47. Prozesstag

01. August 2018 16:52; Akt: 01.08.2018 17:14 Print

"Bezaubernde Jeannie" blattelt Grasser auf

Grassers Wochenendgestaltung in den Jahren 2005 und 2006 war Thema des 47. Buwog-Prozesstages.

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Am letzten Prozesstag vor der Sommerpause sprach die Richterin mit Karl-Heinz Grasser über dessen zweite Einvernahme vor den Ermittlern und sein Bewegungsprofil aus den Jahren 2005 und 2006.

Es ging wieder um das berühmte Schwiegermuttergeld. Grasser sagte ja, er habe es bei ihr in der Schweiz in Anwesenheit seiner Frau Fiona in drei Tranchen entgegengenommen. An einem Wochenende. Mit dem Auto habe er es dann nach Wien gebracht und bei der Meinl Bank eingezahlt. Also, welches Wochenende kann das gewesen sein?

Die Richterin ging alle Bewegungen Grassers in dieser Zeit minutiös durch. Unzählige Flugreisen waren da vermerkt, einige hat Grasser angetreten, einige nicht, wie er sagte.

"Passt hinten und vorne nicht"
Dass das anhand von Buchungsdaten und Kreditkartenabrechnungen erstellte Bewegungsprofil der Ermittler unvollständig ist, war für Grasser der Beweis dafür, dass hier schlampig gearbeitet wurde und die Aufzeichnungen "das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind".

"Bezaubernde Jeannie"
Teils verärgert, teils scherzend erklärte Grasser der Richterin am Mittwoch, dass er sich an all das eigentlich nicht mehr erinnern könne. Bei einem Flug von Paris nach Wien sagte er etwa: "Den Flug hab ich ziemlich sicher nicht angetreten", es gab ja keinen Hinflug in den Aufzeichnungen. "Ich hab keine bezaubernde Jeannie zuhause, die mich wegblinken könnte", grinste er.

Aufgeblattelt
Nach der Mittagspause widerlegte die Richterin diese Behauptung, mithilfe eines alten Gerichtsverfahrens. Bei diesem Paris-Trip, den Grasser am Vormittag noch dementierte, sind nämlich Kuss-Fotos von Fiona und Karl-Heinz entstanden. Das Medium, das die Fotos damals veröffentlichte, hat Grasser erfolgreich verklagt.

Flüge des Vaters
Zumindest ein Fehler war auch für die zahlreichen Zuschauer in der Gallerie leicht nachzuvollziehen: In den Daten, die die Fluglinie an die Ermittler weitergab, scheint neben einem "Karl-Heinz Grasser" auch ein "Karl Grasser" auf. So heißt Grassers Vater, dessen Flüge wohl unabsichtlich Eingang in das Bewegungsprofil seines Sohnes gefunden haben müssen.

Also wann jetzt?
Wann genau Grasser das Geld von seiner Schwiegermutter erhalten haben könnte, konnte auch in der Verhandlung nicht geklärt werden. Theoretisch sei es möglich, dass Grasser - wenn er sich in Kitzbühel oder Innsbruck aufhielt - auch in die Schweiz gefahren sein könnte. Autofahrten scheinen im Bewegungsprofil nicht auf.

Vorverurteilung oder Verdacht
Doch auch das konnte Grasser nicht beantworten, ihm fehlte die Erinnerung nach immerhin 13 Jahren. Dass die Ermittler das Schwiegermuttergeld mit der Buwog-Provision in Verbindung brachten und entsprechend diesem Verdacht auch Fragen an Grasser richteten, regte ihn auf. Das sei ein klares Zeichen, dass es hier Vorverurteilungen gegen ihn gegeben habe.

Geheimnis um Hochzeitsreise
Durch den Fokus auf die Wochenendgestaltung Grassers verriet er der Richterin auch viel Privates. Oft habe er sich damals in Italien aufgehalten, auch ein Paris-Wochenende mit Fiona und ein Urlaub mit der Schwiegermutter auf Sardinien waren dabei. Auch wo er normalerweise Weihnachten und Ostern feiert, musste vor Gericht ausgebreitet werden.

Wo die Hochzeitsreise hinging, wollte er dann aber doch nicht verraten. In Rom, wo ein Flug kurz nach der Hochzeit hinging, war es aber definitiv nicht.

Um kurz vor 16.30 Uhr ging es in die Sommerpause. Der nächste Verhandlungstag ist erst für Mitte September anberaumt.

Lesen Sie im Live-Ticker des Tages nach, warum ein Kuss-Foto Grasser in Bedrängnis brachte:

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(red/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Betroffener am 01.08.2018 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Wann kommt er und die anderen Verdrecher endlich ins Häfen?

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  • Ludwig am 01.08.2018 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wauw eine Erkenntnis

    In Rechtsststaat von der Politik ist alles schlampig hat er das immer noch nicht kapiert?

  • jo MEI am 01.08.2018 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    nichts als heisse luft

    und geldverschwendung. die anwälte verdienen sich dunn und dämlich und am ende das am ??? sein wird kommtman zur erkenntnis, dass der herr mit den schönen haaren eine straheld weisse weste hat. bis dahin sind millionen unter dem hämmerchen der frau richter zerbröselt. man sollte eigentlich aus erfahrung wissen, dass solchen leuten nicht beizukommen ist ujd wa shaben wir davon wenn der schöne für ein par jahre einwanert ?? haben wir aus der elsner-affäre nix gelernt ? da geht es um hunderte millionen und den bawag-skandal. letztendlich wars nix als heisse luft.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Alexander der Kleine am 03.08.2018 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Schon leiwand

    Dieses ganze "nicht erinnern" geht durch???? Ich empfehle eine lebenslange Einweisung in eine Demenz-Klinik für die Herren, einfach der Sicherheit halber.

  • Karl Fensterstock am 02.08.2018 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ich feier Grassers Verurteilung

    Ich habe schon eine Flasche Veuve Clicquot Ponsardin eingekühlt, mit der ich die Verurteilung von Grasser feiern will.

  • David am 02.08.2018 01:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Free karl heinz grasser!

    Meister alles Klassen der Herr grasser! Ich finde den Menschen Top! Soll die Justiz ihn endlich sein Leben lassen wielqnge wollen sie ihn noch fillitieren?

  • Herta am 01.08.2018 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitsmoral

    Die Arbeitsmoral der Österreichischen Justiz, 6 Wochen Urlaub, Bravo!

    • Fred von Jupiter am 02.08.2018 01:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Herta

      Die Arbeitsmoral der Österreichischen Politiker: 12 Wochen Urlaub.

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  • safe or unsafe am 01.08.2018 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Permanenter U Ausschuss

    Wie lange dauert das noch? Und wie viel haben dem österr Steuerzahler diese Verhandlungstage bereits gekostet? Und wird man auch alle anderen öffentl. Bereiche/Vergaben der letzten 20 Jahre genau aufrollen und schauen ob alles korrekt war