Interview

08. April 2017 10:07; Akt: 08.04.2017 11:00 Print

"Red Bull"-Chef rechnet mit Flüchtlings-Politik ab

30 Jahre "Red Bull": Im Interview mit der "Kleinen Zeitung" nimmt sich Gründer Dietrich Mateschitz (72) kein Blatt vor den Mund. Die wichtigsten Passagen.

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Im Interview auf einer Alm in der Steiermark spricht Mateschitz:

Umfrage
Hat Mateschitz mit seiner Abrechnung recht?
84 %
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Insgesamt 4367 Teilnehmer

Über seinen Reichtum (12,6 Milliarden Euro Vermögen, Flugzeuge, Hubschrauber, Insel in der Südsee):
"Das wird mir nur bewusst, wenn mich jemand darauf anspricht. Es ist schon richtig, dass ich ein Faible für schöne, einzigartige Plätze habe – um mich daran zu erfreuen, aber auch, um darauf aufzupassen. Und natürlich hab ich eine Leidenschaft fürs Fliegen".

Ob er in Österreich versteuert?
"Wir gehören auch nicht zu den Unternehmen, die ein Dutzend Konstrukte zur Steuerersparnis nutzen. Wir haben keine Einkaufsgesellschaft in Hongkong, keine Markenregistrierung auf den Cayman Islands, nichts in Panama oder wo auch immer. Das Welteinkommen wird hier in Österreich versteuert".

Wie er Österreichs Steuerpolitik beurteilt?
"Im Großen und Ganzen falsch, und das in vielen Bereichen. Wir haben trotz einer der höchsten Besteuerungen unglaubliche Staatsschulden und vergrößern sie, anstatt sie zu verkleinern. Ich bin altmodisch groß geworden. Meine Mama hat zu mir gesagt: Fremdkapital sind Schulden und Schulden macht man nicht"!

Was er von Trump hält:
"Ich glaube nicht, dass er so ein Idiot ist, wie man ihn hinstellt".

Was ihn an der Politik stört?
"Zum Beispiel das unverzeihliche Ausmaß der politischen Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen bei der Nichtbewältigung der Flüchtlingswelle oder, besser gesagt, der Auswanderungswelle. Ich glaube nicht, dass es ein klarer Ausdruck politischen Willens war, die Grenzen unkontrolliert offen zu lassen. Man hat aus Angst und politischer Opportunität so entschieden".

Die Flüchtingswelle:
"Würde man in einem Unternehmen Fehlentscheidungen dieser Tragweite treffen, wäre man in Kürze pleite ... Man muss blind und taub gewesen sein, um nicht zu sehen, was da auf uns zukommt. Und selbstverständlich hätte man die Grenzen schließen und ordentlich kontrollieren müssen, gar keine Frage".

Den Staat:
"Metternich war ein Lehrbub gegen das, was heute passiert. Das ureigenste aller Menschenrechte ist das auf Eigenverantwortung, und das nehmen sie dir. Sie manipulieren, reglementieren, überwachen, kontrollieren ... Jetzt will man auch noch das Bargeld abschaffen! Wen bitte hat es zu interessieren, was und wo ich zu Abend gegessen habe oder was ich meiner Familie und Freunden zu Weihnachten schenke?

Ob er anerkennt, dass Sie Kanzler Kern, das Land aus dem Stillstand herausführen will?
Das ist sein Beruf und seine Verantwortung. Was er wirklich bewegen kann, wird er beweisen.

Sebastian Kurz?
Was für Christian Kern gilt, gilt natürlich auch für ihn und jeden anderen Beamten. Bei Kurz fällt auf, dass er sehr intelligent, couragiert und charismatisch wirkt. Man kann seine Standpunkte weitestgehend teilen".

Ob er ein Wutbürger ist?
Das hat nichts mit Wutbürger zu tun, sondern mit der Verantwortung eines mündigen und kritischen Bürgers. Und diese Verantwortung haben alle. Es beleidigt einfach meine Intelligenz, wenn man uns nach wie vor für manipulierbar und blöd verkaufen will".

Das Kopftuchverbot
Mir ist das so was von egal. Die Menschen müssen in Ordnung sein. Sie dürfen im Sommer auch in Shorts kommen, wenn es 30 Grad hat. Ich finde es lächerlich, wenn man daraus ein Politikum macht. Es gibt Dringlicheres zu tun".

Das komplette Interview auf kleine.at (kostenpflichtig)

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(cnn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pferdetaxi am 08.04.2017 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einer von Wenigen mit Durchblick!

    Dieses Interview sagt eigentlich alles, was der Grossteil der Bürger denkt! Der Unterschied ist, das wahrscheinlich ER nicht als Hetzer, Systemkritiker usw. "zerrissen" und angezeigt wird! Die Frage ist was schlimmer ist, die Fehler die von der Politik gemacht wurden, oder das Vertuschen und Schönreden der allgemeinen Lage! Es ist zu hoffen, dass die nächsten Wahlen wieder etwas mehr "Ordnung und Transparenz ins System" bringen.

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  • Tramp am 08.04.2017 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Er hat in allen Punkten recht. Er sollte von der Politik als das dargestellt werden was er ist: als erfolgreicher Unternehmer somit als Vorbild; und nicht wie die Gewerkschaft Neid gegen ihn schüren(es wurden sogar Anzeigen geschaltet wo er namentlich angeprangert wurde). Es sind Unternehmer wie er die Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen.

  • Gerald Hausner am 08.04.2017 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kein "Empfänger", denkt eigenständig!

    Wenn das sein wirklicher Wortlaut war, kann ich Ihm nur beipflichten. Seine Aussagen, decken sich zu 90% mit meinen Gedanken. Schön zu sehen, das es noch Menschen gibt, die vorher nachdenken, bevor sie etwas sagen. Einer der wenigen, der kein "Empfänger" ist. Von dieser Sorte bräuchten wir mehr, mfg

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Kuno am 19.04.2017 22:00 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Herr Mateschitz. Muss ihnen einfach nur recht geben

  • M. HOffmann am 10.04.2017 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne

    Stimme zu 100 Prozent zu

  • Knut Reimer am 09.04.2017 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Misswirtschaft seit Jahrzente.Statt das Wirtschaftsexperten regieren werden brave Parteigenossen eingesetzt.Das kann nix.

  • Günther König; Dr am 09.04.2017 05:39 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Das Zuckerwasser "Red Bull" wird nur von Unwissenden getrunken.

    • tscharlie am 09.04.2017 09:38 Report Diesen Beitrag melden

      na gööööh !

      weil kein akademikergetränk ???????

    • Werner Glanzer am 09.04.2017 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Günther König

      Über das Wasser kann man geteilter Meinung sein aber die Ansichten die er vertritt sind glaube ich die Mehrheit des Volkes. Unsere Politik die uns immer wieder versprochen wird eingepackt in ein Lügenpacket und das seit mehreren Jahren das ist Tatsache Und Herr Mateschitz gibt sehr viel zurück an den Sport das tun andere nicht die geben das Geld nur für eigene Bedürfnisse aus.

    • Max B am 09.04.2017 16:33 Report Diesen Beitrag melden

      @ Günther König

      Hr DR. König. Mit ihrer tollen Aussage, zeigen sie eigentlich nur, das auch unter Akademiker Vollpfosten zu finden sind. Wie können sie sich das Recht heraus nehmen, Menschen denen halt das Zuckerwasser schmeckt, als Unwissend zu bezeichnen. Glauben sie, dass sie was Besseres sind???

    • DerBürger am 10.04.2017 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Unwissenheit ?

      Menschen rauchen, obwohl sie wissen, dass das ws. zu ihrem Tod führt. Wir nehmen Medizin um gesund zu werden, wissen aber, dass sie uns gleichzeitig wieder krank macht..... Dass "Zuckerwasser" nicht gesund ist wissen wir auch und td kaufen und trinken wir es - mit Genuss :) Von Unwissenheit ist hier wohl kaum die Rede. Der Herr der Bull's hat auch noch nie behauptet es sei Gesund oder der gleichen und auf der Dose steht der Inhalt, wo jeder, jede Zutat googlen kann.

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  • Margarete Probst am 08.04.2017 23:31 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Endlich ein Mann von Format, der nicht mit dem Strom schwimmt, der Mut hat, seine Meinung kund zu tun! Ich mache mir in allen Punkten, die Sie aufzeigen, wirklich Sorgen um unser Land. Einfach nicht zu glauben, dass es so viele "ehrenswerte" Bürger in unserem Land gibt, die sich blind stellen, obwohl sie wissen, dass so Vieles schief läuft. Wie können Sie das mit ihrem Gewissen vereinbaren? Wie ihren Kindern erklären? Mir wird übel, wenn ich daran denke. Es ist unser Land, darum geht es!!!!