Alarmstufe Schwarz-Blau

19. Oktober 2017 08:00; Akt: 19.10.2017 08:42 Print

So zittern Sozialpartner vor FPÖ in der Regierung

Kammer-Pflicht abschaffen: Damit haben sich die Blauen bei den Sozialpartnern gehörig unbeliebt gemacht. Die Nervosität steigt.

Die Chefs der österreichischen Sozialpartner (v.l.n.r.): Wirtschaftskammer (WKÖ) -Präsident Christoph Leitl, Arbeiterkammer (AK) -Präsident Rudolf Kaske und Gewerkschaftsbund (ÖGB) -Präsident Erich Foglar. (Bild: picturedesk.com)

Die Chefs der österreichischen Sozialpartner (v.l.n.r.): Wirtschaftskammer (WKÖ) -Präsident Christoph Leitl, Arbeiterkammer (AK) -Präsident Rudolf Kaske und Gewerkschaftsbund (ÖGB) -Präsident Erich Foglar. (Bild: picturedesk.com)

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Alarmstufe Schwarz-Blau bei den Sozialpartnern: Die Forderung der FPÖ, die Pflichtmitgliedschaft in den Kammern abzuschaffen macht den Gewerkschaftsbund (ÖGB), die Arbeiterkammer (AK) und die Wirtschaftskammer (WKO) schon seit Monaten nervös.

Der sonst sehr zurückhaltende AK-Präsident Rudolf Kaske wird bei diesem Thema deutlich: "Ja, wir sind vorbereitet und wir werden für eine starke Arbeitnehmervertretung kämpfen!", sagt er im "Ö1 Morgenjournal".

Der ÖGB-Vorstand ist schon vorsorglich in die Offensive gegangen. Im Bundesvorstand am Mittwoch wurde eine Resolution beschlossen, die die Forderungen klarmacht:

- Hände weg vom Sozialstaat und vom Kollektivvertragssystem.
- Keine Privatisierungen und kein Rütteln an der Selbstverwaltung in der Sozialversicherung, diese soll sogar in die Verfassung.
- Keine Stärkung der betrieblichen Ebene.

Und am Ende noch eine eindeutige Drohung: "Wer diese Garanten des sozialen Friedens leichtfertig auf`s Spiel setzt, hat mit massivem Widerstand der Gewerkschaftsbewegung zu rechnen."

Sowohl eine Stärkung der betrieblichen Ebene (wie es die ÖVP fordert), als auch die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft bei den Kammern (wie es die FPÖ will) gefährden den sozialen Frieden, wie es Josef Muchitsch, Vorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz, formuliert: "Derjenige, der die Kammern schwächen will, riskiert damit auch den sozialen Frieden in diesem Land."

Andere Töne aus der Wirtschaftskammer
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (WKO) fürchtet sich offenbar weniger vor Schwarz-Blau: "Wir haben schon einmal eine schwarz-blaue Regierung gehabt, da haben wir uns sozialpartnerschaftlich sehr korrekt verhalten. Jetzt haben wir keine schwarz-blaue Regierung gehabt und es hat sich eine Seite nicht korrekt verhalten."

Er spielt damit auf die Änderungen im Arbeitsrecht an, die die SPÖ mit Stimmen der FPÖ noch vor der Wahl beschlossen hat. Leitl ist offenbar nicht bereitz zu verzeihen: "Ich sag´s offen, diese zwei schweren Fouls haben mich sehr geärgert."

(csc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 19.10.2017 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    "Hände weg vom Sozialstaat"?

    Ach so? Wenn ein untergetauchter Tschetschene seit 4 Jahren monatlich im Schnitt 1.458,- Euro empfängt (aktueller Krone Artikel, trauriger Einzelfall wer's glaubt), dann gehört dem Sozialstaat ein ordentlicher Riegel vorgeschoben. So viel verdienen viele Österreicher gar nicht, was Nicht-Österreicher geschenkt bekommen. Wozu gehen wir arbeiten? So kann's nicht weiter gehen!

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  • zimbo am 19.10.2017 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr schön !!

    Nur zu !!Die Kammern können ja weiterbestehen, halt ohne Zwang, damit müssen sie Leistungen erbringen und sind keine Prakplätze für feudale Politiker mehr.

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  • genug am 19.10.2017 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    abschaffen

    wenn man kammern schwächt, gefährdet man den sozialen frieden ? ist das eine drohung ? hoffentlich werden die zwangsmitgliedschaften aller art abgeschafft. es gehört alles hinterfragt, wo gelder sinnlos rausgehaut werden. umstellen auf freiwilligkeit. stimmt die leistung, gibt es zahler. sozialer friede wird seit zwei jahren auf ganz andere weise geschwächt. gravierender als durch sinnvolle abschaffung von zwangsmitgliedschaften. GIS detto.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • FRanz am 20.10.2017 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Gut Überlegen

    Leute so sollte man nicht denken wenn es keine Sozialpartner gibt muss sich jeder seinen Lohn den er vom Chef bekommen will selbst, aushandeln und noch hinzugefügt ihr und wir alle hier gehören zu denen die für ihr Überleben Arbeiten gehen müssen.Wenn es Keine Sozialpartner gibt werden wir keinen 13 und 14 Monatsgehalt mehr bekommen sondern so Zustände wie in Amerika,ohne Krankenkasse ohne ein anständiges Pensionsytem überlegt es gut, hinterher ist es zu spät

    • G.C. am 24.10.2017 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      Dann geht doch ins Ausland !

      Seit 1971 beim Krupp-Stahlhandel 13,7 Gehälter plus nach 10 Jahren Betriebszugehörigkeit: Firmenrente. Haben Sie Herr Franz, eigentlich eine Vergleichsmöglichkeit nur innerhalb des deutschsprachigen Raumes ? Ich musste damals auch selbständig verhandeln ! Hier herumlungern und jammern, ist zuwenig !!

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  • facebook1748239225425840 am 20.10.2017 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurz --nur Mut

    Regierung mit Kurz als Kanzler....- plus 2 zwei aus seiner Bewegung --- und dan jeweils von jeder Partei ein Minister/in.------würde alle Parteien zur zusammen Arbeit motivieren ----und das ewige Machtspiel untereinander minimieren und die Herren und Frauen die Zeit in das zu investieren für das sie ja gewählt wurden. Herr KURZ zeigen sie Mut und lösen sie Ihr versprechen ein einen anderen Politstiel etablieren zu wollen.-- Jede andere konstelation wäre Betrug am Wähler.

  • Big Player am 20.10.2017 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wertlos

    Hatte auch mal einen Betrieb (Gastro) u. man wollte mir partout keinen Schanigarten genehmigen,obwohl ausreichend Platz da war u. die Konkurrenz einen hatte,obwohl weniger Platz. Also wandte ich mich an die Kammer um Hilfe. Antwort: können ihnen leider nicht helfen, da wir nur beraten können,aber nicht in Entscheidungen eingreifen. 4000.- (damals ATS)/Jahr umsonst. Der Bezirk war rot,die Kammer schwarz, u. ich weder noch.

    • G.C. am 24.10.2017 17:54 Report Diesen Beitrag melden

      Hi big player, warum haben Sie den

      Betrieb nicht woanders hin verlegt ? Wien ist doch groß ? Sie sind doch selbständiger Unternehmer / Gastronom !

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  • Andreas Pospischil am 20.10.2017 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

    Ich Frage mich ob das überhaupt all Jenen bewusst ist was da alles leichtfertig auf,s Spiel gesetzt wir?Ist das überhaupt klar was es für Arbeitnehmer bedeutet in einen (Kollektiv) Vertragslosen Zustand am Arbeitsmarkt zu bestehen. 13. ,14. , Monatsgehalt Urlaubsregelung, Arbeitszeiten, Mindestlöhne und vieles mehr , auf all das bestünde kein Rechtsanspruch mehr denn das meiste davon wird kollektivvertra glich geregelt und einen solchen gebe es dann nicht mehr. Für all jene welche im Chor der Wölfe mit heulen sollte nicht vergessen das sie dann dem freien Arbeitsmarkt ausgeliefert sind

  • Adam am 20.10.2017 04:05 Report Diesen Beitrag melden

    Bisher war die FPÖ bei Leitl&Co beliebt?

    DAMIT hat sich die FPÖ bei den Sozipartnern unbeliebt gemacht? Eine undurchdachte Worthülse. ------ die FPÖ war bei den Sozialpartnern noch nie beliebt, sie war verhasst.