Rechnungshof kritisiert

11. Mai 2018 12:19; Akt: 11.05.2018 13:47 Print

ÖBB-Mitarbeiter gehen 4 Jahre früher in Pension

Die Ausgaben für die ÖBB-Pensionen steigen auf 2 Milliarden Euro, Empfehlungen des Rechnungshofes wurden ignoriert.

Die Kosten steigen. (Bild: ÖBB)

Die Kosten steigen. (Bild: ÖBB)

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Der Rechnungshof hat die ÖBB einer Nachprüfung unterzogen und übt nun heftige Kritik: Die Reformmaßnahmen seien weiter offen und das Pensionsantrittsalter bleibe deutlich unter dem Bevölkerungsschnitt, teilte die Prüfbehörde am Freitag in einer Aussendung mit.

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Vor allem die Ausgaben für Pensionen würden weiter ansteigen, kritisierte der Rechnungshof. "Die Empfehlungen zur Pensionsanpassung wurden zum Großteil nicht umgesetzt. Dadurch reduzierten sich mögliche Einsparungen von rund 1,07 Milliarden Euro auf rund 560 Millionen Euro für den Zeitraum 2018 bis 2050", so die Prüfer.

Weniger Pensionisten, aber Pensionen steigen

Die Pensionen steigen, obwohl die Zahl der ÖBB-Pensionisten gesunken ist. Die Ausgaben wuchsen von 2008 bis 2016 von 1,934 Milliarden auf 2,042 Milliarden Euro an. Fazit des Rechnungshofes: "Der Bund hatte dementsprechend mehr Kosten zu tragen: Betrugen diese 2008 noch rund 1,52 Milliarden, so waren es 2016 bereits rund 1,66 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 9,2 Prozent."

Früher in Pension

Auch die seit vielen Jahren anvisierte Angleichung des Pensionsalters der ÖBBler an den Österreich-Schnitt blieb hinter den Erwartungen. "Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter der ÖBB-Pensionisten liegt weiter deutlich unter dem Regelpensionsantrittsalter - 2016 waren es rund vier Jahre", rechnen die Prüfer vor.

41.954 ÖBB-Bedienstete

Der Gesamtstand der ÖBB–Bediensteten sank in den Jahren 2008 bis 2016 von 46.056 auf 41.954. Der Personalaufwand stieg aber von 2,284 Milliarden Euro auf 2,478 Milliarden Euro.

ÖBB wehren sich

Die ÖBB erklärten in einer ersten Reaktion, dass man bei den altersbedingten Pensionen seit 2013 einen Anstieg beim Antrittsalter um ein Jahr erreicht habe. ÖBB-Bedienstete würden mit 60,2 Jahren in Pension gehen, das ASVG-Pensionsanstrittsalter betrage 61,2 Jahre.

Rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien zudem wieder reaktiviert worden. "Festhalten möchten die ÖBB, dass es sich bei den vom RH kritisierten Umständen um das Bundesbeamten-Dienstrecht handelt, das bereits seit mehr als 25 Jahren nicht mehr zur Anwendung kommt."

Im übrigen würden "die ÖBB seit vielen Jahren konstruktiv mit dem RH zusammenarbeiten".

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(GP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hr. Sowiso am 11.05.2018 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    ...auch daran gedacht?

    Um realistisch zu bleiben, muss man auch daran Denken, manche Mitarbeiter der ÖBB leisten Nachtschichten und Sonntagsarbeit bei jeder Witterung. Wer möchte da tauschen? Das sage ich, welcher nix mit mit der ÖBB zu tun hat, aber auch Schichtdienst leistet. Die fetten Jahre sind auch bei der Bahn vorbei ....

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  • Beamter am 11.05.2018 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Aufklärung

    Dann sollte man aber auch fairerweise die Öffentlichkeit informieren, dass die Öbbler einen eklatant höheren Pensionsbeitrag zahlen, dass sie keine Abfertigung bekommen, und dass Beamte, die pragmatisiert sind, einen Arbeitslosenbeitrag leisten und sollten sie doch arbeitslos werden, KEIN Arbeitslosengeld beziehen, dann ist es doch nur gerecht, wenn sie früher gehen. Es hätte jeder zur ÖBB gehen können.

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  • Helfensdorfer am 11.05.2018 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen bis zu 7 Jahre früher in Pension

    mit 55 sind kinderlose ASVG versicherte Frauen die Geburtsjahrgänge 56, 57, 58 während die Männer gleichen Geburtsjahrganges jetzt erst mit 62 gehen dürfen aber 40 Versicherungsjahre brauchen, während die Frauen nur 35 notwendig hatten. Wieso braucht man Jahrzehnte um so einen Saustall der Ungleichbehandlung zu korrigieren. Da war auch die SPÖ wieder der Bremser.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Seitenblick am 16.05.2018 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    ASVG für ALLE

    Lustig ist das nicht. Es wird immer vom Bund, von den Ländern gesprochen. Das sind arbeitende Menschen die das finanzieren. Wenn es nach mir geht gibt es nur mehr Pensionen nach dem ASVG. Vor allem für die Höchstverdiener wäre das ein Gleichmacher, denn diese Kosten in der Pension eine Lawine. Das ist zwar teilweise himmelschreiend ungerecht, aber es ist wenigstens für alle ungerecht denn wie komme ich dazu dass ich die Pension für den Bund oder ein Land zahle.

  • Peter am 15.05.2018 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Denkt mal nach darüber.......

    Bitte mal nachdenken 2 x Arbeitszeit verlängert(gesamt neun Jahre, trotz Verträge), keine Abfertigung, weniger in der Jugend verdient, höhere Beiträge, um 25-30 % weniger Pension ............die Privilegien der Eisenbahner....DANKE

  • Matthias am 14.05.2018 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Hetzte gegen die öbb

    Jeder der immer so gegen die öbb hetzt sollte mal eine oder zwei Wochen im Oberbau verbringen egal welche Witterung. Vielleicht mal paar Schwellen tauschen. Selbst die jungen Leute stöhnen heutzutage schon bei einer Schwelle. Wir wechselten diese früher vollkommen händische und ohne technische Hilfsmittel wie heute. Heutzutage rate ich jedem ab zur öbb zu gehen. Aber Österreich wird sich noch ansehen in ein paar Jahren werden alle jammern das die öbb keine Leute mehr hat. Es fehlen allein schon über 600 tfzf. All die neu ausgebildeten gleismeister haben zb. Null Erfahrung in der Praxis

  • Alf am 12.05.2018 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Und was sagt Hr .Kern dazu? Versteh ist ja auf seinem Mist gewachsn.

  • Manuel Rodrigues am 11.05.2018 23:12 Report Diesen Beitrag melden

    Einheitliches System für alle

    Einheitliches System für alle. Und wenn möglich nach dem Schweizer Model, was die Höchstbezüge angeht, "sie haben einen Rechtsanspruch drauf", oh Gott, dass ich nicht lache. Und das Gleiche gilt für die sehr notwendige Zusammenlegung der Krankenkassen.

    • Josef am 12.05.2018 09:59 Report Diesen Beitrag melden

      Meinung

      Ich hoffe, Sie meinen mit gleiches System für alle nicht, dass jene, die nie etwas eingezahlt haben, trotzdem die gleiche Pension bekommen sollen. Das wäre nicht gerecht.

    • Emir am 12.05.2018 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte nachdenken.

      Einheitliches system, ja von mir aus. Wenn gut durchdacht und fair!!! ABER WARUM SOLL die Vereinheitlichung nicht nach OBEN geschraubt werden, anstatt alle nach unten zu verdammen!!! Kapiert ihr das nicht, dass wir uns gegenseitig in die pappn hauen sollen mit solchen Nebensachen , und die Politiker sich einen ablachen?!?! Besser kann ich es nicht erklären.

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