"Internationales Misstrauen"

30. März 2018 10:22; Akt: 30.03.2018 12:31 Print

BVT-Chef Gridling kritisiert seinen Vorgänger

Der mittlerweile suspendierte Peter Gridling sorgt sich um das internationale Vertrauen in das BVT und schließt sogar eine Rückkehr ins Amt nicht aus.

Der von Innenminister Herbert Kickl suspendierte Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, Peter Gridling. (Bild: Sabine Hertel)

Der von Innenminister Herbert Kickl suspendierte Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, Peter Gridling. (Bild: Sabine Hertel)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bereits seit mehreren Wochen beschäftig der Skandal rund um das Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung die Republik. Jetzt meldete sich erstmals der suspendierte Leiter des BVT, Peter Gridling, mit einem ausführlichen Interview in der Freitagsausgabe der "Salzburger Nachrichten" zu Wort. Was Peter Gridling dort erzählte, hatte es aber in sich: Laut eigener Aussage erfuhr Gridling beispielsweise erst bei der Hausdurchsuchung, dass auch gegen seine Person ermittelt werde. Überbringer der schlechten Nachricht soll Peter Goldgruber gewesen sein, seines Zeichens der neue Generalsekretär des Innenministeriums und enger Vertrauter Herbert Kicks (FPÖ).

Umfrage
Was halten sie von den Vorwürfen gegen Peter Gridling?
40 %
48 %
12 %
Insgesamt 171 Teilnehmer

Peter Gridling geht es "bescheiden"

Im Interview erklärte der BVT-Leiter ebenso, dass er eigentlich bis heute nicht wisse, was ihm eigentlich konkret vorgeworfen werde. Auch die Tatsache, dass ihn Generalsekretär Goldgruber über die Vorwürfe gegen seine Person informiert hatte, ohne dabei aber ins Detail zu gehen, mutet Gridling befremdlich an: "Eine solche Benachrichtigung kommt normalerweise von der Staatsanwaltschaft." Er wisse nur, dass ihm die Unterlassung der Löschung bestimmter Datensätze vorgeworfen werde, nicht aber worauf diese Vorwürfe konkret gestützt sein. Sein persönliches Befinden bewertet Gridling als "Bescheiden, Sie können sich vorstellen, nachdem mir vorgestern die Suspendierung verkündet wurde, fühle ich mich nicht sonderlich wohl in meiner Haut." Der in Ungnade gefallene Amtsleiter will die Vorwürfe allerdings nicht so stehen lassen und kündigte im Gespräch mit den "Salzburger Nachrichten" rechtliche Schritte an.

Kritik an Vorgänger: Verwunderung bei internationalen Partnern

Deutliche Worte fand Gridling im Interview auch für seinen Amtsvorgänger Gert-René Polli. Gridling habe das Amt damals in einer ähnlichen Situation von seinem Vorgänger übernommen, wie sie sich jetzt abzuzeichnen beginnt. Der suspendierte Leiter des BVT sieht durch die Causa rund um das Bundesamt einen großen Imageschaden für die Republik im Ausland. "Ich weiß das, weil ich das BVT in so einer Phase übernommen habe und über ein Jahr damit verbracht habe, Vertrauen bei den internationalen Partnern wiederherzustellen, das mein Vorgänger verloren hatte." Er frage sich außerdem, ob die momentane Situation im Ausland durch die zuständigen Vertreter der Republik ausreichend geklärt werden, aber: "Einfach herzugehen und zu sagen: Jetzt könnt ihr uns wieder vertrauen - so funktioniert das nicht."

Gridling will auch BVT-Rückkehr nicht ausschließen

Zur Rolle von Innenminister Herbert Kickl in der Causa wollte sich Gridling im Gespräch mit den "Salzburger Nachrichten" nicht äußern, für Aufsehen sorgte aber seine Ankündigung im Falle einer Klärung der Vorwürfe gegen seine Person wieder für den Chefposten im BVT zur Verfügung stehen zu wollen. Gridling zitierte hier gar Kickl: "Wenn sich der Gridling nichts zuschulden hat kommen lassen, dann wird er wieder BVT-Direktor." Ob er dies denn überhaupt wollen würde? "Ich habe mir nichts vorzuwerfen!", insofern sei es für Gridling auch kein Problem wieder seine Pflicht zu erfüllen, nachdem er entsprechend rehabilitiert worden sei.

(mat)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • murksi am 30.03.2018 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Er soll

    sich keine Sorgen machen,es geht alles seinen Weg und wenn er nichts zu verbergen hat,wird alles Gut.Sorgen macht man sich eigentlich,wenn man irgendwas falsch gemacht hat und dann kommen die Sorgenfalten!

  • Patriot5611 am 31.03.2018 02:09 Report Diesen Beitrag melden

    Es liegt alles beim Staatsanwalt und

    dort wird geprüft. Also abwarten und dann "aufregen" (oder auch nicht).

  • rubart relieht am 31.03.2018 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    die reise des mag. peter griedling

    mr. gridling, von soko briefbomben in der sache brief-und rohrbombenterror der 1990iger jahre in österreich zu europol, zum obersten verfassungshüter und terrorismusbekämpfer dieser republik österreich, wohin wird seine weiter berufliche reise wohl gehen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • rubart relieht am 31.03.2018 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    die reise des mag. peter griedling

    mr. gridling, von soko briefbomben in der sache brief-und rohrbombenterror der 1990iger jahre in österreich zu europol, zum obersten verfassungshüter und terrorismusbekämpfer dieser republik österreich, wohin wird seine weiter berufliche reise wohl gehen?

  • Patriot5611 am 31.03.2018 02:09 Report Diesen Beitrag melden

    Es liegt alles beim Staatsanwalt und

    dort wird geprüft. Also abwarten und dann "aufregen" (oder auch nicht).

  • murksi am 30.03.2018 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Er soll

    sich keine Sorgen machen,es geht alles seinen Weg und wenn er nichts zu verbergen hat,wird alles Gut.Sorgen macht man sich eigentlich,wenn man irgendwas falsch gemacht hat und dann kommen die Sorgenfalten!

  • Shabeskeer am 30.03.2018 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Shabeskeer

    Bald werdet ihr einen Ruf haben den ihr euch verdient habt........ Mein Lohn, zu den wirklichen wirtschatsbossen und nicht eure Angestellten geisteserkkrankten doubles FBI kennt schon einen Teil der Wahrheit, bald kommt der Rest eurer staatlich Organisation des Menschenhandel der bis in die obersten Ränge reicht

    • Shabeskeer am 30.03.2018 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      Shabeskeer

      Wieder typisch für ein taeterland diese minus mach den vielen Toten und verschwundenen, wichtig sind halt die neuen Millionäre jährlich in oesterreich Nein danke zum Täterverein

    einklappen einklappen