5-Länder-Studie

24. August 2017 07:33; Akt: 24.08.2017 11:45 Print

Nirgends wird Islam so sehr abgelehnt wie bei uns

Die Bertelsmann-Stiftung hat die Integration von Muslimen in fünf Ländern miteinander verglichen. Die Ergebnisse für Österreich.

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In Österreich leben rund 700.000 Menschen, die dem muslimischen Glauben folgen. Die deutsche Bertelsmann-Stiftung hat in einer Studie die Situation dieser Menschen mit denen der Muslime in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Großbritannien verglichen.

Umfrage
Macht es Ihnen etwas aus, Muslime als Nachbarn zu haben?
73 %
19 %
8 %
Insgesamt 2108 Teilnehmer

Prinzipiell läuft die Integration in Westeuropa gut, doch es gibt Verbesserungsbedarf. 10.000 Muslime und Nicht-Muslime wurden für die Studie befragt.

Islam abgelehnt
Obwohl sich der Vorwurf der "Parallelgesellschaften" in der Studie nicht bestätigt (97 Prozent der Muslime haben Kontakt zu Menschen mit anderer Religionszugehörigkeit), misst die Studie in Österreich eine besonders große Abneigung gegen den muslimischen Glauben.

Nirgends ist die Ablehnung des Islam so stark ausgeprägt, wie in Österreich. 28 Prozent, fast ein Drittel, der Befragten wollen lieber nicht neben Muslimen wohnen.

Zum Vergleich: In Deutschland sagen das nur 19 Prozent, in Frankreich sogar nur 14 Prozent.

Übrigens: Auch neben Menschen mit anderer Hautfarbe wollen die Österreicher am wenigsten gerne wohnen. 10 Prozent lehnen das ab. In den anderen untersuchten Ländern liegt dieser Wert durchwegs unter 5 Prozent.

Liebe zu Österreich
Die Abneigung der Österreicher gegen Muslime wirkt sich offenbar auch umgekehrt aus. Die emotionale Verbundenheit zum Aufnahmeland ist zwar trotzdem sehr hoch, aber im Ländervergleich am schlechtesten. "Nur" 88 Prozent der Muslime fühlen sich emotional mit Österreich verbunden, in Deutschland sind es immerhin 96 Prozent.

Die weiteren Ergebnisse der Studie

Deutsch als Kind
Nur 21 Prozent der Eingewanderten sprechen bereits im Kindesalter Deutsch. Das ist ein niedriger Wert, in Frankreich ist der Anteil an Französischsprechenden weitaus höher. In der Nachfolgegeneration steigt der Anteil in Österreich bereits rasant auf 70 Prozent.

Schule
Vier von zehn Einwandererkindern verlassen die Schule vor dem 17. Geburtstag. Damit liegt Österreich im Mittelfeld. In Frankreich ist das Schulsystem ein anderes, hier werde später selektiert, was der Integration zuträglicher ist, heißt es in der Studie.

Arbeitsmarkt
In Sachen Arbeitsmarkt steht Österreich im Vergleich zu den anderen Ländern gut da. Es herrschen gute Bedingungen für die Integration von Zuwanderern. Theoretisch. Denn die hohe Arbeitslosigkeit macht diese Vorteil fast bedeutungslos. Muslime sind in Österreich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Nicht-Muslime.

Die Annahme, dass muslimische Frauen seltener arbeiten gehen als nichtmuslimische, hat sich laut der Studie bestätigt. In Österreich haben 43 Prozent der Frauen einen Vollzeit-Job. Unter Musliminnen sind es 34 Prozent.

Fromme Muslime
Ebenfalls auffallend: Strenge Religionsausübung wirkt offenbar benachteiligend. Auch bei guter Bildung haben solche Menschen ein geringeres Einkommen und sind öfter arbeitslos. Als "hochreligiös" galt man laut Studie wenn man regelmäßig fünfmal pro Tag betet und das Freitagsgebet besucht.

In Österreich bezeichnen sich immerhin 42 Prozent der Muslime als "hochreligiös".

(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maru am 24.08.2017 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt keine integrierten

    Kenne kein land wo die integration der moslems funktioniert.

    einklappen einklappen
  • Susi am 24.08.2017 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man durch die

    Öffentlichkeit geht, sieht man die extreme Ablehnung der heimischen Kultur durch die Angehörigen der islamischen Kultur. Wie steht's damit?

  • Anthrazit am 24.08.2017 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wen..

    bitte wundert das noch?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gom am 25.08.2017 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Es gibt keinen Christ, keinen Budhist, keinen Sikh, keinen Kommunist oder welcher Ideologie auch immer jemand angehören kann, der seine Gewalt mit eben dieser Ideologie und aus Dieser heraus stringent, plausibel und schlüssig erklären und begründen könnte. Es sei denn er ist Moslem oder Nazi, denn diese systemimmanente Gewalt des Islam, wie des Nationalsozialismus, verleiht ihnen ein Alleinstellungsmerkmal, welches deren völlige und totale Ächtung als akzeptabel erscheinen lässt.

  • Seher am 24.08.2017 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    komisch

    ich würde in kein Land emigrieren wo ich nicht erwünscht bin. Trotzdem kommens in Massen, nehme an das es die Gratisvollversorgung ist.

  • Hans am 24.08.2017 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlende Toleranz

    Wie sollen Menschen sich in eine Gesellschaft integrieren in der sie gehasst werden? Menschen die muslime hassen, haben keinen unterschied zu den IS Kämpfer die christen hassen.

    • Censorship am 25.08.2017 10:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Hans

      Die letzte öffentliche Enthauptung eines Moslems war wann, in einem christlichen Staat? Wie dumm kann man versuchen Argumente zu erfinden??

    • Kritischer Geist am 25.08.2017 10:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Hans

      Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Die Ablehnung ist die Folge der Integrationsdefizite, nicht deren Ursache. Zuwanderer aus Ostasien, Indien, Russland oder Lateinamerika integrieren sich spätestens in der zweiten Generation vollständig und sind dementsprechend auch besser akzeptiert. Übrigens: Islamische Zuwanderer sind weltweit wenig geschätzt. Auch in China, Indien oder Russland gibt es massive Probleme mit islamischen Zuwanderern. Leben dort überall böse Neonazis oder hat es vielleicht doch etwas mit einer Religion zu tun, die die Menschen in Gläubige und Ungläubige einteilt?

    einklappen einklappen
  • Gündogan Erdogan am 24.08.2017 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Eine blutige Eroberung

    Wir haben nix gegen Ausländer außer sie bleiben da. Der Österreicher hat auch nichts gegen Immigration. solange sie kontrolliert stattfindet und wer sich nicht integriert gehört ausgewiesen. Aber was hier passiert hat nicht mit Immigration oder Flüchtlingen zu tun. Es ist eine Invasion. Gläubige Türken wissen das schon seit Jahren, viele mögen Österreich, möchten hier bleiben und bemühen sich Teil der Gesellschaft zu werden. Die nachkommenden Generationen machen eher Probleme. Die ganzen Afrikaner und Syrer etc. sind einfach hier um unser Land zu nehmen. Wie damals die Spanier in Amerika.

  • keksi am 24.08.2017 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lieb haben

    Also wenn ich mich in Wien so umsehe dürften sich die Moslem sehr geliebt fühlen von uns Österreicher.....sonst wären nicht soviele da und vor allem so lang !!!