Interview

20. August 2017 09:03; Akt: 20.08.2017 09:25 Print

Kurz kritisiert Erdogan: "Nicht einmischen"

ÖVP-Außenminister attackiert den türkischen Präsidenten heftig: Er solle sich nicht in die innere Angelegenheiten anderer Staaten einmischen, so Kurz.

Außenminister Sebastian Kurz - hier bei einem Treffen mit Erdogan im Jahr 2014. (Bild: picturedesk.com/APA)

Außenminister Sebastian Kurz - hier bei einem Treffen mit Erdogan im Jahr 2014. (Bild: picturedesk.com/APA)

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Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat Aussagen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zum deutschen Wahlkampf scharf kritisiert. "Die ständige Einmischung Erdogans in innere Angelegenheiten anderer Staaten - so etwas findet ja nicht nur in Deutschland statt - lehne ich ganz klar ab", sagte Kurz der "Welt am Sonntag".

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Erdogan versuche, die "türkeistämmigen Communities" zu instrumentalisieren, insbesondere in Deutschland wie auch in Österreich. Er polarisiere und trage Konflikte aus der Türkei in die EU hinein. Sollten Erdogan oder seine Minister bei den anstehenden Nationalratswahlen in Österreich im Oktober Ähnliches planen, "so möchte ich schon jetzt festhalten, dass wir diese Einmischung keinesfalls akzeptieren würden", sagte der ÖVP-Politiker.

Erdogan hatte am Freitag alle Türken in Deutschland dazu aufgerufen, bei der Bundestagswahl im September nicht für die CDU, SPD oder Grünen zu stimmen, da diese "alle Feinde der Türkei" seien - "heute.at" berichtete hier.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz verbaten sich daraufhinjede Einmischung der Türkei in den Bundestagswahlkampf. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) warf Erdogan vor, die Menschen in Deutschland gegeneinander aufhetzen zu wollen.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sind ohnehin sehr angespannt, unter anderem wegen der Verhaftung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel und des deutschen Menschenrechtsaktivisten Peter Steudtner.

Umgekehrt wirft die Türkei Deutschland vor, Unterstützern des gescheiterten Militärputschen vom Sommer 2016 Schutz zu gewähren.

Seit Samstag hat sich die Lage noch einmal verschärft, nachdem der türkischstämmige Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli auf Betreiben der Türkei im Urlaub in Spanien festgenommen wurde -mehr dazu lesen Sie hier.

(Red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bertl K. am 20.08.2017 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Warum solche Panik Herr Kurz ?

    Was fürchten Sie wird passieren, wenn seine Bürger nicht zur Urne schreiten ? Die haben die VP bisher nie gewählt, da sie allein von rot-grün verwöhnt wurden und werden. Somit müsste die VP doch froh sein, wenn die der Wahl fern blieben, oder ?! Und: Warum hört bzw liest man jetzt nichts mehr über die vielen (verbotenen) Doppelstaatsbürgschaften und deren (noch nicht angelaufenen) Aberkennungsverfahren ??? Ich hätte gerne Antworten auf all diese Fragen !

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  • Paul am 20.08.2017 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SPÖ und Grüne handeln gegen das Gesetz!

    Es leben 116.838 Türken bei uns. Seit Wochen wird über türkische Doppelstaatsbürgerschaften diskutiert, die gesetzlich verboten sind. Innenminister Sobotka (ÖVP) hatte türkischen Doppelstaatsbürgern den Kampf angesagt zumindest rhetorisch. Faktisch sind unsere Behörden handlungsunfähig, weil Grüne und SPÖ sich für eine kulante Lösung aussprechen! Schließlich geht es um "ihre" Wählerstimmen. Hätten wir das Problem noch vor der Wahl gelöst, gäbe es für Erdogan keine Angriffsfläche.

  • Tomcat76 am 20.08.2017 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einmischen vs. Einmischung

    Erdogan will nicht, dass sich andere Staaten sich in Angelegenheiten der Türkei einmischen. Er aber mischt sich in Angelegenheiten anderer Staaten ein. Was andere tun ist böse und wenn man das Gleiche selber tut, ist es gut.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gerd am 21.08.2017 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    was für ein honk

    am besten wäre diesen hans wurst in den medien zu ignorieren , dann gibt er es eh bald auf

  • Na sowas am 21.08.2017 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    I glaub's net

    "ÖVP-Außenminister attackiert den türkischen Präsidenten heftig" *rofl* ob er wohl damit dem Großmufti Angst und Schrecken einflößt, mag sehr stark bezweifelt werden.

  • zimbol am 21.08.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wien

    ist Erdogans Stadt

  • EU Bürger am 20.08.2017 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurz in EU

    Wer wird sich um das kümmern was der Herr Kurz sagt? Er ist zwar unsere Minister aber unwichtiger Politiker in EU,...

  • Susanne k am 20.08.2017 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Suzi

    Er soll sich lieber um seine eigenen Staatsangelegenheiten kümmern !!!!