Bizarre Ansichten

14. August 2018 16:32; Akt: 14.08.2018 16:34 Print

So stellt sich das Asylamt Homosexuelle vor

Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl kauft einem Asylsuchendem nicht ab, homosexuell zu sein. "Der Falter" berichtet über die fragwürdige Rechtfertigung.

Dass sich der Afghane von Männern angezogen fühlt, will man ihm nicht glauben.  (Bild: imago stock & people)

Dass sich der Afghane von Männern angezogen fühlt, will man ihm nicht glauben. (Bild: imago stock & people)

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Ein junger Afghane sucht Schutz in Österreich. Er wird wegen seiner sexuellen Ausrichtung in seinem Heimatland verfolgt, was grundsätzlich ein Asylgrund wäre. Doch wie die Wochenzeitung "Falter" in ihrer neusten Ausgabe berichtet, glaubt das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) das nicht – und das aus zum Teil äußerst fragwürdigen Argumenten.

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Nina Horaczek vom "Falter" hat via Twitter Auszüge der Begründungen veröffentlicht. Dort heißt es etwa: "Weder Ihr Gang, Ihr Gehabe oder Ihre Bekleidung haben auch nur annähernd darauf hingedeutet, dass Sie homosexuell sein könnten."

Weiterer Grund für die Annahme, der Afghane könne keinesfalls schwul sein, ist für das BFA offenbar, dass der Betroffene Auseinandersetzungen mit Zimmergenossen hatte. Das widerspräche einem "typisch-homosexuellem Verhalten". So heißt es: "Ein Aggressionspotential ist bei Ihnen also vorhanden, das bei einem Homosexuellen nicht zu erwarten wäre."

Eine ähnlich absurde Schlussfolgerung: Wer wenige Freunde hat, sei wohl kaum homosexuell. So heißt es: "Freunde hätten Sie nicht sehr viele, steht in dem Bericht ebenso. Sind Homosexuelle nicht eher gesellig?".

Wie beweist man die sexuelle Ausrichtung?

Seit 2013 gilt Homosexualität aufgrund eines Urteils des Europäische Gerichtshofs (EuGH) als Asylgrund, wenn die eigene sexuelle Orientierung im Herkunftsland mit einer Haftstrafe oder Schlimmerem bestraft wird. In Afghanistan werden homosexuelle Handlungen als Verbrechen geahndet. Das Gesetz sieht eine Freiheitsstrafe vor.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren schon lange, dass Schutzsuchende mit einer anderen sexuellen Ausrichtung diese "beweisen" müssen. Wie soll Homosexualität bewiesen werden? Psychologische Tests zur Bestimmung der sexuellen Orientierung sind nach einem Urteil des EuGH diskriminierend und daher nicht erlaubt. Die Aussagekraft solcher Tests sei bislang zu unzuverlässig, um den Eingriff in die Rechte eines Asylwerbers zu rechtfertigen, lautete der dementsprechende Entscheid im Jänner.

Die gängige Praxis ist es, dass Asylbeamte, die in gezielten Fragestellungen geschult werden, die Glaubwürdigkeit beurteilen – was dabei rauskommt, zeigt der neue "Falter"-Bericht.

Der "Falter" erscheint wöchentlich am Mittwoch.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ernesto am 14.08.2018 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wer es glaubt

    Ja ja,minderjährig und homosexuell und nach 2Jahren kommen Frauen und Kinder nach.

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  • Ludwig am 14.08.2018 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Die sexuelle Ausrichtung als Asyl-Grund?

    Da kann ja jeder daher kommen.

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  • Preimsberger am 14.08.2018 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der "Falter" schreibt ...

    ... und wenn es im "Falter" steht muss es auch stimmen :-)

Die neuesten Leser-Kommentare

  • ElMu am 16.08.2018 05:16 Report Diesen Beitrag melden

    Es sei dahingestellt....

    Ob der Afgahne wirklich homosexuell ist oder nicht..... Auf alle Fälle ein super Fluchtgrund der nicht nachzuweisen ist. Da werden in Zukunft nur mehr Homosexuelle aus muslimischen Ländern kommen. Zumindest werden sie das angeben. Ich glaube dass es Zeit wird, die EUAsylgesetze der Zeit anzupassen. Die sind soweit ich weiß irgendwas um 1955 herum. Die Welt hat sich geändert und so sollten es die Gesetze auch tun... Wir (Europa) sitzen in einem Kochtopf der ganz langsam heisser wird und merlen es nicht. Wenn es uns dann zu heiß wird ist es schön zu spät sein und können nicht mehr raus...

  • Johann am 15.08.2018 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    So soll es sein?

    Also müssen mindestens 2 gefunden werden die dann live vor den Beamten eine oralshow abliefern um Glaubwürdigkeit zu beweisen? Sehr erniedrigend,oder?

  • Zwutschko am 15.08.2018 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    He, he, he

    Diese Entscheidung des Amtes ist ja gar nichts im Vergleich zu den Stereotypen, die hier in den Kommentaren präsentiert werden. Und warum ein Asylbewerber das Schwulsein nachzuweisen hat, will sich mir auch nicht erschließen. Demnächst muss auch noch ein Strafverdächtiger nachweisen, daß er unschuldig ist, oder wie. Eicht mal Euren Kompass.

  • franka am 15.08.2018 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich kann es

    ich traue mich behaupten das ich es kann. mir gefällt die Gestik, Mimik und Sprache, des kann ich es

    • Rorschach am 15.08.2018 17:28 Report Diesen Beitrag melden

      Sie sind also eine Art gay whisperer?

      Diese Definition gibt es tatsächlich. Leicht zu finden im Netz...

    einklappen einklappen
  • franka am 15.08.2018 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das

    Korbi natürlich nicht meiner Meinung ist ist mir schon klar .ich trete gerne den Beweis an .mir gefällt nämlich die Art der homosexuellen, deswegen traue ich mir das zu