"Gieß-Challenge"

27. Juni 2018 09:42; Akt: 27.06.2018 11:01 Print

Kurz und Strache sollen 12 Stunden am Tag schwitzen

Im Büro sind 12-Stunden-Tage kein Problem, meint ein Tiroler Betriebsrat. Deshalb will er Kurz und Strache zeigen, was das bei der Schwerarbeit bedeutet.

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Armin Eberl, Betriebsratsvorsitzender in einem Tiroler Gießereibetrieb, kann die Pläne der türkis-blauen Bundesregierung zum 12-Stunden-Tag bzw. der 60-Stunden-Woche nicht verstehen. Keiner im Betrieb könne sich vorstellen, in der Gießerei zwölf Stunden am Tag über mehrere Tage zu arbeiten, so Eberl.

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Wie stehen Sie zur geplanten Erhöhung der Maximalarbeitszeit auf zwölf Stunden pro Tag?
73 %
5 %
2 %
6 %
14 %
Insgesamt 8265 Teilnehmer

Deshalb lädt er jene zu einer "Gieß-Challenge" ein, "die uns
dies gesetzlich verordnen wollen".

"Die Eingeladenen treten den Betriebsratsvorsitzenden in der Gießerei bei den Schleudermaschinen an. 4 Tage jeweils 12 Stunden, Beginn von 06.00 Uhr bis 12.00 Uhr, dann eine ½ Std. Mittagspause und um 12.30 geht’s weiter bis 18.30 Uhr. Anschließend könnten wir noch unsere Freizeit, entweder beim Tennis, Fußball oder im Verein genießen. Schlafen gehen sollte man zeitig, weil am nächsten Tag um 05.00 Uhr Tagwache ist", heißt es in der Einladung.

Kurz und Strache eingeladen

Sie geht an Industriellenvereinigungs-Präsident Georg Kapsch, Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer, WK-Tirol-Präsident Jürgen Bodenseer, Fachverband Metalltechnische Industrie-Obmann Georg Knill, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ).

Die Abklärung mit dem Firmeneigentümer müsste Eberl noch übernehmen. Aber das sei kein Problem. "Da wir in unserer Firma ein sozialpartnerschaftliches Miteinander auf Augenhöhe praktizieren (was ja heute nicht mehr so selbstverständlich ist), bin ich fast sicher, dass er so einer Challenge sportlich positiv gegenübersteht", so der Betriebsratsvorsitzende.

Man sei für jeden Termin offen, nur im Sommer sollte die Challenge stattfinden. Wegen der Hitze – im Betrieb kommt es zu Raumtemperaturen von 45 °C bis 60 °C.

Strache hat bereits per Mail abgesagt – aus "zeitlichen Gründen". Er ließ ausrichten, dass er "selbst in seiner verantwortungsvollen Position regelmäßig mit 12-stündigen Arbeitstagen (und weit mehr als 60-Stunden Wochen) konfrontiert ist und in seinem Beruf keine Möglichkeit hat, von einer freien Arbeitszeiteinteilung Gebrauch zu machen".

Demonstration am Samstag

Für Samstag (30. Juni) hat der ÖGB eine Demo mit dem Titel "Nein zum 12-Stunden-Tag" organisiert. ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian appelliert an die Regierung: "Ziehen Sie diesen Gesetzesentwurf zurück, er wird durch immer neue angekündigte Änderungen nicht besser, schon gar nicht durch irgendwelche Texte in den erläuternden Bemerkungen."

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Günther am 27.06.2018 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    12 St. Arbeit

    Die Politiker sind ja völlig abgehoben und haben noch nie etwas schweres arbeiten müssen! Mein größter Fehler war die FPÖ zu wählen aber es kommt wieder eine Wahl! Die sollten einmal 12 St. am Bau, Müllabfuhr oder Sicht arbeiten. Und wie soll das mit der Kinderbetreuung gehen wenn beide Eltern 12 St. arbeiten!!!! Das ist ein Rückschritt ins Mittelalter.

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  • Fritz am 27.06.2018 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Die zwei haben noch nie gearbeitet außer einen Kugelschreiber in der Hand gehalten.Nach einer Stunde Arbeit wurden die zwei ein Sauerstoffzelt brauchen.weil sie keine Luft mehr bekämen.

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  • Kurt am 27.06.2018 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich toll

    ich hoffe die Herren werden auch kommen damit sie wissen von was sie reden

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Martin am 29.06.2018 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Auf einmal wachen alle auf

    Aus der Reihe "Er für Euch!" - Danke für nix!

  • Kunz am 29.06.2018 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Leopard

    Was ist jetzt eigentliche mit dem GIS Gebühren Strache kann nur teppert reden.

  • Ralph am 28.06.2018 20:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit

    Ich bin froh, dass jemand den Mut hat die FPÖ zurecht zu kritisieren. Bleibe aber dennoch FPÖ-Wähler, weil sie als einzige Partei ebenso den Mut hatte Probleme wie zB Kinderbeihilfe oder Mindestsicherung zu bewerben. Darüber hinaus bewirbt sie die Missstände an der Grenze. Oder glaubt ihr 183 Abgeordnete stehen an der Grenze und halten 100.000 Illegale von der Überquerung ab?

    • Helmut am 29.06.2018 16:05 Report Diesen Beitrag melden

      Zum letzten mal gewählt

      @Ralph Mein lieber mir sind die Kinderbeihilfe und Mindestsicherung sowas von Wurscht wenn ich 12 Stunden Arbeiten muss,die FPÖ hat zum letzten mal meine Stimme bekommen.

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  • Petra Zoffmann am 28.06.2018 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    6 Stundentag

    Es braucht dringend eine Verringerung auf 6 Stunden pro Tag statt 8 Stunden. Das fördert die Gesundheit und das Zusammenleben mit Familie und Freunden.

  • Ralph am 28.06.2018 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder Österreicher hat Recht auf Lohn

    Die Leute der Wirtschaft haben vergessen, dass bei unseren derzeitigen Schuldenstand Arbeit und Sparen angesagt ist. Sie sind nur noch nicht draufgekommen die richtigen wirtschaftlichen Anreize zu schaffen, dass es sich lohnt zu arbeiten und vor allem, dass jeder Arbeit hat und Reiche sparen um zu investieren. Es muss jeder einzelne arbeitsfähige Mensch in Österreich das Gefühl haben ein Teil der Gesellschaft zu sein. Das ist derzeit nicht der Fall.

    • Dagmar am 28.06.2018 21:53 Report Diesen Beitrag melden

      Jeder Österreicher hat Recht auf Lohn

      Bei dem derzeitigen Schuldenstand wäre es angebracht, die Konzerne in die Pflicht zu nehmen, dass sie ihre Gewinne, die sie hier in Österreich machen auch hier im Land zu versteuern! Das tät nämlich das Staatssäckl - auf wundersame Weise - ganz schön rasch füllen! Sparen bei denen die eh nix oder kaum was haben,ist kontraproduktiv. Denn grade die,die eh nicht viel haben, geben das wenige aus und halten so die Wirtschaft am Laufen. Löhne müssen angehoben und die Arbeitszeit verkürzt werden. Die Gewinne für die Aktionäre dürfen ruhig etwas geringer ausfallen.

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