Grasser-Konter

19. Dezember 2017 09:15; Akt: 19.12.2017 14:13 Print

Tag 5: Grasser "massiv negativ überrascht"

Das Highlight des fünften Prozesstages in der Causa Buwog spielte sich am Rande ab: Karl-Heinz Grasser reagierte erstmals auf Hocheggers Vorwürfe.

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Was haben sich die Prozessbeobachter von Tag 5 des Buwog-Prozesses erwartet? Geplant waren die Verteidiger-Plädoyers der übrigen Angeklagten. Spannend deshalb, weil einer von ihnen - so wie Hochegger am Freitag - "umfallen" und Grasser ebenfalls belasten hätte können.

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Grasser "betroffen"

Überraschend kam jedoch die erste öffentliche Stellungnahme Karl-Heinz Grassers zu Hocheggers angekündigtem Geständnis. Der Clip einer Journalistin kursierte dazu auf Twitter. "Für mich ist klar, dass hier der PR-Mann Hochegger versucht, sich hier mit der Unwahrheit freizukaufen. Und dass er dabei nicht davor zurückschreckt, andere in den Schmutz zu ziehen, das war für mich eine massiv negative Überraschung mit der ich wirklich nicht gerechnet habe", sagt er.


Kaiser Joseph II und die Billa-Verkäuferin

Im Gerichtssaal wurde am Dienstag ein Feuerwerk an Plädoyers gezündet. Der Anwalt von Ex-ImmoFinanz-Chef Karl Petrikovics hellte die Stimmung mit launigen Vergleichen auf. Die zahlreichen Einsprüche zu Beginn des Prozesses seien die Pflicht der Verteidiger gewesen. Dazu zitierte er Kaiser Joseph II, der zu Mozart nach einer Opernpremiere gesagt haben soll: "A bisserl viele Noten, Herr Mozart." Mozart antwortete angeblich so, wie auch Anwalt Otto Dietrich jemandem antwortet, der ihm seine vielen Anträge zum Vorwurf macht: "Grad so viele wie notwendig."

Auch eine metaphorische Billa-Kassiererin wurde erwähnt. Petrikovics' Aufgabe sei es gewesen, für die ImmoFinanz einen guten Preis für die Buwog zu erzielen, nicht für die Republik. "Wenn Sie beim Billa etwas kaufen, werden Sie die Kassiererin bei der Kassa auch nicht zu überreden versuchen, doch ein bisschen mehr für das Produkt zu verlangen", verglich Dietrich.

Dass das Geld über Hocheggers Briefkastenfirma in Zypern floss, sei "nicht unüblich", denn: "Diskretion ist nicht strafbar." Petrikovics wird sich ebenso wie alle anderen Angeklagten an Tag 5 für nicht schuldig bekennen.

Die Verteidiger von Ex-ImmoFinanz-Manager Christian Thornton, Ex-Raiffeisen Oberösterreich-Vorstand Georg Starzer, seinen Mitarbeiter Walter L.,Karlheinz S. und Erwin S. sowie den ehemaligen Porr-Mitarbeitern Josef W. und Friedrich G. stießen alle ins selbe Horn. Sie bekannten sich nicht schuldig.

Warum nicht? Die Tatsache, dass das Geld am Ende bei Grasser gelandet ist (wie es die Staatsanwaltschaft glaubt), war ihnen nie bewusst. Deshalb wären die Vorwürfe der Beitragstäterschaft zu Untreue und Bestechung auch nicht gerechtfertigt.

Was erwartet uns morgen?

Der Mittwoch wird ein spannender Tag: Die Anwälte von Gerald Toifl und Vermögensberater Norbert Wicki werden noch ihre Plädoyers halten, dann beginnen die Einvernahmen. Früher als geplant, eigentlich wären sie erst für den Jänner erwartet worden.

Welcher Angeklagte als erster einvernommen wird, das fragte sich auch Grasser-Anwalt Manfred Ainedter. Die Richterin sagte nur soviel: "Ich gehe davon aus, dass alle Angeklagten allzeit bereit sind."

Für alle Genannten gilt bis es ein rechtskräftiges Urteil gibt die Unschuldsvermutung.


Lesen Sie hier alle Infos des 5. Prozesstages im Live-Ticker nach:

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Unglaublich am 19.12.2017 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann beim

    besten Willen nicht verstehen warum die Richterin die beiden Herren in den Kasperlanzügen überhaupt reinlässt???? Die halten das Ganze doch nur für einen Faschingsscherz wo sie sich ganz nebenbei eine goldene Nase verdienen !!!!

  • Shabeskeer am 19.12.2017 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Shabeskeer

    Krawatte,Titeln und geld-----was kommt dabei raus?---

    einklappen einklappen
  • RobinH am 19.12.2017 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    jaja....

    so kann´s gehen, wenn es zu viele Beteiligte, Mitwisser gibt (bei voller Unschuldsvermutung) Einem plagt dann meist doch das Gewissen.... Auch wenn der Andere mit blütenweissen Hemd auftritt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hubert Huber am 19.12.2017 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Gestehen

    Grasser sollte einfach gestehen und aus - vielleicht fällt dann die Strafe ein bisserl milder aus.

  • Lisbeth am 19.12.2017 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Grasser u. Co.

    Bei aller "Unschuldsvermutung "eines ist sicher, die Anwälte sind saniert .Da geht danach keiner mehr arbeiten.

  • Controller am 19.12.2017 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Kasperltheater

    Was hier an Gerichtskosten über unsere Steuergelder fließt ist eine Frechheit. Diese Anwälte provozieren in der Hoffnung, dass der Prozess noch mehr in die Länge gezogen wird. Weihnachten steht vor der Türe. Vielleicht warten alle Beteiligten auf ein Wunder.

  • RobinH am 19.12.2017 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    jaja....

    so kann´s gehen, wenn es zu viele Beteiligte, Mitwisser gibt (bei voller Unschuldsvermutung) Einem plagt dann meist doch das Gewissen.... Auch wenn der Andere mit blütenweissen Hemd auftritt.

  • Suze am 19.12.2017 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Des einen negativ

    ist des anderen positiv. Und Überraschung ist's sowieso keine.