Sonst 2 Mrd. € weg

29. November 2017 12:59; Akt: 29.11.2017 13:28 Print

Doskozil warnt Türkis-Blau vor Eurofighter-Rückzieher

Noch-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) zog in Anbetracht der bevorstehenden VP-FP-Koalition Mittwochfrüh Bilanz.

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Doskozil rät den Koalitionsverhandlern von VP und FP eindrücklich zum geplanten Ausstieg aus der Ära Eurofighter und zum Anschaffen neuer Flugzeuge: "Bei einem Umstieg auf ein neues Flottensystem sind Einsparungen von zwei Milliarden Euro möglich", so der Verteidigungsminister am Mittwoch. Die Einsparungen würden zwischen 2019 und 2049 lukriert, "diese Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Da sind wir dem Steuerzahler verpflichtet", so Doskozil.

Der scheidende Minister hat selbst eine klare Zukunft vor sich: "Ich rechne Mitte Dezember noch mit einer neuen Regierung", so Doskozil. Daher ist es "jetzt klar, dass ich in die burgenländische Landesregierung wechsle." In Eisenstadt wird Hans Peter Doskozil Finanzlandesrat. In weiterer Folge soll er Hans Niessl als Landeshauptmann beerben.

Noch ist der gebürtige Burgenländer aber Verteidigungs- und Sportminister. In dieser Funktion wurde er am 26. Jänner 2016 angelobt, nicht ganz zwei Jahre später – am heutigen Mittwoch – zog er Bilanz über seine Zeit als Ressortchef.

"Damoklesschwert der Einsparungen"

Eindrücklich warnt er vor Einsparungen beim Bundesheer bzw. einer Rücknahme des eingeschlagenen Budgetpfads. Das "Damoklesschwert der ständigen Einsparungen" dürfe nicht mehr über dem Bundesheer hängen. Berichte, wonach VP und FP einen Abbau in der Verwaltung, also bei Zivilbediensteten im Ministerium planen, stimmen ihn besorgt. "Ich war immer gegen den Reduktionsgedanken – auch in der Verwaltung". Denn, so Doskozil: "In weiterer Folge kommt es dadurch zu Ausgliederungen und Privatisierungen im Sicherheitsbereich", warnt er.

In seiner knapp zweijährigen Amtszeit habe er hingegen eine Budgeterhöhung von 1,3 Milliarden Euro bis ins Jahr 2020 erzielt. Außerdem wurden Investitionen in Höhe von 800 Millionen Euro eingeleitet. Als ein Hauptstück erinnerte er an die Anschaffung von 34 Mannschaftstransport-Panzer Pandur, die in Wien-Simmering hergestellt werden. Dieser Auftrag brächte durch Zulieferer-Aufträge 180 heimischen Unternehmen Sicherheit.

"Lachendes und weinendes Auge"

Mit einem "lachenden und weinenden Auge" verabschiede er sich nun ins Burgenland, sagte Doskozil. "Lachend" angesichts der Tätigkeit im Bundesland. "Weinend", weil er das Verteidigungsministerium als "das beste Ressort überhaupt" kennengelernt habe: Die Mitarbeiter seien "besonders loyal, hervorragend ausgebildet und professionell". Als ehemaliger Polizist habe er früher immer das Innenministerium favorisiert.

(uha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TantePolly am 29.11.2017 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt sprudeln plötzlich die Millionen,

    nachdem die Islamisten im Irak, Syrien und Pakistan vorgeführt haben, dass man mit nur 2000 Bewaffneten Städte im Handstreich einnehmen kann. Mit oder ohne Poller vor dem Ballhausplatz.

  • Van Degen am 29.11.2017 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt machen sie sich wichtig

    Wie sich die Versager der SPÖ jetzt wichtig machen zig Jahre ist nicht gegangen was nur ein bisschen positiv für unsere Republik wäre und jetzt machen sie sich wichtig. Selbst Herr Doskozil hat nur geredet aber nichts konkretes durchgeführt.

    einklappen einklappen
  • Hans am 29.11.2017 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Was bringt Eurofighter-Ausstieg?

    Doskozil ist einer der fähigsten Politiker, welche die SPÖ hat. Auch wenn ich andere aus seiner Partei überhaupt nicht mag - Ihm wünsche ich alles Gute! Ich weiß nicht, ob der Eurofighter-Ausstieg gut oder schlecht wäre. Man muss alle Parameter berücksichtigen. Es sind ja nicht nur die Flugzeuge. Es hängt eine Menge Ausrüstung und KnowHow mit dran. Welchen Kampfwert hätte ein Ersatz? Was wird für unser kleines NEUTRALES Land überhaupt benötigt? Hängt von den Einsatzszenarien ab, die natürlich nicht öffentlich sind.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reinhold Sulz am 30.11.2017 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Oje oje oje

    Die Unsitte, Nachfolger ungefragt beraten zu müssen, nimmt überhand. Doskozil war ein guter Minister. Und jetzt verpatzt er alles, indem er seinen Nachfolgern gute Tipps auf den Weg mitgibt. Eigenlob inklusive.

  • doskozielmeinaname am 29.11.2017 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    eurofi

    upps - jetzt fürcht ich mich aber vor dieser warnung. eh klar, wenn die eurofighter fliegen dann niemals ins burgenland. die sind schneller draussen als der landeschirm funktioniern würde. und jetzt lander der doskozil ja eh bald dort.

  • Aöex am 29.11.2017 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Shabeskeer

    Ist doch schön ,ich freue mich immerwieder das sowas vorkommt nachdem sie die eigenen bürger vetlsuft haben teilweise Kinder auch an ihre Italia Freunde,ihr werdet euren Lohn erhalten in den nächsten 20 Jahren,jammern wird dann als gefährlich eingestuft

  • Si Vis Pacem am 29.11.2017 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zwischen 2019 und 2049

    Ah ja.

  • TantePolly am 29.11.2017 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt sprudeln plötzlich die Millionen,

    nachdem die Islamisten im Irak, Syrien und Pakistan vorgeführt haben, dass man mit nur 2000 Bewaffneten Städte im Handstreich einnehmen kann. Mit oder ohne Poller vor dem Ballhausplatz.