Chancenlos

04. März 2018 17:08; Akt: 04.03.2018 19:02 Print

Grün stürzt ins politische Niemandsland ab

Dass es für alle Parteien neben Rot, Blau und Türkis in Kärnten schwer wird, war vor der Wahl klar. Die Grünen liefern allerdings eine historische Niederlage ab.

Grünen-Chef und Spitzenkandidat Rolf Holub mit seiner Frau Elvira. (Bild: picturedesk.com)

Grünen-Chef und Spitzenkandidat Rolf Holub mit seiner Frau Elvira. (Bild: picturedesk.com)

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Umfragen sagten den Grünen voraus, dass es eine lange Zitterpartie werden würde. Ob die Partei die 5-Prozent-Hürde schafft, hätte sich wohl erst am Montag nach Auszählung der Wahlkarten zeigen sollen. Doch die Partei, die 2013 noch 12,1 Prozent der Stimmen erhielt, hält nun bei 3,1 Prozent (-9,0 Prozent). Das beinhaltet allerdings bereits eine Wahlkartenprognose. Was heißt: ein Einzug in den Landtag ist ausgeschlossen.

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"Wird noch grün werden"

"Es wird noch sonnig werden, und es wird noch grün werden", hatte Grünen-Chef Rolf Holub noch am Sonntag bei der Stimmabgabe gehofft. Doch die Zeichen standen da schon schlecht. Nach der Abspaltung der ehemaligen Chefin Marion Mitsche, die mit der Liste Fair antrat, waren bereits einige Stimmen verloren. Mitsche konnte nur 0,3 Prozent der Stimmen holen. Weitere dürften mit dem Jobantritt der langjährigen Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig beim Glücksspielkonzern Novomatic "flöten gegangen" sein.

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Keine Chance auf Einzug

2013 hatten es die Grünen geschafft, in den Wahlkreisen Klagenfurt und Villach über ein Grundmandat in den Landtag einzuziehen. Auch dies blieb der Partei 2018 verwehrt. Jetzt heißt es noch warten auf die Auszählung der rund 25.000 Wahlkarten am Montag. Die Grünen haben zwar in keinem Fall mehr eine Chance auf den Einzug in den Kärntner Landtag, vielleicht sorgt die Auszählung aber noch für eine kleine kosmetische Korrektur.

Personelle Konsequenzen

Während die Grünen erst am Montag das Wahlergebnis analysieren wollen, lässt Holub in einer ersten Stellungnahme wissen, dass sich der Negativtrend aus dem Bund fortgesetzt habe, die "Grünen haben viele Gegenwind erfahren". Schuld seien daran viele Faktoren, für Holub sei aber klar: "Ich gehöre nicht mehr der Regierung an." Damit kündigt der Grünen-Chef wohl seinen politischen Rücktritt an.



Reaktion von Grünen-Spitzenkandidat Holub. (Quelle: APA-Videoplattform)

"Da sollte man sich entschuldigen"

Der Grüne Bundessprecher Werner Kogler sieht die Ergebnisse "sehr bitter": "Wenn man ein zerstrittenes Bild abgibt, dann geht das nicht gut". Es seien schwere Fehler passiert, "da sollte man sich eigentlich entschuldigen", so Kogler. Es sei nun an der Zeit, einen Neustart zu planen und sich auf die Landtagswahl in Salzburg im April 2018 zu konzentrieren. Dort stünden die Chancen der Grünen bei einem zweistelligen Ergebnis.

Wirbel um Steinhauser-Tweet

Albert Steinhauser, Ex-Grünen-Klubobmann im Parlament, sorgte schließlich auf Twitter für Aufregung. Er schoss scharf gegen Mitsche, die die Partei gespalten hatte: "Ein völlig unbekannte & untalentierte Grüne Landespolitikerin hat es geschafft mit ihrer egozentrischen Beleidigheit im Sommer den Bundeswahlkampf zusätzlich negativ zu beeinflussen und einen wesentlichen Beitrag zum Ende der Kärnter Grünen zu leisten. Ob sie jetzt zufrieden ist?" Nachdem dies andere User als "unwürdig" bezeichneten, ließ Steinhauser wissen: "Er ist in der Wortwahl sicher zu emotional, aber dieser Streit um ihre Nichtwahl hat monatelang das Bild der Kärntner Grünen geprägt und damit - nicht nur - aber wesentlich zum Aus geführt."

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(rfi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thor am 04.03.2018 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Veltliner

    Applaus, Applaus. Fliegen aus der Regierung und klatschen sich im Fernsehen auch noch zu. Da sieht man wie diese weltfremde Partei tickt. Leider waren sie 2015 noch da, sonst wäre uns vieles erspart geblieben. Ich hoffe auf "Nimmerwiedersehen"

  • Fridolin am 04.03.2018 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wille des Volkes

    Kärnten is a Waunsinn, die Grünen sind draußen, Frau Vasikuh es wird Zeit den Rücktritt vom Rücktritt zu revidieren und die politische Bühne zu verlassen, man könnte doch einen gut bezahlten Job annehmen, z.b. im Tunnelbau..... und vergessen sie den unsympathischen Kogler nicht ! Die Kärntner sind offenbar sehr zufrieden mit Herrn Kaiser, der Wille des Volkes ist zu akzeptieren.

  • franz am 04.03.2018 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    geschast

    und weiter so wer Österreich Kaputtmachen will muss mit Konsequenzen rechnen In Wien wird es auch so werden wie dort die Grünen mit den Österreichern und deren Steuergelder umgehen Vdp darf man auch nicht vergessen der ist auch für die Grünen ein super Wahlhelfer

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Luzifer van der Hölle Wiens am 05.03.2018 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    ein Tag der Freude :-)

    denn nun sind die auch im Bundesrat Geschichte ! Ich fürchte aber, daß die jetzt als Rache in Wien so richtig Gas geben werden, falls Ludwig die nicht rechtzeitig stoppen wird ! Zu befürchten ist bis 2020 aber auch, daß die mit den roten gemeinsam noch schnell das lange schon geforderte Ausländerwahlrecht in Wien einführen, um so wenigstens in der Hauptstadt nicht auch noch aus dem Rasthaus zu fliegen. Es wird spannend !

  • Nil am 04.03.2018 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was meint der Raucher

    Was ist mit den Obergrünen Bello hats ihm die Sprache verschlagen, oder Heck er aus wie er Andere Parteien die er nicht mag wieder rechtzuweisen

  • Robert am 04.03.2018 22:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wien färbt ab.

    Es wurde Zeit dass sich die Grünen selbst kompostieren. Von einer Umweltpartei konnte ja ohnehin keine Rede mehr sein. Auch Ihre Spitzen zeigen was sie von uns halten. Ob Stinkefinger beim Parlamentsauszug oder gut dotierte Posten in der Glücksspielindustrie. Sie zeigen dass Sie von jeher nur uns bestes (Geld) wollten und sich möglichst viel Macht selbst zuzuteilen. Bin gespannt wer jetzt für Ihre Schulden aufkommt - ach ja es gibt hierfür ja den Steuerzahler - TSCHÜSS Ihr werdet mir nicht fehlen.

    • t & f am 05.03.2018 04:48 Report Diesen Beitrag melden

      na dann warten sie doch ab wenn

      die fpö anfängt sich an den werktätigen zu vergehen, dauert noch ein paar monate, dann werden sie die fpö kompostieren wollen, das garantier ich ihnen.

    • Bertl Kral am 05.03.2018 11:29 Report Diesen Beitrag melden

      Wien ist das wichtigste Bundesland,

      aus dem die gremlinge spätestens 2020 rausfliegen MÜSSEN, da die sich dank Häupl, überall (Wr. Wohnen, Wr. Linien...) einnisten konnten, damit all deren irre Entscheidungen zurück genommen und Blockaden entfernt werden können ! Bei uns wurden hunderte meter Baumwurzelnetze verlegt, obwohl KEIN Baum in der Nähe stand um neue Erdkabel verlegen zu können ! Die wohl "billige" Baufirma verschloss die Künetten mit TEER, welches sich absenkt (nicht verdichteter U-Grund) welches wir in die Stiegenhäuser und Wohnungen unfreiwillig tragen ..... !!! Grüne () halt- am Münichplaz 1-3 !

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  • WR17337 am 04.03.2018 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blöde Ausrede!!!

    Nicht bös sein meine lieben Grünen, wenn euer weiteres politisches Überleben angeblich davon abhängt, welchen neuen Job eine ehemalige Mitstreiterin von euch annimmt, dann ist die todbringende Infektion schon vor langer Zeit passiert ... oder?

  • wolf198 am 04.03.2018 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen und das eigene Ego!

    Die Grünen haben ein Problem! Zu viele Frauen wollen mitreden! Da ist Jede besser. Will mehr sein usw. Dieses Problem existiert leider in vielen Firmen auch! Will Frauen nicht auch Ihre beruflichen Fähigkeiten absprechen. Die sind auf jedem Fall vorhanden! Nur Frauen haben leider kaum den Teamgeist wie Männer, da kommt nur all zu oft das eigene Ego durch! Leider! Diese Einstellung zerstört sehr viel!

    • Gina Jones am 04.03.2018 21:18 Report Diesen Beitrag melden

      Frau

      Das kann ich zu 100 Prozent bestätigen - obwohl ich eine Frau bin.

    • Karl Meister am 05.03.2018 00:34 Report Diesen Beitrag melden

      Stutenbissigkeit

      Es gibt weltweit mehr Frauen als Männer; normalerweise müsste daher die Frauenwelt überall am Ruder sein. Tun sie nicht, weil sie nicht so teamfähig sind wie Männer. Grund: Zickenkrieg und Stutenbissigkeit.

    • t & f am 05.03.2018 05:17 Report Diesen Beitrag melden

      das problem mit den grünen

      sind nicht die frauen, sondern die intention hinter der grünen partei. die grünen sind eine bürgerliche, öko-pseudoopposition. eine solche installiert man sich (als partei) selbst um die wähler zu täuschen. die pseudoopposition tut nichts anderes als die mutterpartei (bei den ö. grünen waren es die schwarzen) in der politischen arbeit zu unterstützen, die pseudoopposition lässt die wähler glauben sie würden eine mitbestimmung haben, weit daneben. die schwarzen betreiben noch eine weitere pseudoopposition die rein schwarze politik macht, es handelt sich dabei um die fpö. ein uralter trick.

    • mike am 06.03.2018 09:16 Report Diesen Beitrag melden

      Da ..

      .. kann ich Ihnen nur voll zustimmen. Männer lernen schon im Kindesalter das es Rangfolgen gibt - beim 'Kampf' , den kleinen Raufereien, usw. Wieso ist immer die Rede von Alpha-Männchen und nie von Alpha-Weibchen ? Weil Weibchen eben keine Rangfolge kennen. Akzeptanz des eigenen ichs ? Fehlanzeige ! Jede einzelne ist 'die Beste' ... und das geht in einer Gruppe welche etwas erreichen will nie gut !

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