Buwog Tag 46

19. Juli 2018 16:11; Akt: 19.07.2018 16:11 Print

Vermischtes Vermögen und kostenlose Beratung

Am sechsten Tag der Grasser-Befragung lernen wir über Gratis-Beratungen im Ministerium und warum vermischtes Vermögen kein Problem ist.

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Sechs Tage hat Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser nun vor der Richterin ausgesagt. Am Donnerstag erläuterte er unter anderem, warum seine Berater grundsätzlich gratis für ihn arbeiteten.

"Es muss ja nicht immer um’s Geld gehen"
Grasser erläuterte, dass keiner seiner zahlreichen Berater während seiner Zeit als Finanzminister ein Honorar erhalten hätte. Experten, Professoren und eben auch Walter Meischberger hätten ihn gratis in verschiedensten Themen beraten.

Ist das diese "Magnetwirkung" der Politik, die Meischberger beschrieben hat? Grasser sah das positiver. Die Berater hätten ein altruistisches Motiv gehabt und es als "Dienst an der Republik" angesehen. Das sei "selbstverständlich" gewesen. "Es muss ja nicht immer um’s Geld gehen, Frau Rat", erklärte Grasser der Richterin.

Ob er Meischberger als seinen wichtigsten Berater bezeichnen würde? Nein, so könne man das nicht sagen. Aber die parteipolitische Beratung sei Meischbergers Leben gewesen, er habe das gern und gut gemacht. Grasser wäre aus oben genannten Gründen allerdings auch gar nicht auf die Idee gekommen, ihn dafür zu bezahlen.

"Dann vermischt sich das Geld eben"
Sowohl ein Teil der Buwog-Provision als auch das berühmte Geld der Schwiegermutter Grassers landeten auf einem Konto der Briefkastenfirma Mandarin Group, die dem Vermögensberater Norbert Wicki zuzuordnen ist. Für den Staatsanwalt ein Indiz, dass dieser Teil nicht wie von dem behauptet Meischberger gehörte, sondern eben Grasser. Die Richterin wollte wissen, was Grasser zu dieser Vermischung sagt.

Vorher sagte aber Meischberger von der Anklagebank aus etwas dazu. Er regte sich ziemlich auf: "Na und? Dann vermischt sich eben Kapital von unterschiedlichen Konten auf einem Konto des Vermögensberaters", sagte er. Es habe klare Verträge dafür gegeben, da sei es also "vollkommen egal, in welche Tasche des Vermögensberaters man das Geld steckt".

Man könne aus dieser Vermischung absolut keine Schlüsse ziehen, es sei vielmehr die "vollkommen normale" Arbeitsweise eines Vermögensberaters.

"Was hab ich mit der Mandarin zu tun?"
Auch Grasser fragte sich erneut: "Was hab ich mit der Mandarin zu tun?" Er habe eine einzige Überweisung getätigt (das Schwiegermuttergeld) und der Staatsanwalt wolle die Firma gleich ihm zuschreiben. Eine derart kreative falsche Unterstellung hat Grassers Meinung nach nichts in der Anklageschrift zu suchen.

Namens-Memory
Die Richterin sprach Grasser auch auf namentliche Parallelen an. Wie beim Memoryspiel würden die Namen Meischberger und Hochegger sowohl auf Seiten der Buwog-Privatisierung /als Provisionsempfänger), als auch auf Seiten Grassers (als Berater des Finanzministers) aufscheinen. Was sagt Grasser dazu?

Die beiden seien zwei von vielen Beratern gewesen. Aber abgesehen davon betonte er: "Es gab offensichtlich ein Vertragsverhältnis. Das war ein privates Auftragsverhältnis eines privaten Unternehmens mit den beiden Herren." Er hätte es natürlich lieber gehabt, wenn er da nicht hineingezogen worden wäre.

Und auch bei der Mandarin Group taucht wieder der Name Meischbergers und Grassers Schwiegerfamilie auf, bemerkte die Richterin. Grasser wurde da etwas ungehalten, er habe das ja bereits mehrmals erklärt. Er woll sich keine strafrechtlich relevanten Vorwürfe machen lassen, nur weil sein Vermögensberater zwei verschiedene Aufträge auf dem gleichen Konto umgesetzt hat: "Ich sehe hier wirklich nichts Vorwerfbares", so Grasser.

Danach begann die Richterin, mit Grasser seine alten Einvernahmen im Ermittlungsverfahren durchzugehen. Dabei wiederholte sich viel, Grasser bestätigte vieles und präzisierte einige Aussagen.

Nun gibt es wieder eine Prozesspause. Der nächste Verhandlungstag ist für den 1. August angesetzt.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • RobinH am 19.07.2018 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich irre ich mich ebenfalls

    der ganze "Zinober" auf Kosten der Steuerzahler kommt mir vor wie eine live-Übertragung aus einer GrossWäscheAnstalt; die Westen der Angeklagten werden von Tag zu Tag Blüten weisser

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  • ray becker am 19.07.2018 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus

    sagst du nein, gehst du heim, sagst du ja, bleibst du da. eine schmierenkomödie und ich kann euch sagen was unterm strich rauskommt. nämlich dass diese Saubermänner alle fein rauskommen.........

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  • ich hätte am 20.07.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    soo gerne auch

    ein vermögen das ich vermischen kann, habe leider nur einige 2 und 1 und versciedene cent-stücke die ich mischen kann.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Was wo am 22.07.2018 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wer

    Der war auch mal so begehrt wie der farbenspieler

  • ich hätte am 20.07.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    soo gerne auch

    ein vermögen das ich vermischen kann, habe leider nur einige 2 und 1 und versciedene cent-stücke die ich mischen kann.

  • Gerechter am 19.07.2018 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötiger Prozess

    Wann ist endlich dieser Prozess beendet. Kostet unnötig Geld und kommt nichts dabei raus. Mal ehrlich wer kann sich im einzelnen erinnern was er vor 10 Jahren gesagt oder getan hat. Bedingte Strafen und es hat sich.

  • ray becker am 19.07.2018 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus

    sagst du nein, gehst du heim, sagst du ja, bleibst du da. eine schmierenkomödie und ich kann euch sagen was unterm strich rauskommt. nämlich dass diese Saubermänner alle fein rauskommen.........

    • Sepp Unterholzer am 19.07.2018 18:36 Report Diesen Beitrag melden

      Alles glaubwürdig

      Klingt ja eh alles so glaubwürdig; Die Schwiegermama verkauft Swarovski Aktien am Flohmarkt, legt die halbe Mille unter das Kopfkissen und justament, als der Meischi 10 Mille kassiert schenkt sie es dem KarlHeinzi

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  • RobinH am 19.07.2018 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich irre ich mich ebenfalls

    der ganze "Zinober" auf Kosten der Steuerzahler kommt mir vor wie eine live-Übertragung aus einer GrossWäscheAnstalt; die Westen der Angeklagten werden von Tag zu Tag Blüten weisser

    • Max Mustermann am 19.07.2018 15:16 Report Diesen Beitrag melden

      @RobinH

      Naja - man kann sich ja am Ende des Prozesses bei den zu Unrecht Verdächtigten öffentlich entschuldigen. Eine feine Entschädigungsszahlung auf Steuerkosten für erlittenes Ungemach wäre auch nicht schlecht. Dann können sie für immer in ihren weißen Westen davonziehen.

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