Brief an "Le Monde"

10. Januar 2018 13:27; Akt: 10.01.2018 13:53 Print

Deneuve übt harte Kritik an #MeToo-Kampagne

In den Augen der Schauspiel-Legende hat die Kampagne, die im Zuge des Weinstein-Skandals gestartet wurde, nicht nur gute Seiten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die 74-Jährige ist eine von über 100 französischen Frauen aus der Entertainment-Branche, die einen offenen Brief unterschrieben haben, der in der Zeitung "Le Monde" veröffentlicht wurde.

Darin heißt es: "Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Aber beharrliches oder ungeschicktes Flirten ist kein Verbrechen, noch ist Ritterlichkeit eine chauvinistische Aggression. Als Resultat der Weinstein-Affäre gibt es nun ein allgemeines Bewusstsein über die sexuelle Gewalt, die Frauen vor allem am Arbeitsplatz erleben müssen, wo einige Männer ihre Macht missbrauchen. Es war nötig. Aber diese Redefreiheit ist nun nach hinten losgegangen".

Die Frauen behaupten, dass die #MeToo-Bewegung eine Reihe von ungerechtfertigten öffentlichen Anschuldigungen gegen Männer aufgeworfen hatte, die sich nicht einmal gegen die Vorwürfe verteidigen konnten und in eine Reihe mit schlimmen Sexualstraftätern gesetzt worden seien. Dabei sei die "einzige Sache, die sie falsch gemacht" hätten, gewesen, "ein Knie zu berühren, zu versuchen, einen Kuss zu stehlen oder über 'intime' Dinge während des Arbeits-Dinners zu reden oder Nachrichten mit sexueller Botschaft an eine Frau zu senden, die diese Gefühle nicht teilt".

Religiöse Extremisten
Deneuve und die anderen Frauen gehen sogar so weit, zu sagen, dass die #MeToo-Bewegung die sexuelle Freiheit unterdrücke. So sei es wichtig, die "Freiheit zu belästigen zu verteidigen". Eine Frau könne es nämlich mittlerweile genießen, "das Sexualobjekt eines Mannes" zu sein, ohne als "promiskuitiv" zu gelten. Sonst laufe man Gefahr, "religiösen Extremisten" in die Hände zu spielen, die die sexuelle Freiheit beschneiden wollen.


Auf Social Media gab es augenblicklich eine heftige Reaktion auf diesen Brief. Die Schauspielerin Asia Argento, die Harvey Weinstein der Vergewaltigung beschuldigt, twitterte: "Catherine Deneuve und andere französische Frauen erzählen der Welt, wie ihre verinnerlichte Frauenfeindlichkeit sie psychisch an einen Punkt gebracht hat, an dem es kein Zurück mehr gibt".

(baf)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • übrig-gebliebene(r) am 10.01.2018 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    das ist so ungerecht!

    als ich meinen neuen arbeitsplatz begonnen habe, hat es geheißen hier gäbe es sehr viel sexuelle belästigung. also wenn das jetzt nicht endlich mal anfängt, dann kündige ich wieder! meetoo-PLEASE, ich will mich endlich so attraktiv fühlen wie ich aussehe.

  • Sabine am 10.01.2018 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig zu Recht!

    Wenn man/frau daran denkt, WER diese Debatte von wegen "#metoo" ins Leben gerufen hat, da fragt sich jeder, ob das in dieser Form eine besondereArt des Publicity-Gewinns in Amerika und somit auch Geschäftsmodell der dort Ansässigen Schauspielerinnen ist??? PS:Die Debatte brachte eine SIE ins Rollen, welche in der 5. Staffel, 5. Folge von "Der King von Queens" von einem Kleinkind""unsittlich" betatscht wurde und dies lauthals und den Tränen nahe, ihrer besseren Hälfte mitteilte. Ich schämte mich schon damals für Sie als Frau und auch für die, welche ihr diese Dialoge geschrieben hat. #TrashTV

  • Hubert Huber am 10.01.2018 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    95% denken so...

    Viel zu wenig Frauen engagieren sich öffentlich gegen das ganze Metoo-Theater, aber 95% lachen nur darüber, denn sie wollen doch begehrt werden...

Die neusten Leser-Kommentare

  • De-Frauzipierter am 11.01.2018 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Tut es, JETZT!

    Männchen wurden seit Jahrzehnten - und -hunderten (auch in Benimm-Kursen, die keine Frau besuchen würde) in Europa darauf trainiert, IMMER und unter allen Umständen derjenige zu sein, der die Initiative ergreift. Weibchen kann sich entspannt zurücklehnen und sondieren :-)) Es wäre für die Männerseite JETZT der richtige Zeitpunkt, diesen Umstand ins Gegenteil umzukehren. Übt Zurückhaltung, lasst euch Drinks spendieren und umschwärmen. One-Night-Stands-Only!Macht den Frauen auch klar, dass ihr im Falle einer Partnerschaft NICHT kochen, putzen oder ihre Bluse bügeln werdet. WIN-WIN-Situation :-)

  • hans mayerhofer am 10.01.2018 23:37 Report Diesen Beitrag melden

    eine geplante aktion die freiheit

    zu beenden? die deneuve hat völlig recht. und es scheint auch völlig richtig, dass eine beschneidung der sexuellen freiheit nur den neuen extremisten in die hände spielt und die scharia deren antwort sein könnte...

  • Hubert Huber am 10.01.2018 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    95% denken so...

    Viel zu wenig Frauen engagieren sich öffentlich gegen das ganze Metoo-Theater, aber 95% lachen nur darüber, denn sie wollen doch begehrt werden...

  • übrig-gebliebene(r) am 10.01.2018 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    das ist so ungerecht!

    als ich meinen neuen arbeitsplatz begonnen habe, hat es geheißen hier gäbe es sehr viel sexuelle belästigung. also wenn das jetzt nicht endlich mal anfängt, dann kündige ich wieder! meetoo-PLEASE, ich will mich endlich so attraktiv fühlen wie ich aussehe.

  • Sabine am 10.01.2018 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig zu Recht!

    Wenn man/frau daran denkt, WER diese Debatte von wegen "#metoo" ins Leben gerufen hat, da fragt sich jeder, ob das in dieser Form eine besondereArt des Publicity-Gewinns in Amerika und somit auch Geschäftsmodell der dort Ansässigen Schauspielerinnen ist??? PS:Die Debatte brachte eine SIE ins Rollen, welche in der 5. Staffel, 5. Folge von "Der King von Queens" von einem Kleinkind""unsittlich" betatscht wurde und dies lauthals und den Tränen nahe, ihrer besseren Hälfte mitteilte. Ich schämte mich schon damals für Sie als Frau und auch für die, welche ihr diese Dialoge geschrieben hat. #TrashTV