Grassers Anwalt

11. Januar 2018 15:50; Akt: 12.01.2018 08:50 Print

Wegen Schöffen-Gespräch: Ainedter kassiert Anzeige

Für Grasser-Anwalt Manfred Ainedter hat sein "Smalltalk" mit Schöffen beim Buwog-Prozess ein Nachspiel. Es droht ein Disziplinarverfahren.

Grasser-Anwalt Manfred Ainedter droht nach

Grasser-Anwalt Manfred Ainedter droht nach "Smalltalk" mit den Buwog-Schöffen ein Disziplinarverfahren. (Bild: picturedesk.com)

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Theoretisch sollten Laienrichter (Schöffen, Geschworene) nicht einmal Zeitung lesen, damit sie unbeeinflusst urteilen. Praktisch ist, zumindest jeder Kontakt mit Anwälten und Angeklagten tabu.

Beim Grasser-Prozess am Mittwoch meldete verstörten Schöffen der Vorsitzenden Marion Hohenecker, Grasser-Anwalt Manfred Ainedter habe sie angesprochen und ihnen zu verstehen gegeben, dass man über ihr Privatleben recherchiert habe.

"Nur Smalltalk"
"Es war nur Smalltalk", so der Verteidiger kleinlaut. In der Pause erklärte er vor Journalisten, dass auf keinen Fall eine böse Absicht dahinter stand. Man sei zufällig gemeinsam im Raucherhof gestanden, da habe er freundlich sein wollen. Dass der Sohn einer Schöffin Fußball spielt und der andere im Kolpinghaus gearbeitet habe, habe Ainedter erwähnt.

Das sei ja ganz logisch, dass man die Schöffen zumindest googelt, so Ainedter. So eine Recherche ist an sich nichts ungewöhnliches, Strafverteidiger prüfen damit, ob ein Befangenheitsgrund vorliegen könnte.

Ein Nachspiel
Doch die Aufregung von gestern hat heute ein Nachspiel. In der Rechtsanwaltskammer ist laut "Kurier" eine Anzeige eingegangen. Jeder Anschein, dass ein Strafverteidiger die Schöffen beeinflussen will, muss vermieden werden. Ainedter droht somit ein Disziplinarverfahren.

Auch die Staatsanwaltschaft will sich den Aktenvermerk ansehen, den die Schöffen nach dem Gespräch an die Richterin weitergaben.

(csc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ray becker am 11.01.2018 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus

    ein Verbrecher verteidigt einen Verbrecher. minus und minus ergibt nicht immer plus.

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  • DaOideKarl am 11.01.2018 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Status Quo unserer Justiz!

    Fast sicher kommt diese "Person" mit einem strengen DUDUDU dvon. Nach einem "Smalltalk" bei dem er sehr genau Bescheid über die Angehörigen der Schöffin wußte, sie aber nicht beeinflussen wollte! Braucht es noch mehr Beweise in welchem Zustand sich unser Justizsystem befindet?

  • Hubert Huber am 11.01.2018 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Das war Drohung

    Dieser Promianwalt wird von vielen Medien hofiert, dabei war das ja eine Drohung oder Einschüchterung gegen die Schöffin....Der müsste sofort im Prozess ausgeschlossen werden, die Anzeige wird eh nix bringen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Seher am 12.01.2018 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Haha

    da wird er aus Rache gleich wieder einen Antrag gegen die Sitzhöhe einwerfen. Mit diesem Anwalt hat sich der Arbeits und Mittellose ein festes Eigentor geschossen.

  • Rob am 12.01.2018 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ainedter

    Irgendwie lieb, wenn der Ainedter versucht sich als Mafiaanwalt aufzuspielen. Wer zu solchen Mitteln greift scheint sich seiner Sache dann doch nicht mehr ganz so sicher zu sein. Das ist gut so.

  • Robert am 12.01.2018 02:55 Report Diesen Beitrag melden

    Überällig beim Herrn E

    Sehr gut ich hoffe das die Krähen sich doch mal ein Auge aus hacken!

  • Hubert Huber am 11.01.2018 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Das war Drohung

    Dieser Promianwalt wird von vielen Medien hofiert, dabei war das ja eine Drohung oder Einschüchterung gegen die Schöffin....Der müsste sofort im Prozess ausgeschlossen werden, die Anzeige wird eh nix bringen...

    • Das omen am 12.01.2018 05:47 Report Diesen Beitrag melden

      das war taktik keine drohung

      wenn der anwalt ausgeschlossen wird, hat das meist eine verzögerung von ein zwei jahren zur folge. was durchaus sein kann das das die absicht des anwaltes war. das heisst der prozess müsste beendet/neu aufgerollt bzw so lange gestoppt werden bis das der neue anwalt sich eingearbeitet hat. bei der aktenlage sind das mind. ein bis zwei jahre.

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  • Statistiker am 11.01.2018 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch leben wir in einem Rechtsstaat

    Ich halte Herrn Ainedter für einen ausgezeichneten Anwalt und verabscheue diese mediale Vorverurteilung Grassers und das Bashing seines Anwalts zutiefst! In einem Rechtsstaat ist jeder so lange unschuldig, bis ihm Schuld nachgewiesen werden kann!

    • Rudolph I. am 12.01.2018 05:50 Report Diesen Beitrag melden

      Umgekehrt

      Leider leben wir in einem Linksstaat!

    • wonderer am 12.01.2018 05:59 Report Diesen Beitrag melden

      ist schon ein genialer taktiker

      herr ainedter ist kein ausgezeichneter anwalt er ist einer der besten wenn nicht der beste anwalt in österreich. das mit den schöffen ist eine geniale taktik um den prozess zu verzögern oder abzubrechen. hut ab vor dem anwalt.

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