Person of the Year

07. Dezember 2017 12:09; Akt: 07.12.2017 12:19 Print

"Time"-Magazine erntet für #MeToo-Cover Kritik

Das "Time Magazine" löst mit seiner Auswahl der "Person des Jahres" eine Debatte aus.

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Rose McGowan behauptete via Twitter, dass sie von Harvey Weinstein vergewaltigt wurde. Schauspielerin Ashley Judd hat US-Produzent Harvey Weinstein wegen sexueller Belästigung angeklagt. Er soll sie gefragt haben, ob sie ihn "nackt massieren könne". Cara Delevingne behauptet Weinstein habe sie dazu gedrängt eine andere Frau in einem Hotelzimmer zu küssen. Danach wollte er die Schauspielerin auf den Mund küssen. Rebel Wilson erzählte via Twitter, dass ein männlicher Star sie mehrfach aufgefordert habe, ihren Finger in seinen Po zu stecken. Uschi Glas erzählte im "Bunte"-Interview, dass ein Kollege ihr mal beim Dreh die Zunge in den Mund gesteckt habe. George Clooney erzählte, dass auch seine Frau Amal Clooney bei der Arbeit sexuell belästigt wurde. Angelina Jolie sagt, sie wurde angeblich Ende der 90er Jahre von Weinstein in einem Hotelzimmer sexuell bedrängt. Gwyneth Paltrow behauptet Hollywood-Produzent Harvey Weinstein habe sie um eine Massage gebeten. Heather Graham erzählte der "Variety", dass Weinstein ihr unangenehme Avancen gemacht habe. Auch Tom Jones wurde im Laufe seiner Musikkarriere belästigt. Details verriet er aber nicht. Mariah Carey Ex-Bodyguard Michael Anello behauptet, die Popsängerin hätte ihn leicht bekleidet ihn ihrem Hotelzimmer empfangen. Später soll sie ihn immer wieder öffentlich gedemütigt haben. Evan Rachel Wood erzählte in einem Interview, dass sie zwei Mal vergewaltigt wurde. Lady Gaga erzählte, dass sie als Teenager von einem Musikproduzenten vergewaltigt wurde. Jennifer Lawrence erzählte, dass sie bei einem Filmcasting von einem Produzentin gedemütigt wurde. Natalie Portman berichtete von einem unangenehmen Erlebnis mit einem Produzenten. Er soll im Flieger mit einem gemachten Bett auf sie gewartet haben, Portia de Rossi schrieb via Twitter, dass sie bei einem Casting geflüchtet sei, weil der US-Schauspieler Steven Seagal die Hose ausgezogen habe. Jane Seymour erzählte bei einem Charity-Event in Australien, dass ein Produzent seine Hand auf ihren Oberschenkel legte. Ein weiblicher Fan soll "One Direction"-Star Harry Styles in den Schritt gefasst haben. Selma Blair wurde angeblich von Drehbuchautor und Produzent James Toback belästigt. Er soll vor ihr masturbiert haben. Ein Agent soll Terry Crews im Beisein seiner Ehefrau im Schritt gepackt haben. James Van Der Beek schrieb auf Twitter, dass er vor Jahren von älteren, mächtigen Männern begrabscht wurde. Harvey Weinstein soll Ambra Battilana Gutierrez begrabscht haben. Damit sie darüber mit niemanden redet, soll er ihr eine Million Dollar Schweigegeld gezahlt haben. Erotikmodel Micaela Schaefer behauptet, dass sie von US-Schauspieler Steven Seagal belästigt wurde. It-Girl Paris Hilton wurde angeblich von Harvey Weinstein auf der Toilette angebaggert. US-Produzent James Toback soll zu Rachel McAdams gesagt haben, dass er ihr Schamhaar sehen will. "Bachelorette" und Musicaldarstellerin Anna Christiana Hofbauer wurde mit 20 Jahren von einem Produzenten belästigt. Reese Witherspoon wurde als 16-Jährige von einem US-Regisseur sexuell belästigt. Björk berichtete auf ihrer Facebook-Seite, dass sie von dem dänischen Regisseur LArs von Trier sexuell belästigt wurde. Taylor Swift soll im Backstagebereich von einem Radiommoderator begrabscht worden sein.

Zum Thema
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Der Weinstein-Skandal hat in Hollywood, wenn nicht sogar weltweit, einen Stein ins Rollen gebracht. Nicht nur die Opfer des Filmproduzenten reden über ihr Trauma, auch andere Menschen sprechen über ihre Erfahrungen und in den Medien scheint endlich Licht auf ein Thema geworfen worden zu sein, das lange lieber unter Verschluss gehalten wurde.

Es ist deshalb naheliegend, dass das "Time Magazine" die Begründerinnen der #metoo-Kampagne, die Erfahrungen mit sexueller Gewalt öffentlich macht, zur "Person des Jahres"' gekürt hat. Auf dem Cover der Zeitschrift sind Frauen abgebildet, die ihr Schweigen gebrochen haben, darunter auch beispielsweise Schauspielerin Ashley Judd.

Warum ist Rose McGowan nicht auf dem Cover?
Zwei Dinge stießen einigen allerdings sauer auf: Statt Rose McGowan, die als eine der ersten Harvey Weinstein öffentlich der Vergewaltigung beschuldigte, ist Sängerin Taylor Swift auf der Titelseite zu sehen. Swift war gegen einen Radiomoderator vorgegangen, der sie begrapscht hatte.

An der #metoo-Kampagne war sie allerdings nur indirekt und längst nicht so maßgeblich wie McGowan beteiligt. "Wo ist Rose McGowan als eine der 'Silence Breakers', ihr Idioten beim 'Time Magazine'?", schreibt beispielsweise eine Twitter-Nutzerin.

Eine andere kommentiert: "Ich finde es gut, dass 'Time' die "Silence Breakers" als ihre 'Person des Jahres' ausgewählt hat, aber ihr habt Rose McGowan vergessen."

Swift dagegen wird von nicht wenigen unterstellt, sich aus Promotion-Gründen zum "Silence Breaker" gemacht zu haben. Ein Nutzer schreibt: "Nachdem sie in der Sache erst nichts gemacht hat, taucht Taylor Swift auf und stellt sich vorne an. Anscheinend gehört sich das so, wenn man ein neues Album herausbringt."

#metoo: Diesen Stars wird sexuelle Belästigung vorgeworfen

(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Richard Lego Österreicher am 07.12.2017 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Diese carla

    Delevinge hat in ihrem Leben mehr Zeit nackt als angezogen verbracht...und genau die will jemanden wegen sexueller Belästigung verklagen ? Versteh ich nicht...sollte es nicht so sein, daß wir alle sie wegen ihrer permantenten Nacktheit und ihrer lahmen "Lesbensexgeschichten" dran kriegen könnten ? Und zu Ashley Judd...Karriere seit 2003 beendet...

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  • Joanna am 08.12.2017 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flirten wird gefährlich

    Ich verstehe diese Aufregung einfach nicht: Frage nach einer Massage, Hand auf Oberschenkel, versuchte mich zu küssen, unangenehme Avancen, ich glaube keine Frau dieser Welt kann behaupten, sie wäre noch nie von einem Mann, den sie nicht wollte, angebaggert worden. Aber ist das gleich sexuelle Belästigung? Wenn es so weiter geht, darf ein Mann beim Flirten der Frau bald nicht einmal mehr in die Augen sehen, da dies schon als Belästigung angesehen wird. Ich bin eine Frau und ich finde sexuelle Belästigung ist es dann, wenn der Mann Macht und Gewalt ausübt um Sex zu bekommen oder eine Frau zu erniedrigen. Alles andere ist mangelnde Erziehung und mangelnder Respekt gegenüber Frauen und wenn man eine emanzipierte Frau ist, kann man sich dagegen sehr wohl wehren. Sei es mit direkten Worten der strikten Ablehnung oder mit einer guten alten Ohrfeige. Jedoch sehe ich es nicht ein, dass die Damen/Herren alle geschwiegen haben und erst Jahre später anfangen zu jammern, weil es grad "in" ist. Das ist meines Erachtens nicht wirklich im Sinn der Sache, sondern macht alle Frauen/Männer zu armen, armen Opfern. Frauen, und natürlich auch Männer, sollten stark und sich ihres eigenen Wertes bewusst und mutig genug sein um respektvollen Umgang miteinander einzufordern. Leider ist gegenseitiger Respekt in der heutigen Zeit Mangelware.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Joanna am 08.12.2017 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flirten wird gefährlich

    Ich verstehe diese Aufregung einfach nicht: Frage nach einer Massage, Hand auf Oberschenkel, versuchte mich zu küssen, unangenehme Avancen, ich glaube keine Frau dieser Welt kann behaupten, sie wäre noch nie von einem Mann, den sie nicht wollte, angebaggert worden. Aber ist das gleich sexuelle Belästigung? Wenn es so weiter geht, darf ein Mann beim Flirten der Frau bald nicht einmal mehr in die Augen sehen, da dies schon als Belästigung angesehen wird. Ich bin eine Frau und ich finde sexuelle Belästigung ist es dann, wenn der Mann Macht und Gewalt ausübt um Sex zu bekommen oder eine Frau zu erniedrigen. Alles andere ist mangelnde Erziehung und mangelnder Respekt gegenüber Frauen und wenn man eine emanzipierte Frau ist, kann man sich dagegen sehr wohl wehren. Sei es mit direkten Worten der strikten Ablehnung oder mit einer guten alten Ohrfeige. Jedoch sehe ich es nicht ein, dass die Damen/Herren alle geschwiegen haben und erst Jahre später anfangen zu jammern, weil es grad "in" ist. Das ist meines Erachtens nicht wirklich im Sinn der Sache, sondern macht alle Frauen/Männer zu armen, armen Opfern. Frauen, und natürlich auch Männer, sollten stark und sich ihres eigenen Wertes bewusst und mutig genug sein um respektvollen Umgang miteinander einzufordern. Leider ist gegenseitiger Respekt in der heutigen Zeit Mangelware.

    • gü07 am 08.12.2017 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Joanna

      sehr gut und richtig geschrieben!!! es ist eine schande der heutigen zeit sowas zur person des jahres zu wählen unglaublicher fauxpas

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  • Richard Lego Österreicher am 07.12.2017 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Diese carla

    Delevinge hat in ihrem Leben mehr Zeit nackt als angezogen verbracht...und genau die will jemanden wegen sexueller Belästigung verklagen ? Versteh ich nicht...sollte es nicht so sein, daß wir alle sie wegen ihrer permantenten Nacktheit und ihrer lahmen "Lesbensexgeschichten" dran kriegen könnten ? Und zu Ashley Judd...Karriere seit 2003 beendet...

    • Kelvin Klein am 07.12.2017 15:05 Report Diesen Beitrag melden

      @ Richard

      Richtig !! Bis jetzt hat sich noch keine einzige seriöse Dame gefunden die zu Thema etwas berichten hätte können...

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