Initiative wegen "Titelgeilheit"

20. März 2017 14:23; Akt: 20.03.2017 16:51 Print

Junge Grüne wollen "Professor" aus Schule verbannen

Im Lehrerdienstrecht ist ausdrücklich festgehalten, dass Lehrer an Schulen mit "Herr und Frau Professor" angesprochen werden müssen. Die Jungen Grünen fordern ein Ende dieser Regelung und wollen ihr Ziel mit einer Bürgerinitiative erreichen.

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(Bild: Junge Grüne)

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Im Lehrerdienstrecht ist ausdrücklich festgehalten, dass Lehrer an Schulen mit "Herr und Frau Professor" angesprochen werden müssen. Die Jungen Grünen fordern ein Ende dieser Regelung und wollen ihr Ziel mit einer Bürgerinitiative erreichen.


Die Regelung im Dienstrecht widerspreche den demokratischen Grundgedanken, einander auf Augenhöhe zu begegnen, kritisieren die Jungen Grünen. Daher wollen sie den Titel Professor aus der Schule verbannen. Das soll mit Hilfe der Bürgerinitative "Titel abschaffen - Weg mit Herr und Frau Professor" passieren. In den nächsten Wochen wollen die Jungen Grünen mindestens 500 Unterschriften sammeln, um die Forderung dem Nationalrat übergeben zu können.

"Titelfetisch vergiftet das Lernklima"

"Der österreichische Titelfetisch ist nicht nur peinlich, sondern treibt einen Keil zwischen SchülerInnen und LehrerInnen und vergiftet das Lernklima", begründet Flora Petrik, Bundessprecherin der Jungen Grünen, den Schritt. "Die Titelgeilheit hierzulande beruht auf verkrusteten Traditionen, die auf Gehorsam und Disziplin abzielen. Doch was es in der Schule braucht, sind demokratische und solidarische Verhältnisse", führt sie aus.

Ursprünglich war der Titel für pragmatisierte Lehrer an Höheren Schulen gedacht, ab 2006 wurden auch Vertragslehrer offiziell so genannt. Im neuen Lehrerdienstrecht, das nur mehr Vertragslehrer vorsieht, ist die Bezeichnung ebenfalls festgehalten. "Vertragslehrpersonen führen die Verwendungsbezeichnung Professorin oder Professor", heißt es hier (Dienstrechts-Novelle 2013 - Pädagogischer Dienst, § 43).

Kampagne "Schule darf nicht sitzen bleiben"

Die Forderung der Jungen Grünen ist Teil der Kampagne "Schule darf nicht sitzen bleiben". Die Teilnehmer gehen drei Wochen lang für eine soziale und gerechte Schule auf die Straße. Den Aktivsten geht es um gleiche Chancen für alle Schüler, egal welchen familiären Hintergrund sie haben.

 


Das österreichische Schulsystem ist kaputt: Die Schule ist autoritär, hierarchisch und spaltet uns. Was derzeit schief läuft und sich im Schulsystem ändern muss, zeigt unsere Sprecherin Flora hier im Video:


Posted by on Samstag, 18. März 2017


Die Forderungen der Jungen Grünen:


  • Gemeinsame Ausbildung und gleiche Abschlüsse für alle Pädagogen, vom Kindergarten bis zur Oberstufe

  • Gleiches Gehaltssystem für alle Lehrkräfte und Pädagogen

  • Hausaufgaben abschaffen

  • Eine sozial gerechte Schule fördert alle Schüler

  • Förderung von individuellen Talenten und Interessen

  • Massive Aufstockung der Mittel für das Schulsystem, sodass Lehrkräfte alle Schüler bestmöglich unterstützen können

  • Eine gemeinsame vollwertige Schule für alle

  • Für ein faires Gesamtschulmodell, in dem sich alle Schüler frei, ohne Runtertreten und soziale Diskriminierung entfalten können.

  • Abschaffung von Privatschulen

  • Abschaffung von Titeln: Weg mit Herr und Frau Professor


Posting der Jungen Grünen: