"Info-Direkt"

08. Januar 2018 13:24; Akt: 08.01.2018 13:52 Print

ÖVP-Dönmez schreibt für rechtsextreme Zeitschrift

In der aktuellen Ausgabe von "Info-Direkt", laut Dokumentationsarchiv ein "rechtsextremes Zweimonatsmagazin", erscheint ein Beitrag von Efgani Dönmez.

Efgani Dönmez (l.) kandidierte für die ÖVP von Sebastian Kurz (Bild: picturedesk.com/APA)

Efgani Dönmez (l.) kandidierte für die ÖVP von Sebastian Kurz (Bild: picturedesk.com/APA)

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Efgani Dönmez war früher Grüner, wechselte im Wahlkampf 2017 zur ÖVP und sitzt nun für die Partei im Nationalrat. Ein Gastbeitrag in der Zeitschrift "Info-Direkt" sorgt nun für Wirbel. Das Dokumentationsarchiv für Österreichischen Widerstand (DÖW) stuft "Info-Direkt" als "rechtsextremes Zweimonatsmagazin" ein.

Im Gastbeitrag schreibt Dönmez über den "Islam europäischer Prägung". Für das Mauthausen Komitee driftet der ÖVP-Mandatar damit an den rechten Rand ab.

"Der Inhalt des Beitrags ist nicht das Problem", sagt Willi Mernyi, Vorsitzender des Komitees zu "Heute". Aber: "Das Blatt macht Werbung damit. Auf diese Weise unterstützt Dönmez die Verbreitung von rassistischen Verschwörungstheorien und übelsten Antisemitismus."

Info-Direkt Beitrag Efgani Dönmez

Als Abgeordneter untragbar
Mernyi fordert Kanzler Sebastian Kurz auf "sofort zu handeln und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen!" Wenn ein Nationalratsabgeordneter für ein rechtsextremes und antisemitisches Magazin schreibt, habe er entweder keine Ahnung oder handle bewusst demokratiefeindlich, so Mernyi. Als Mitglied des Parlaments sei er in beiden Fällen untragbar.

Im Beitrag fragt sich Dönmez, ob das "Ziel Euro-Islam", also das Projekt eines "Islam europäischer Prägung", gescheitert sei. Mernyi kritisiert weniger den Inhalt, sondern vielmehr die Tatsache, dass der Beitrag in einem solchen Magazin erscheint. "Info-Direkt" hetze "in NS-Manier gegen Juden" und verbreite abstruse Verschwörungstheorien.

Rechten-Treffen in FPÖ-Schloss
Außerdem berichtete die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit" bereits im Jänner 2016 von einer engen Beziehung zwischen "Info-Direkt" und russischen Medien, die dem autoritären Regime von Putin nahestehen. Entscheidungsträger sollen außerdem den rechtsextremen Kongress "Verteidiger Europas" in Linz mitorganisiert haben. Der Kongress löste damals wochenlange Proteste aus, KZ-Überlebende aus vielen Ländern meldeten sich zu Wort. Im Jahr 2018 wird der Kongress - wieder von "Info-Direkt" mitorganisiert" - keine öffentliche Räumlichkeit mehr bekommen. Man muss nach Schloss Aistersheim bei Grieskirchen ausweichen, das einem FPÖ-Funktionär gehört.

(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AnneK am 08.01.2018 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Politisch unkorrekt

    Der Artikel entspricht der Wahrheit. Dass wissen auch die Meisten. Anstatt sich mit dieser besorgniserregenden Entwicklung zu beschäftigen, regt sich der Herr Mernyi lieber darüber auf, in welchem Blatt der Artikel erschienen ist. Schon mal darüber nachgedacht, dass es vielleicht nur eins von wenigen ist, welches solche politisch unkorrekten Artikel überhaupt veröffentlicht? Ich bin absolut gegen Antisemitismus und Rassismus, aber man sollte schon differenzieren können. Würden die Medien nicht permanent zensieren und kritische Meinungen zulassen, dann wäre dieses Magazin bald Geschichte!

  • silver. am 08.01.2018 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Paradebeispiel des Totalitarismus

    So, so. Jemand, der für ein unliebsames Medium schreibt soll also des Amtes enthoben werden? Mernyis Auffassung von Medien, die ihm nicht gefallen, ähnlen die des US-Präsidenten, der auch am liebsten alle seiner Meinung nach "fake news" Organisationen verbannen will. Ziel sollte nicht Dönmez sein, sondern wenn schon, dann das Medium selbst: Wenn Info-Direkt verfassungswidrige Inhalte verbreitet, kann man es eh stoppen. Wenn es diese nicht tut, dann herrscht, wie in einer Demokratie üblich, Pressefreiheit und da kann sich ein Mernyi noch so sehr aufregen.

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  • Josef am 08.01.2018 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das???

    Wenn Herr Mernyi etwas als "rechtsradikal" einstuft, so stimmt das natürlich und alle die damit in Kontakt kommen sind als "Aussetzige" zu behandeln. Der Inhalt eines Artikels darf demnach nicht gelesen werden und es ist egal ob die Aussagen des Artikels einen größeren Leserkreis ansprechen oder nicht. Die bösen RECHTEN aber auch :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • weissnicht am 09.01.2018 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist mit Meinungsfreiheit?

    Steht es mit der Meinungsfreiheit in Österreich doch nicht so gut????

  • Michi am 09.01.2018 06:16 Report Diesen Beitrag melden

    Man muss sich seine Meinung

    schon selbst bilden können. Und dazu bedarf es aller möglicher Medien. Die Wahrheit muss man selbst für sich finden. Denn dem Roten ORF, für den ALLE zahlen, kann man mit seiner Meinungsmache auch nicht gerade vertrauen, geschweige denn Objektivität zugestehen.

  • annabell am 08.01.2018 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    unnötig gilt hier für den titel u. Dönme

    als nächstes schreibt Dönmez seine Sinnsprüche auf Toilettenpapier es wäre die gleiche ETAGE

  • Grüne Verweigerer am 08.01.2018 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Und?

    Sg. Herr Willi Mernyi, kümmerns sich lieber um das ehem. KZ und ersparen sie uns ihre verbalen Absonderungen, die niemand in Ö wirklich interessiert.

  • TantePolly am 08.01.2018 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Alles was nicht gesetzlich verboten ist,

    ist in einer freien Demokratie erlaubt. Daher handelt nicht der Abgeordnete Dönmez sondern der sich künstlich Erregende linksextreme Willi Mernyi demokratiefeindlich. Die Zeitschrift "Info-Direkt" sollte ihn wegen Geschäftsstörung verklagen.