Rechte Wahlkampf-Rhetorik

24. November 2016 11:03; Akt: 02.12.2016 03:42 Print

Auschwitz-Überlebende Gertrude warnt vor Norbert Hofer

Frau Gertrude ist heute 89 Jahre alt. Als sie 16 war, wurde sie gemeinsam mit ihrer Familie ins Kozentrationslager Auschwitz deportiert. Sie überlebte als Einzige. In einem Video auf der Facebook-Seite von Alexander Van der Bellen spricht sie über ihre Vergangenheit und die Parallelen zum derzeitigen Wahlkampf.

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Frau Gertrude ist heute 89 Jahre alt. Als sie 16 war, wurde sie gemeinsam mit ihrer Familie ins Kozentrationslager Auschwitz deportiert. Sie überlebte als Einzige. In einem Video auf der Facebook-Seite von .


Die Rhetorik der erinnert Frau Gertrude an die Zeit, bevor die Nationalsozialisten die Macht übernahmen. Sie hat das Gefühl, dass man damit das "Niedrigste" im Menschen hervorbringen möchte. "Und das war schon einmal der Fall", erinnert sie sich.

"Die Beleidigungen anderen gegenüber, das Runtermachen, das Schlechtmachen, das stört mich am allermeisten", so die 89-Jährige. Dass Strache den Begriff "Bürgerkrieg" verwendet, erschreckt sie besonders. Sie hat schon einmal als siebenjähriges Mädchen einen Bürgerkrieg erlebt.

Wie in den 1930er-Jahren

"Meiner Mutter war es sehr wichtig, sich in dieser Phase des Wahlkampfes öffentlich zu äußern und Stellung zu beziehen", so ihre Tochter. Denn: "In den letzten Wochen und Monaten hat sie uns immer wieder gesagt, dass es sich so anfühlt wie damals in den 1930er-Jahren."

An Van Der Bellen mag sie, dass er sich für Frieden und Gleichberechtigung einsetzt. Er ist "derjenige, der überlegt, vielleicht aufgrund seines Alters, vielleicht ist er da schon reifer und vernünftiger".

Die Botschaft scheint zu wirken: Innerhalb von nur zwei Stunden wurde das Video auf Facebook über 3.000 Mal geteilt und 88.000 Mal angesehen.