Experten über neue Liste

25. Juli 2017 19:00; Akt: 25.07.2017 19:00 Print

"Größte Gefahr droht Pilz von seinen Mitstreitern"

von Robert Zwickelsdorfer - "Heute" fragte Polit-Experten, wie sie die Chancen der Liste Pilz beurteilen. Sie sehen im Antreten eine klare "Kampfansage an die Grünen".

Polit-Experten geben der Liste Pilz Chancen für den Einzug ins Parlament. (Bild: Helmut Graf, Sabine Hertel)

Polit-Experten geben der Liste Pilz Chancen für den Einzug ins Parlament. (Bild: Helmut Graf, Sabine Hertel)

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Eines vorweg: Die Liste Pilz hat Chancen auf den Einzug ins Parlament. Darin sind sich Polit-Experte Thomas Hofer und Meinungsforscher Peter Hajek einig. "Mit Stand heute hat Peter Pilz eine gute Ausgangsposition, die Chancen stehen gut für ihn", so Hajek. "G'mahte Wiesn ist das aber noch nicht", schränkt Hofer ein.

Die Kandidatur sieht Hajek als "klare Kampfansage an die frühere Partei – auch thematisch". So seien etwa Konsumenten- und Tierschutz oder das Thema Frauen klassische Grün-Themen. Pilz verbinde diese durch die Auswahl der Kandidaten gleich mit Persönlichkeiten und Gesichtern: "Mit zweifacher Signalwirkung. Erstens: Es gibt nicht nur mich, wir sind tatsächlich eine Bewegung. Und zweitens: Wir haben thematische Profis, können damit inhaltliche Breite anbieten."

Durch die laufende Präsentation weiterer Kandidaten werde er immer mediale Aufmerksamkeit auf seiner Gruppe haben: "Da merkt man den taktisch-strategischen Polit- und Kommunikationsprofi", so Hajek.

"Deutlich linke Positionen"

Fix sei, dass Pilz' Antreten den Grünen schaden werde – die Frage sei nur, in welchem Ausmaß. "Pilz wird bei den Grünen, aber auch der SPÖ knabbern", analysiert Hofer. "Auch wenn er sich nicht Linkspartei nennt – die Liste vertritt deutlich linke Positionen." Das sei aus taktischer Sicht richtig: "Strache und Kurz rechts zu überholen, schafft auch ein Peter Pilz nicht." Von Rot und Grün werde im Wahlkampf sicher der Vorwurf kommen, dass Pilz mit seinem Antreten indirekt Schwarz-Blau befördere.

Pilz werde aber auch versuchen, an Nichtwähler zu kommen. Hilfreich dabei: "persönliche Strahlkraft", so Hofer. Und durch seinen Ruf als Aufdecker und Kämpfer gegen Korruption könnte er auch Protestwähler ansprechen. Mit Maria Stern eine Sprecherin des Frauenvolksbegehrens an Bord zu holen, sei zudem eine "Teflonisierung gegen den Vorwurf, ein Macho zu sein, dem Frauenpolitik nicht wichtig ist".

"Der eine oder andere Glücksritter"

In einem Wahlkampf würden aber immer auch Fehler passieren, warnt Peter Hajek. "Die größte Gefahr droht Pilz von seinen Mitstreitern. Es besteht die Möglichkeit, dass der eine oder andere Glücksritter dabei ist oder sich am Polit-Parkett doch nicht wohl fühlt." Die nächste Frage sei: Bleibt die Gruppe geschlossen oder kommt es zu Streitereien? "Das zeigt sich immer erst im Wahlkampf an sich, wenn der voll in Fahrt kommt."

In der Endphase des Wahlkampfs werde es eine Zuspitzung auf die Frage geben, wer dieses Land führen soll, prognostiziert Hofer – und damit ein Duell Kern gegen Kurz oder vielleicht sogar einen Dreikampf mit Strache. Nachteil für Pilz sei, dass er im ORF nicht an den Kandidaten-Duellen teilnehmen könne.

"Kannibalisierung der Kleinparteien"

Überhaupt bestehe die Gefahr der "Kannibalisierung im Bereich der kleinen Parteien", warnt Hofer. Müssen die Grünen durch die Pilz-Kandidatur sogar um den Einzug ins Parlament zittern? "Das halte ich für eher unwahrscheinlich. Die Hürde für den Einzug ist in Österreich mit vier Prozent niedriger als in anderen Ländern."

Die Kandidaten der Liste Pilz würden keine besondere Strahlkraft benötigen. "Bekanntheit und Strahlkraft bringt Pilz selbst ein. Von den Kandidaten braucht er Engagement und ein gewisses Maß an politischer Erfahrung. Und sie müssen thematisch firm sein", sagt Hajek. Ist Pilz' großes Ego für mögliche weitere Kandidaten abschreckend? "Eines stimmt: In Richtung Abwerbung von SPÖ-Kapazundern ist Pilz noch kein Coup gelungen. Das wird er aber sicher noch probieren", glaubt Hofer.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans am 25.07.2017 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Herbeischreiben der Favoriten

    Warum möchte der "Politexperte" eigentlich ein Duell Kern gegen Kurz herbeischreiben? Ich meine, dass es dieses nicht geben wird. Weil die SPÖ für diesen Zweikampf ausscheidet. Kern versucht, seine alte Partei mit den alten Rezepten zu verkaufen. Er wäre vielleicht lieber auch als Reformer aufgetreten, so wie Kurz. Allein das scheitert an den Betonköpfen in der eigenen Partei. Und bis Oktober kann auch an Ereignissen noch viel passieren und die laufen im Moment ganz und gar nicht für Links.

  • Grüne Verweigerer am 25.07.2017 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Geil

    Pilz wird die Grüne richtig viel Stimmen kosten. Einer der wenigen, die politisch schon auf 2 Beinen gehen können und deswegen die Grüne wieder verlassen haben. Hirn und Intelligenz waren auch in der Evolution des Affen zum Menschen ganz entscheidend. Deswegen haben die Menschen die Affen final hinter sich gelassen.

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  • AuchneMeinung am 25.07.2017 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    die Wahl wird heuer sowieso

    der "(B)renner"!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Grüne Verweigerer am 25.07.2017 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Geil

    Pilz wird die Grüne richtig viel Stimmen kosten. Einer der wenigen, die politisch schon auf 2 Beinen gehen können und deswegen die Grüne wieder verlassen haben. Hirn und Intelligenz waren auch in der Evolution des Affen zum Menschen ganz entscheidend. Deswegen haben die Menschen die Affen final hinter sich gelassen.

    • herst horst am 26.07.2017 04:59 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt nicht

      wir haben sämtliche affengene noch in uns. wir haben den affen assimiliert, jetzt sind wir die überaffen zumindest einige von uns.

    • Österreicher am 26.07.2017 06:00 Report Diesen Beitrag melden

      Wahlberechtigt

      Zum existieren gehört aber mehr als NUR Hirn dazu. Emotionen sind ein ganz wichtiger Bestandteil für das hier und jetzt gerade in Zeiten wie Diesen.

    • Ist Er am 26.07.2017 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @herst horst

      ja, das erklärt einiges!

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  • gironnimo am 25.07.2017 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liste Pilz

    Da haben sich die richtigen Genossen gefunden. Armes Österreich

    • Österreicher am 26.07.2017 05:54 Report Diesen Beitrag melden

      Wahlberechtigt

      Ärmer wäre es wenn die Schnittlauchabteilung Lunacek, Korun, und wie Sie alle heissen ins Parlament einzögen. Dann hieße es armes Ö der Schwammerl ist egal. Bleib ma alle mitterechts und biegen nicht ab dann wird's schon Laffen ?

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  • Ex Roter am 25.07.2017 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ex Rot schon lange

    meine Stimme hat er

    • Österreicher am 26.07.2017 05:55 Report Diesen Beitrag melden

      Wahlberechtigt

      Na dann good lack ? ?

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  • AuchneMeinung am 25.07.2017 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    die Wahl wird heuer sowieso

    der "(B)renner"!

    • Österreicher am 26.07.2017 05:57 Report Diesen Beitrag melden

      Wahlberechtigt

      Eher spannend und lustig denn es wird nur Sieger geben wie immer !?!? Im Endefekt wird's drauf ankommen wer hat die 50% überschritten. Eine Afro Regierung wünsche ich mir absolut nicht.

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  • Hans am 25.07.2017 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Herbeischreiben der Favoriten

    Warum möchte der "Politexperte" eigentlich ein Duell Kern gegen Kurz herbeischreiben? Ich meine, dass es dieses nicht geben wird. Weil die SPÖ für diesen Zweikampf ausscheidet. Kern versucht, seine alte Partei mit den alten Rezepten zu verkaufen. Er wäre vielleicht lieber auch als Reformer aufgetreten, so wie Kurz. Allein das scheitert an den Betonköpfen in der eigenen Partei. Und bis Oktober kann auch an Ereignissen noch viel passieren und die laufen im Moment ganz und gar nicht für Links.