AUVA vor Zerschlagung

06. April 2018 08:50; Akt: 15.04.2018 11:04 Print

Wien bangt nun um Unfall-Krankenhäuser

von Uta Hauft - 500 Millionen soll die AUVA laut Regierung einsparen. Gesundheitsministerin Hartinger-Klein geht schon jetzt davon aus, dass die AUVA das nicht schaffen wird.

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Im türkis-blauen Regierungsprogramm wird von der AUVA bis Ende des Jahres ein Einsparungskonzept über 500 Millionen Euro gefordert. Hintergrund: Der von Arbeitgebern zu zahlende Unfallversicherungsbeitrag soll von 1,3 auf 0,8 Prozent der Lohnsumme des Arbeitnehmers gesenkt werden. Das senkt die Lohnnebenkosten um 500 Millionen Euro.

Obwohl das Jahr noch nicht zu Ende ist, sagte Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) am Donnerstag zur APA, sie gehe davon aus, dass die AUVA diese Einsparung nicht zustande bringe und es "nach derzeitigem Stand" zur Auflösung kommen werde.

Video: Gefährlich? Gesundheitsministerin will Unfallversicherung auflösen (Quelle: Glomex/Puls4)

AUVA-Obmann Anton Ofner reagierte "erstaunt", sieht in einer Auflösung eine "sehr nachteilige Variante". Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres warnt eindrücklicher: Die geforderten 500 Millionen Euro seien fast 40 Prozent des Gesamtbudgets der AUVA. Eine so hohe Einsparung sei nur durch das Zusperren von Spitälern (die AUVA betreibt sieben in Österreich) und Reha-Zentren (vier) möglich.

Allein in Wien würden 50 Prozent der Unfallopfer in den AUVA-Spitälern UKH Meidling und Lorenz-Böhler behandelt: "Da darf man sich dann nicht mehr den Fuß brechen." Wolfgang Schaden, Vize-Direktor des UKH-Meidling, fragt sich: "Wer profitiert vom Zusperren? Wer kriegt die 500 Millionen?" Die 100 größten Unternehmen würden 90 Prozent der Summe der Lohnnebenkosten-Senkung lukrieren, kleine Firmen um AUVA-Leistungen umfallen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Johann M. am 06.04.2018 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Österreich sinkt

    Mehr Geld für Politiker, Empfänge, Angelobungen, Dienstreisen usw. Der Bürger soll leiden. Ihr glaubt es noch nicht, aber selbst bei den Pensionen wird der große Einschnitt kommen. Es wird so kommen wie in Griechenland, Gesundheitssystem am Boden, Pensionen schon X- mal gekürzt, Mindestlohn ein Witz.

  • k.k. am 06.04.2018 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Priorität

    Die Ö. Bürger brauchen die Unfallkrankenhäuser um optimal versorgt zu werden und anschliessende Reha, um wieder arbeitsfähig zu werden! Diesen Betrag kann man einiges entgegensetzen: Alleine im KH Nord wurde mehr Geld verzockt und wir werden uns dieses KH nie leisten können! Besser dieses als Bauruine stehen lassen! Wenn man dann noch die immens hohen Kosten von diversen Messerstechereien und die enormen Kosten der med. Versorgung in Gefängnissen dazunimmt, ist diese Summe bereits gedeckt!

  • EinRadbewegtdasAndere am 06.04.2018 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    wie in einem Uhrwerk

    Wenn man halt Milliarden EUR pro Jahr (incl. aller Kosten und Nebenkosten und Endloskosten) für hunderttausende MigrantenInnen ausgibt (Tendenz auf Grund Familiennachzug und tagtäglicher Neuanträge stark steigend) braucht man sich nicht wundern, dass im Gegenzug dazu irgendwo die Schrauben angezogen werden müssen....

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • EH1955 am 08.04.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Gegenfinanzierung

    Die AUVA muss bleiben. Alle Politikerbezüge und Diäten sowie Parteiförderungen und Wahlkampfzuschüsse halbieren. Körbergelder streichen. Und schon hätten wir einen Überschuss.

  • herbie68 am 07.04.2018 07:07 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche einsparung !!

    Versucht man jetzt den Schaden denn die Rot / Grünen versager mit dem KrH. Nord angerichtet haben mit der zerschlagung des AUVA wieder herein zu bekommen ?? Ich denke das dadurch meine Wählerstimme die falsche Partei bekommen hat denn bei der Spitalsmisere punkto Wartezeiten , Behandlungen usw......wäre das eine Katasthrophe für unser Gesundheitssystem .

  • vallis am 06.04.2018 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    Aufdecken

    Warum haben die roten Angst vor jeder Prüfung? Stinkt da auch was zum Himmel?

  • TantePolly am 06.04.2018 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin dafür, dass alle Sportunfälle

    nur gegen Verrechnung behandelt werden. Wer sich keine Sport-Versicherung (gestaffelte Tarife je nach Sportart) leistet, der soll selbst für seine Behandlung bezahlen.

  • Auchnemeinung am 06.04.2018 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    lachhaft

    Der Abbau in Wien (OWS, Hanusch) usw. trägt eine andere politische Handschrift. Und mit der Summe, die alleine durch die Mehrkosten am KH Nord entstanden sind, und weiter entstehen werden, könnte eine Unsumme für die Unfallschiene bereitstellen.