Faymann im Sommergespräch

10. September 2012 21:34; Akt: 14.06.2016 09:41 Print

"Habe beim Studium vieles nicht fertig gemacht"

Als letzter Vertreter der österreichischen Parlamentsparteien stellte sich Bundeskanzler Werner Faymann den Fragen von Armin Wolf im Sommergespräch. Hauptthemen waren die Wehrpflicht, die Euro-Krise und der Lebenslauf des SPÖ-Chefs.

 (Bild: ORF)

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In entspannter Atmosphäre im Gartenhotel Altmannsdorf kam es teilweise zu einer hitzigen Diskussion. Gleich zum Einstieg konfrontierte Wolf sein Gegenüber mit dessen Lebenslauf. Darin steht, dass Faymann Jus studiert hat. Wie der ORF recherchierte, absolvierte der Bundeskanzler aber keine einzige Prüfung.

Der SPÖ-Politiker druckste ein wenig herum und gab zu Protokoll: "Ich gehöre nicht zu jenen, die sich mit Titel schmücken, ich habe einiges inskribiert, vieles nicht fertig gemacht. Das gebe ich ehrlich zu." Wolf ließ aber nicht locker und zog Vergleiche zu Martin Graf, der fälschlicherweise angab, Rechtsanwalt zu sein. "Da besteht ein großer Unterschied", rechtfertigte sich der Bundeskanzler, ohne diesen genau zu erörtern.

Faymann steht zu Darabos

Neben der Inseratenaffäre ("Ich habe es nicht nötig, zu etwas Stellung zu nehmen, wo es keine Anklage gibt. Zu inserieren und zu werben macht jede gute Firma.") war die Wehrpflicht großes Thema. Faymann verteidigte die SPÖ-Linie für ein Berufsheer. Sollte bei der Volksbefragung eine Mehrheit für die Beibehaltung der Wehrpflicht sein, sehe er keinen Rücktrittsgrund für Verteidigungsminister Norbert Darabos.

"Jemand der höher ist als das Volk gibt es nicht. Die Entscheidung der Volksbefragung ist zu respektieren. Ich kann mich ja nicht gegen den Willen des Volkes stellen, nur weil ich vielleicht anderer Meinung bin. Ein Minister hat zu machen, was das Volk entscheidet", so Faymann. Weiterhin skeptisch steht der SPÖ-Chef Studiengebühren gegenüber, auch wenn mittlerweile Parteifreunde diese fordern.

Die Euro-Krise wurde zum Schluss auch noch kurz angeschnitten. "Es kann Österreich aber am allermeisten Kosten, wenn der Euro nicht mehr funktioniert. Unsere Währung darf nicht einbrechen. Wir sichern Arbeitsplätze. Das bringt uns ein Vielfaches an Einkünften", verteidigte Faymann den Euro-Rettungsschirm.

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