Streit um Systemerhalter

14. Oktober 2012 19:08; Akt: 22.10.2012 16:12 Print

1.600 Rekruten fahren Offiziere durch die Gegend

Neuer Zündstoff in der Debatte um die heimische "Armee von Systemerhaltern": Jedes Jahr werden 1.600 Rekruten nur dafür eingesetzt, um Offiziere von A nach B zu chauffieren. Fast jeden Tag gibt es dabei einen Unfall. Das zeigen Zahlen aus dem Bundesheer.

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(Bild: Bundesheer)

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Neuer Zündstoff in der Debatte um die heimische "Armee von Systemerhaltern": Jedes Jahr werden 1.600 Rekruten nur dafür eingesetzt, um Offiziere von A nach B zu chauffieren. Fast jeden Tag gibt es dabei einen Unfall. Das zeigen Zahlen aus dem Bundesheer.

60 Prozent der Grundwehrdiener leisten ihre Wehrpflicht als "Systemerhalter". Neben Köchen und Kellnern waren darunter im Jahr 2011 exakt 1.572 Fahrer, die nur für den Transport von Offizieren und Kommandanten abgestellt waren – beispielsweise mit dem VW Touareg. Auch in den Jahren davor war die Zahl ähnlich hoch.

Bei einem Stand von 2.900 Offizieren kommen damit auf einen Grundwehrdiener zwei Offiziere. Brisant ist auch die Unfallstatistik: Die jungen, oft unerfahrenen Fahrer verursachten im Vorjahr 258 und 2010 sogar 292 eigenverschuldete Unfälle – es kracht also beinahe täglich. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit drohen den Rekruten Schadenersatzverfahren.

Für neue Debatten wird das Tauziehen um die Wehrpflicht morgen im Parlament in Wien sorgen: Da wird der Termin für die Volksbefragung am 20. Jänner offiziell beschlossen.