Asylbescheid gegen Homosexuellen

15. August 2018 17:13; Akt: 15.08.2018 18:15 Print

So spotten internationale Medien über Österreich

Ein junger Afghane sucht Schutz in Österreich. Er wird aufgrund seiner sexuellen Orientierung in seiner Heimat verfolgt. Das BFA lehnte wegen absurder Klischees ab.

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Ein Asylbeamter entschied, dass ein junger Afghane (18) keinen Schutz in Österreich verdient, weil er seiner fragwürdigen Ansicht nach nicht homosexuell (genug) sei. Die Wochenzeitung "Der Falter" berichtet in der aktuellen Ausgabe von dem bizarren Fall, der nun auch international für Aufsehen sorgt.

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Demnach wurde einem homosexuellen Asylwerber aus Afghanistan nicht abgekauft, dass er schwul ist. Die Glaubwürdigkeit des jungen Mannes wurde angezweifelt – und das mit äußerst fragwürdigen Begründungen. "Weder Ihr Gang, Ihr Gehabe oder Ihre Bekleidung haben auch nur annähernd darauf hingedeutet, dass Sie homosexuell sein könnten", heißt es etwa in dem Bericht eines Beamten vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA). Auch, dass der Flüchtling nur wenige Freunde habe, sei Grund für Zweifel: "Sind Homosexuelle nicht eher gesellig?", wird aus dem negativen Asylbescheid des Schutzsuchenden zitiert.

Der Fall zieht nun auch international Kreise. "Die Begründung enthält Haarsträubendes", schreibt der "Spiegel", während der "Focus" titelt: "Österreich lehnt Asylantrag eines schwulen Afghanen ab - die Begründung erschüttert". "Afghane nicht schwul genug für Asyl", heißt es beim "Tagesspiegel" und von einer "irrwitzigen Begründung, die vor Klischees strotzt" berichtete die "Huffpost".

Die "Bild" geht noch weiter und bezeichnet den umstrittenen Bescheid gar als die "irrste Abschiebebegründung Europas". Auch die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete davon.

Verfolgung im Heimatland

Seit 2013 gilt Homosexualität aufgrund eines Urteils des Europäische Gerichtshofs (EuGH) als Asylgrund, wenn die eigene sexuelle Orientierung im Herkunftsland mit einer Haftstrafe oder Schlimmerem bestraft wird. In Afghanistan werden homosexuelle Handlungen als Verbrechen geahndet. Das Gesetz sieht eine Freiheitsstrafe vor.

Der Bescheid aus der ersten Instanz ist nicht rechtskräftig, der Afghane hat Berufung eingelegt. Bei der Überprüfung von angegebenen Asylgründen sei der persönliche Eindruck des jeweiligen Beamten entscheidend, hieß es dazu aus dem Innenministerium. Zu dem konkreten "Einzelfall" wollte sich das BMI laut "Falter" nicht äußern.

Lesen Sie hier den ursprünglichen Artikel: "So stellt sich das Asylamt Homosexuelle vor" >>>

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Munz am 15.08.2018 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Also bitte

    Ich habe absolut nichts gegen Homosexuelle und ich will auch diesem Afghanen nicht unterstellen das er lügt. Aber seien wir ehrlich, heute versuchen sie mit allen Mitteln hierbelieben zu können. Und wenn man Asyl bekommt weil man glaubt man sei ein Pferd, dann werden die auch Pferde spielen.

    einklappen einklappen
  • Johann Lang am 15.08.2018 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Antrag ist illegal.

    Wenn der gute Mann zehn sichere Länder überquert, um ausgerechnet in Österreich Asyl zu beantragen, widerspricht das internationalem Recht.

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  • genug am 15.08.2018 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    bei Österreich geht das ja

    und wer verbittet sich die einmischung in unsere angelegenheiten. es ist zeit für den aufrechten gang. bei Orban macht das keiner.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Schnupsi am 17.08.2018 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Fräulein

    Soll das allen Ernstes ein Grund Für Asyl sein?

  • Michaela am 16.08.2018 20:23 Report Diesen Beitrag melden

    Schade...

    ...dass die Aktion um 10 Uhr Vormittags stattfindet, sonst wäre ich auch dabei!

  • HELPLESS am 16.08.2018 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    mit Freude massiv Angst machen

    macht wohl scheinbar Spaß u. bereitet Freude eine österr. Behörde zu diffamieren bzw. einem Mitarbeiter, einen Menschen der hohe Verantwortung zu tragen hat, dort massiv Angst zu machen weil das Ergebnis nicht so ausschaut wie es laut Meinung mancher ausschauen sollte. - wird womöglich wieder von etwas abgelenkt, 12Std.Tag, EU-3,0 Milliarden Mitgliedsbeitrag, Plastiksteuer,AUVA, AMS, KH Nord, Abfangjänger? "Dort sind nämlich die letztendlich dafür Verantwortlichen"

  • Herbi am 16.08.2018 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    ÖBB

    Nach Prag mit dem Regiojet und nach Salzburg mit der Westbahn. Den Rest mit Auto oder bla bla car. Fertig

  • Birgit weiss am 16.08.2018 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ich verstehe es nicht das er kein Asyl in Wien bekommt. Wenn er Homosexuell sein soll dann ist er in Afghanistan in Gefahr.