Buwog-Prozess

08. März 2018 16:58; Akt: 08.03.2018 17:02 Print

Über die Leberkas-Vorliebe der Finanzbeamten

Ein Tag, zwei Angeklagte. Walter L. sinnierte unter anderem über die Wichtigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln und Leberkäse.

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(v.l.) Der Angeklagte Walter Meischberger, Anwalt Manfred Ainedter und der Angeklagte Karl-Heinz Grasser (v.l.) Der Angeklagter Peter Hochegger, der Angeklagte Walter Meischberger, Anwalt Manfred Ainedter und der Angeklagte Karl-Heinz Grasser Der Angeklagte Peter Hochegger (l.) und Anwalt Herbert Eichenseder Die Anwälte Rupert Kreuml (l.) und Oliver Plöckinger Buwog-Prozess Tag 24: Anwalt Michael Dohr mit auffälliger Krawatte in Hemd. Wichtig zu wissen: "Das ist eine Motte, kein Schmetterling!" Der Angeklagte Peter Hochegger Staatsanwalt Alexander Marchart Der Angeklagte Karl-Heinz Grasser Anwalt Manfred Ainedter Richterin Marion Hohenecker Der Angeklagte Karl-Heinz Grasser vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und dem Linzer Terminal Tower, am Donnerstag, 8. März 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. Anwalt Leonhard Kregcjk (l.) und der Angeklagte Peter Hochegger vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und dem Linzer Terminal Tower, am Donnerstag, 8. März 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. Der Angeklagte Peter Hochegger vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und dem Linzer Terminal Tower, am Donnerstag, 8. März 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. (v.l.) Der Angeklagte Walter Meischberger, Anwalt Manfred Ainedter und der Angeklagte Karl-Heinz Grasser vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und dem Linzer Terminal Tower, am Donnerstag, 8. März 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. (v.l.) Anwalt Manfred Ainedter, der Angeklagte Walter Meischberger und der Angeklagte Karl-Heinz Grasser vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und dem Linzer Terminal Tower, am Donnerstag, 8. März 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. (v.l.) Der Angeklagte Walter Meischberger, Anwalt Manfred Ainedter und der Angeklagte Karl-Heinz Grasser vor Beginn des Strafprozesses wegen Bestechungs-und Untreueverdachts bei der Buwog-Privatisierung und dem Linzer Terminal Tower, am Donnerstag, 8. März 2018, im Großen Schwurgerichtssaal am Wiener Straflandesgericht. 08.03.2018, Landesgericht für Strafsachen, Wien, AUT, Strafprozess gegen ehemaligen Finanzminister Grasser, wegen Bestechungs- und Untreueverdacht bei BUWOG-Privatisierung und Linzer-Terminal-Tower, im Bild (v.l.) Anwalt Manfred Ainedter, der Angeklagte Walter Meischberger und der Angeklagte Karl-Heinz Grasser.

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Dann kam der nächste Angeklagte dran. Walter L. ist Angestellter der Real Treuhand (Raiffeisen Oberösterreich) und der erste wirkliche Linzer, der zum Terminal Tower am Hauptbahnhof der oberösterreichischen Hauptstadt aussagt.

Von der angeklagten Provisionszahlung in der Höhe von 200.000 Euro hat er wenig mitbekommen, dafür erheiterte er das Gericht mit ungezwungenen Sprüche zum Raiffeisen-Boss Ludwig Scharinger, der Notwendigkeit von öffentlichem Verkehr und zu Leberkäs-Semmeln.

Parkplatz-Thematik
Die von einem anderen Angeklagten dargestellte Parkplatz-Thematik, an der die Eimietung der Finanz in den Terminal Tower fast gescheitert sein soll, sieht der heutige Befragte nicht so tragisch. Man brauche gar nicht so viele Parkplätze, es würden ja doch auch einige mit den Öffis kommen.

"Leberkas" als Zufriedenheitsgarant
Angesprochen auf den Unmut der Mitarbeiter ob des Umzuges zum Bahnhof meinte der Angeklagte L. dass einer der früheren Standorte am Linzer Hauptplatz natürlich zentraler gelegen war. "Da is ja auch der Leberkas-Pepi unten", begann er eine der lustigsten Einschätzungen des Tages.

Im Grunde gäbe es aber ja auch beim Bahnhof jetzt eine Filiale des legendären Leberkäse-Geschäfts, das würde die Unzufriedenheit der Finanzmitarbeiter im neuen Terminal Tower in Grenzen halten: "Das taugt ihnen total", sagte L.

Generaldirektor von "eh alles"
Auch die markigen Beschreibungen des Raiffeisen-Bosses Ludwig Scharinger erheiterten am Donnerstag einige. Er erinnerte sich an ein Meeting, wo er ein Statement mit "Ich glaube..." begonnen habe. Das habe Scharinger mit den Worten: "Glauben tut man in der Kirche", gleich gestoppt.

In welcher Funktion Scharinger ihm als Terminal Tower GmbH-Geschäftsführer Weisungen gegeben haben soll? "Der war Generaldirektor vor was? Generaldirektor der Raiffeisen, Generaldirektor von 'eh alles', von ganz Linz?", wollte die Richterin wissen.

Die Antwort des Angeklagten: "Ja. Generaldirektor von 'eh alles' trifft's ganz gut."

Grasser und Plech unbekannt
Auf die Fragen, ob L. die Herren Grasser oder Plech kennt, antwortete er stets mit "Nein". Er wusste wohl, dass Grasser der zuständige Minister ist, habe ihn aber im Zuge des Projektes nie wahrgenommen, sagte er aus.

"Schauderlich"
Einen internen Prüfbericht der Raiffeisen Oberösterreich zum Thema Terminal Tower bezeichnete L. als "schauderlich", weil er da als "Verschleierer" dargestellt worden sein soll, was er aber nicht sei. Der Bericht sei nicht objektiv und schlampig recherchiert.

Nun gibt es eine längere Prozesspause. Der nächste Verhandlungstag ist erst für den 4. April 2018 angesetzt.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Berndt Uber am 08.03.2018 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Leberkäs

    Einige der Angeklagten, die bis jetzt mit 5-Sterne-Hotels plus vorlieb genommen hatten, sollten sich ernsthaft mit der Leberkäs-Variante beschäftigen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Berndt Uber am 08.03.2018 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Leberkäs

    Einige der Angeklagten, die bis jetzt mit 5-Sterne-Hotels plus vorlieb genommen hatten, sollten sich ernsthaft mit der Leberkäs-Variante beschäftigen.