Pressekonferenz in Wien

06. Dezember 2017 13:22; Akt: 06.12.2017 17:31 Print

Kurz und Strache wollen 60-Stunden-Woche

Im Mittelpunkt der türkis-blauen Verhandlungen standen am Mittwoch Wirtschaftsthemen: Darunter auch einige Veränderungen für Arbeitnehmer.

Strache und Kurz bei der Pressekonferenz (Bild: Screenshot)

Strache und Kurz bei der Pressekonferenz (Bild: Screenshot)

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Am heutigen Mittwoch standen für ÖVP und FPÖ zwei der ganz großen Themenbereiche auf dem Verhandlungsplan: Es geht zum einen um Maßnahmen zum Wirtschaftsstandort und zur Entbürokratisierung.

Blümel sprach vor Beginn der Verhandlungen zu Mittag von einem "wesentlichen Eckpfeiler beider Wahlprogramme von Türkis und Blau". Neben der Senkung der Steuer- und Abgabenquote Richtung 40 Prozent sollen weitere konkrete Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts vereinbart werden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten dabei aber nicht gegeneinander ausgespielt werden, so Hofer. "Wir wollen keinen Klassenkampf."

Türkis-Blau für 60-Stunden-Woche

Kurz vor 16 Uhr traten schließlich die Parteichef Sebastian Kurz (ÖVP) und Heinz-Christian Strache (FPÖ) vor die Presse um über den Fortschritt der Verhandlungen berichten.

Gleich zu Beginn überraschte Sebastian Kurz mit der Position zum Arbeitsmarkt. Neben den pauschalen Aussagen, dass etwa der Gesetzesrahmen für Unternehmen weniger restriktiv gestaltet werden solle, ließ der Bundeskanzler in spe mit einem konkreten Punkt aufhorchen: Man wolle die Höchstarbeitsgrenze von acht auf 12 Stunden täglich bzw. von 40 auf 60 Stunden pro Woche erhöhen um Arbeitgebern mehr Flexibilität zu schaffen.

Generell würde die überbordende Bürokratie den Wirtschaftsstandort Österreich ausbremsen, betete Strache erneut sein altbekanntes Mantra vor. "Mehr Freiheit, mehr Flexibilität", lautet das Kredo von Sebastian Kurz. "Ich halte das für einen guten Schritt für unseren Standort."

"Es können gar nicht alle Regeln eingehalten werden"

Es müsse ein Bürokratieabbau durchgeführt werden und der Vorschriften-Dschungel für Unternehmen solle ausgelichtet werden. "Wir haben so viele Regeln geschaffen, dass gar nicht alle eingehalten werden können", erklärt Kurz. "Hier ist es notwendig gegenzusteuern."

Auch der Zustrom von ausländischen Facharbeitern solle genau kontrolliert und die Rot-Weiß-Rot-Karte weiterentwickelt, sowie die Verfahren digitalisiert werden.

Steht am Ende eine neue Regierung bis Weihnachten? "Wir sind in allen Fragen gut unterwegs", so Kurz. "Die Zielsetzung ist nach wie vor, dass wir bis Weihnachten eine stabile und starke Regierung auf die Beine gestellt haben." Aber die Parteichefs sind sich einig: Es dauert so lange, wie es eben dauert.

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(red/rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • myopinion am 06.12.2017 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    60 Stunden Woche

    60 Stunden Woche und 12h Arbeitstage, werden wohl für noch mehr gesundheitliche Probleme und Scheidungen sorgen. Personen die keinen Job haben, finden auch weiterhin keinen, weil die Firmen ja die vorhandenen Mitarbeiter, flexibel ausnutz... äh beschäftigen können. Für mich keine positive Entwicklung am Arbeitsmarkt.

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  • anton horvath am 06.12.2017 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    bravo

    die partei die um den kleinen mann buhlt .. drückt ihm jetzt anständig was aufs auge. da kommen rosige zeiten auf uns zu .

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  • Michi am 06.12.2017 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    60 Stunden? Ohne mich!

    Damit ich noch mehr für die arbeiten kann, die AMS, Mindestsicherung und dergleichen beziehen und sich einen Lenz machen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ze fix am 06.12.2017 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Fassungslos

    ich werde meine FPÖ mitgliedschaft nach jahrzehnten kündigen, dafür habe ich sie nicht gewählt und werde es wohl auch nicht mehr. ich bin fassungslos wie wir hintergangen wurden, einfach nur fasungslos.

  • helmut am 06.12.2017 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    Jugend ist nicht belastbar

    Heutigen jungen Arbeiter schaffen grad mal die 9 Stunden Arbeit und haben da schon Probleme.

  • Friedrich Klee am 06.12.2017 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    60 Stunden?

    Eine völlig falsche Richtung! Warum sich nicht an nordischen Ländern orientieren. Hier arbeiten 2 Personen je 30 Stunden. Bedeutet mehr Zeit für Familie und Kindererziehung. Bedenkt man, dass jedes fünfte Kind weder ordentlich Lesen noch Schreiben kann. 60 Stunden, und das bis 65? Hier werden die Zahlen an Frühpensionsanträgen aus gesundheitlichen Gründen regelrecht explodieren! Denn wer hält dies auf Dauer aus? 60 Stunden teilen würde die Arbeitslosigkeit senken. Aber an das hat man offensichtlich nicht gedacht!

    • FritzPhantom am 06.12.2017 21:20 Report Diesen Beitrag melden

      Frühpensionsanträge

      Diese Anträge gehen schwer durch. Künftig noch schwerer. Oder warum glauben Sie dass die AUVA in die GKK eingegliedert werden soll.

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  • Grüne Verweigerer am 06.12.2017 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    60 Stunden Woche

    Das wird den Grünen aber nicht gefallen, wenns gekifft schon um 6 Uhr aufstehen müssen. Noch schlimmer: dann auch was produktives erhackeln sollen.

    • FritzPhantom am 06.12.2017 21:18 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Oder die Alleinerziehende Mutter, der echte Hackler mit Kreuzschmerzen oder Mitbürger die Abends studieren (nach der Hackn)

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  • SockenRambo am 06.12.2017 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    positiv sehen

    Wieso wird hier gleich so negativ darüber geredet? 60 Stunden ist ein KANN sein MUSS aber nicht, die monatliche Arbeitszeit muss man nicht überschreiten, man kann zb 2 Wochen 60h arbeiten und eine ganz daheim bleiben.. 5x 12h dafür dann 9 Tage frei dann wieder 5x 12h dann 2 frei und dann 5x 8h.. Ich sehe das ganze nicht negativ vor allem im Winter was macht man wenn man um 16:30 Uhr von der Arbeit raus geht? ..eh nichts mehr weil es schon finster ist da bleibe ich lieber ein bisschen länger und habe dafür einmal eine ganze Woche frei zum Skifahren gehen oder so..

    • Is So am 06.12.2017 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SockenRambo

      So ist es auch gemeint und net so wie da aufgehusst wird

    • FritzPhantom am 06.12.2017 21:07 Report Diesen Beitrag melden

      Das wird Ihnen die Firmenleitung sagen

      dann erklären. Wann Sie zu arbeiten haben. Alternativ können Sie gerne nach Hause gehen. Dienstzeugnis inklusive.

    • SockenRambo am 06.12.2017 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @FritzPhantom

      Es gibt eine Monatsarbeitszeit.. kapieren sie das nicht? selbst wenn man 60h arbeitet 2 Wochen am Stück muss man dann in 2 Wochen nur noch 20h einbringen.. wer will KANN auch länger und bekommt es bezahlt oder als Zeitausgleich. An den GESAMTstunden ändert sich nichts. Es gibt sicher Branchen wo Es sinnvoll ist mal kurz und mal lang zu arbeiten..

    • FritzPhantom am 06.12.2017 21:24 Report Diesen Beitrag melden

      Ich habe das Thema verstanden

      Erklären Sie das bitte einen alleinerziehenden Elternteil. Wenn der Tag streng eingeteilt ist und flexible Arbeitszeiten nicht möglich sind (Kinderbetreuung). Bei der zweiten Ablehnung des Wunsches vom Chefe-> Hocknstad.

    • Is So am 06.12.2017 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SockenRambo

      Lass gut sein, er will es so net hören und wird an seiner Interpretation festhalten. Dass des sogar für etliche a praktisch is bzw Menschen u Firmen so unterschiedlich san, dass si da ganz gute arbeitszeitmodelle ergeben, weil da Chef a mehr Möglichkeiten kriegt, wollens erst recht net hören. Schimpfen u hussen macht erna zuviel Spaß zur Zeit

    • ze fix am 06.12.2017 22:11 Report Diesen Beitrag melden

      Socken Rambo

      "Wieso wird hier gleich so negativ darüber geredet? 60 Stunden ist ein KANN sein MUSS aber nicht, " verzeihung glauben sie noch an den weihnachtsman , die firmen werden sie ganz einfach zwingen zu arbeiten wann SIE wollen. entweder sie machen mit oder sie können ihr sofa schneller näher kennenlernen als ihnen lieb ist. mit dieser regelung sind die arbeiter schutzlos dem dienstgeber ausgeliefert.

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