very Ladylike war Conchita Wurst in ihrem Kleid von "Tu Felix Austria by Thomas Kirchgrabner". Diese Taille wünscht sich so manch andere Opernball Besucherin! Leserreporter Judit Jozs traf Conchita Wurst am Weg ins Volkstheater, in einem hübschen Dirndl mit Highheels in beige! "Freundlich mit der Kamera flirten ist ganz ihre Sache. Danke für diesen Schnappschuss!" Conchita im Newsroom von "Heute". 2015 moderierte Conchita neben Arabella Kiesbauer, Mirjam Weichselbraun und Alice Tumler den ESC in Wien. Conchita besuchte die "Heute"-Redaktion Veränderter Look: Inzwischen müssen es nicht immer nur Kleider sein Conchita tauscht öfter Kleid gegen Hose. Auf RTL nahm sie in der "It Takes 2"-Jury Platz. 2017 moderierte Conchita den Life Ball von Gery Keszler. Sexy räkelt sich Conchita a la "American Beauty" für ein Musikvideo in der Wanne Am 12. September 2013 sorgte Conchita Wurst eher unfreiwillig für einen der größten Aufreger in der heimischen Musikszene. Kurz nach ihrer Bestellung als Vertreterin beim Songcontest 2014 brach im Internet ein homophober Shitstorm los. Platz 2 bei Starmania: Damals war Conchita noch Tom Neuwirth Gewinnerin Conchita mit den Moderatoren Nicht der hübscheste aller Gesichtsausdrücke, aber verständlich: Conchita gewinnt den Song Contest Rot - Weiß - Rot war die dominante Farbe in Kopenhagen Sie konnte es selbst kaum fassen

Conchita Wurst machte Sonntagnacht in einem bewegenden Instagram-Posting ihre HIV-Erkrankung öffentlich.

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Ein 264 Wörter langes Instagram-Posting, über 25.000 Likes in nur zwölf Stunden, ein internationaler Medien-Tsunami – Conchitas HIV-Outing ist niemandem Wurst. Doch: Wie lange leidet die Sängerin (29, "Rise like a Phoenix") bereits an der heimtückischen Krankheit – etwa schon bei ihrem Song-Contest-Sieg in Kopegenhagen 2014? Wann tritt sie wieder öffentlich auf? "Heute" beantwortet die drängendsten Leser-Fragen.

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Was ist HIV eigentlich – und ist es dasselbe wie AIDS?
HIV ist ein menschliches Immunschwäche-Virus und wird fälschlicherweise häfuig mit AIDS (erworbenes Immunschwächesyndrom) gleichgesetzt. Eine Infektion mit dem HI-Virus ist zwar stets die Ursache von Aids, doch längst nicht jeder HIV-Infizierte leidet an der erworbenen Immunschwäche. Das gilt umso mehr, als es mittlerweile medikamentöse Therapien gibt, die es Betroffenen ermöglichen, ein normales Lebensalter zu erreichen.

Wie erfolgt die Ansteckung mit HIV?
Die Infektion erfolgt ausschließlich über virushaltige Körperflüssigkeiten, wie Blut, Sperma und Vaginalsekret. Weitaus am häufigsten wird das HI-Virus beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner oder einer infizierten Partnerin übertragen. Homosexueller Geschlechtsverkehr zwischen Männern zeichnete in der EU anteilsmäßig für den größten Teil der HIV-Infektionen verantwortlich (rund 42 Prozent der Neudiagnosen), gefolgt von heterosexuellem Geschlechtsverkehr zwischen Männern und Frauen (32 Prozent).

Einen nicht unerheblichen Prozentsatz der Betroffenen machen Drogenabhängige aus, die sich bei der intravenösen Verabreichung von Drogen durch kontaminierte Spritzen angesteckt haben. Darüber hinaus können HIV-positive Mütter das Virus während Schwangerschaft und Geburt auf das Kind übertragen. Auch eine Ansteckung über die Muttermilch ist möglich.

Wie wird der HIV-Virus behandelt?
HIV kann heute mit einer Reihe von Medikamenten wirkungsvoll behandelt werden. Die sogenannte antiretrovirale Therapie (ART) ist eine Kombination aus mehreren Wirkstoffen, die die Vermehrung des Erregers eindämmen. Der Ausbruch von Krankheiten, die aufgrund der Schwächung des Immunsystems durch das Virus entstehen, kann so vermieden bzw. verzögert werden.

Warum machte Conchita ihre Krankheit jetzt öffentlich?
Wurst, in ihren eigenen Worten: "Coming out ist besser, als von Dritten geoutet zu werden. Ich hoffe, Mut zu machen und einen weiteren Schritt zu setzen gegen die Stigmatisierung von Menschen, die sich durch ihr eigenes Verhalten oder aber unverschuldet mit HIV infiziert haben."

Wer setzte Conchita Wurst unter Druck?
Offenbar ein ehemaliger Partner, wie die Künstlerin im Internet mitteilte: "Ein Ex-Freund droht mir, mit dieser privaten Information an die Öffentlichkeit zu gehen und ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen."

In welcher Form ging sie an die Öffentlichkeit – und wer war vorab darüber informiert?
Conchita Wurst wählte Sonntagabend das "Outing 2.0". Die 29-Jährige informierte Fans und die, die es noch werden können, via Instagram. Unter ein Schwarz-Weiß-Foto tippte sie ihre 264 Wörter lange Botschaft (auf Deutsch und Englisch). Freunde und Geschäftspartner informierte sie davor per Mail.

Warum behielt sie ihre Krankheit so lange für sich?
"Ich wollte aus mehreren Gründen bisher nicht damit an die Öffentlichkeit gehen, nur zwei davon will ich hier nennen: Der wichtigste war mir meine Familie, die seit dem ersten Tag Bescheid weiß und mich bedingungslos unterstützt hat. Ihnen hätte ich die Aufmerksamkeit für den HIV-Status ihres Sohnes, Enkels und Bruders gerne erspart. Genauso wissen meine Freunde seit geraumer Zeit Bescheid und gehen in eine Unbefangenheit damit um, die ich jeder und jedem Betroffenen wünschen würde. Zweitens ist es eine Information, die meiner Meinung nach hauptsächlich für diejenigen Menschen von Relevanz ist, mit denen sexueller Kontakt in Frage kommt."

Wie geht es Conchita?
"Es geht mir gesundheitlich gut und ich bin stärker, motivierter und befreiter denn je. Danke für eure Unterstützung!", stellte Wurst in ihrem Instagram-Posting klar. Sie ist wegen ihrer HIV-Erkrankungen seit Längerem in ärztlicher Obhut: "Seit ich die Diagnose erhalten habe, bin ich in medizinischer Behandlung und seit vielen Jahren unterbrechungsfrei unter der Nachweisgrenze, damit also nicht in der Lage, den Virus weiterzugeben."

Wann tritt die Sängerin wieder öffentlich auf?
Derzeit steckt Conchita laut ihrem Agenten "mitten in den Vorbereitungen für die ORF-Moderation des 'Amadeus Austrian Music Award' am 26. April". Die Verleihung des heimischen Musikpreises wird auf ORFeins gezeigt. Zudem arbeitet die 29-Jährige gemeinsam mit den Wiener Symphonikern an ihrer neuen CD "From Vienna with Love", diese soll am 20. Oktober erscheinen. Am selben Tag findet ein Konzert im Wiener Konzerthaus statt, für das noch Tickets verfügbar sind.

Wird sie in Interviews nach ihrem 264-Wörter-Posting weitere Details preisgeben?
Vorerst nicht. Bei Conchita Wursts Management gingen seit Sonntagabend zwar "dutzende Interviewanfragen" aus aller Welt ein, doch auf "Heute"-Anfrage stellt Manager René Berto klar: "Inhaltlich hat der Künstler mit dem Posting alles gesagt. Es wird derzeit kein weiteres Interview geben."

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Mit "Rise Like a Phoenix" gewann Conchita 2014 den Song Contest für Österreich:

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • logistiker am 16.04.2018 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wurst ist ein Mann !

    Warum eigentlich immer "sie" ? Hr. Wurst ist ein Mann !

  • annabell am 16.04.2018 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    aidstherapie

    wie man sich mit Aids infiziert ist hinlänglich bekannt und wie Herr Wurst seinen Lebenswandel auslegt ist seine Privatsache hoffe nur das seine Krankenversicherung auch privat ist

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  • BimBim am 16.04.2018 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hm...

    Ob die Gesellschaft auch so human wäre, wenn es sich nicht um eine Society-Figur handeln würde....denke eher nicht....

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Optimistin am 16.04.2018 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Safer Sex?

    Offenbar heutzutage ein Fremdwort!

  • Ywo am 16.04.2018 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Auf Anzeige nicht verzichten

    Der Ex-Freund gehört auf jeden Fall angezeigt. Erpressung geht gar nicht.

  • Cangal am 16.04.2018 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Rentner

    Dieser Mann hat sein Leben so gestaltet und gelebt ! Nun muss Er durch ,wenn es auch weh tut !

  • Optimistin am 16.04.2018 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Warum wird hier HIV verharmlost?

    Es handelt sich hierbei um eine den Tod herbeiführende Infektion, die durch Medikamente hinausgezögert wird.

  • traurig, aber wahr am 16.04.2018 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Medikamente gegen HIV kosten...

    ...rund 20.000 Euro im Jahr pro Patient (kann variieren) und müssen in aller Regel lebenslänglich genommen werden (die Lebenserwartung von HIV Positiven ist durch die Medikation in etwa wie die der Gesamtbevölkerung). Ein Kondom kostet etwa 1 Euro (wenn überhaupt) und hätte das Schlamassel verhindern können.

    • Michaela am 16.04.2018 15:52 Report Diesen Beitrag melden

      Kondom

      Das Kondom bringt den Kindern, welche sich durch die Geburt bei der Mutter anstecken, oder der Personen, welche sich unverschuldet (Vergewaltigung, Blutkonserven,...) angesteckt haben.

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