Buwog-Prozess geht weiter

16. Juli 2018 11:54; Akt: 16.07.2018 12:26 Print

Am Dienstag muss Grasser wieder vor Gericht

Der Korruptionsprozess rund um Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser geht weiter. Die Richterin ist mit KHG noch nicht fertig.

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Seit 19. Juni zentriert sich der Buwog-Prozess auf den Erstangeklagten: Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Er sitzt am Dienstag zum vierten Mal in der Mitte vor Richterin Marion Hohenecker und muss deren Fragen beantworten.

"Es geht hier um mein Leben"
Grasser startete mit einer gesamtzusammenhängenden Darstellung, in der er seine Sicht der Anklagevorwürfe darlegte. Der Prozess sei die "schwierigste Situation" in seinem Leben, schließlich gehe es um sein Leben. Für Grasser steht hinter der völlig ungerechtfertigten Anklage gegen ihn ein rotgrüner Racheplan.

Die Vorwürfe, dass er bei der Privatisierung der Bundeswohnbaugesellschaften mitkassiert haben soll, weist er von sich. Dass das Konto "Walter" Grasser gehören soll, bestreitet er mehrmals. Böse Worte findet er für seinen ehemaligen Freund Peter Hochegger, dessen Teilgeständnis (belastete Grasser schwer) zu Beginn des Prozesses nichts als ein PR-Gag sei.

Vermutungen ohne Erinnerung
Bei der Befragung durch die Richterin an den beiden nachfolgenden Verhandlungstagen konnte Grasser selten mit konkreten Erklärungen punkten. Immerhin sind die Vorgänge über zehn Jahre her. Wenn er dennoch antwortete, betonte er stets, dass es sich dabei um Vermutungen seinerseits handele - erinnern könne er sich nicht mehr.

Seine Vermutungen stützten aber weitgehend Walter Meischbergers Version der Dinge. Jörg Haider habe demzufolge eine große Rolle beim Verkauf der Buwog-Gesellschaften gespielt. Die laut Anklage "entscheidende" Info, dass über 960 Mio. zu bieten seien, sei laut Grasser "irrelevant" gewesen. Dabei habe es sich um eine Zahl aus der ersten Bieterrunde gehandelt, die in der finalen Runde ihre Bedeutung verloren habe. Ähnlich argumentierte auch sein Trauzeuge Meischberger.

"Servus die Wadln"
Verwirrung kam auf, als es um Grasser damalige E-Mail-Verwendung ging. Eigenen Angaben zufolge habe es mehrere E-Mailadressen im Finanzministerium gegeben, selbst bearbeitet, gelesen oder gar geantwortet habe Grasser aber nie. Als eine E-Mail, die direkt an KHG gerichtet ist, auf sehr persönliche Weise und mit der Abschiedsformel "Servus die Wadln" beantwortet wird, scheint das zweifelhaft.

Grasser stritt zunächst vehement ab, die E-Mail verfasst zu haben. Er hätte sie höchstens eine Mitarbeiter diktieren können, der habe aber dann eigenmächtig das "Servus die Wadln" hinzugefügt, weil das würde er nie schreiben, meinte er. Später fand Grasser nach Nachforschungen eine andere Erklärung dafür.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ehklar am 16.07.2018 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Wenn KHG sich an nichts erinnern kann, woher will er dann wissen, dass er unschuldig ist?

  • Nil am 16.07.2018 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade ums Geld

    Geht die Schmierenkomödie die denn Steuerzahler schon zig Millionen gekostet hat weiter, obwohl der Ausgang Freispruch für alle schon von Anfang an feststeht.

  • Billy Jean King am 16.07.2018 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dort soll er hin

    Grasser soll nicht wieder vor Gericht. Wann kommt er denn hinter Gitter?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Michele Fuchs am 17.07.2018 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weg mit ihm !

    sperrts ihm doch endlich ein ich glaub es is günstiger ihm durch zu füttern als die ständigen Verhandlungen :-/

  • Billy Jean King am 16.07.2018 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dort soll er hin

    Grasser soll nicht wieder vor Gericht. Wann kommt er denn hinter Gitter?

  • Ehklar am 16.07.2018 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Wenn KHG sich an nichts erinnern kann, woher will er dann wissen, dass er unschuldig ist?

  • Nil am 16.07.2018 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade ums Geld

    Geht die Schmierenkomödie die denn Steuerzahler schon zig Millionen gekostet hat weiter, obwohl der Ausgang Freispruch für alle schon von Anfang an feststeht.

  • Max Mustermann am 16.07.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Eine total logische, schöne Geschichte

    Der Karl-Heinz Grasser hat doch schon beteuert, dass die seltsamen Bewegungen auf seinen Konten von den Rückzahlungen der Frau Fiona stammen. Deren blöde Kreditkarten wollten manchmal nix mehr hergeben und dann ist halt er eingesprungen. Brav und ehrlich, wie es sich unter Eheleuten gehört, hat sie ihm die hohen Summen wieder zurück überwiesen. Sowas von unschuldig - daher sofortiger Freispruch, ohne lange Prozesse!