Arbeitszeitflexibilisierung

14. Juni 2018 17:10; Akt: 18.06.2018 07:34 Print

Regierung einigt sich auf 12-Stunden-Arbeitstag

ÖVP und FPÖ haben sich am Donnerstag auf die umstrittene Arbeitszeitflexibilisierung geeinigt. Der 12-Stunden-Tag kommt.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ). (Bild: picturedesk.com)

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ). (Bild: picturedesk.com)

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Die Normalarbeitszeit bleibt bei acht Stunden, freiwillig soll man künftig bis zu 12 Stunden am Tag arbeiten dürfen. Darauf haben sich die Regierungsparteien am Donnerstag geeinigt.

Der Initiativantrag wird noch heute an den zuständigen Ausschuss gehen, schon im Sommer soll das Gesetz fertig sein. Ab Jänner 2019 soll das längere Arbeiten möglich sein.

Am Plan A orientiert
Eigenen Aussagen zufolge hat sich die Regierung dabei an einem Vorschlag der Sozialpartner vom Juni 2017 orientiert und am "Plan A" von Ex-Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ).

Heikle Materie
Die Sache ist nicht unumstritten. Bei den Gesprächen habe man sich deshalb speziell auf die positiven Aspekte konzentriert: Durch die neue Regelung wird eine 4-Tage-Woche ermöglicht. Auch soll die wöchentliche Maximalarbeitszeit auf 60 Stunden festgelegt werden.

Arbeitnehmer können ablehnen
Für die elfte und zwölfte Stunde haben die Regierungsparteien auch ein Ablehnungsrecht ins Gesetz geschrieben. Arbeitnehmer können es ablehnen, wenn überwiegende persönliche Interessen (etwa Kinderbetreuungspflichten) dagegen sprechen.

Die Regelung im Detail
-) Der 8-Stunden-Tag bleibt gesetzliche Normalarbeitszeit.
-) Die 4-Tage-Woche wird ermöglicht.
-) Freiwillig kann man bald 12 Stunden pro Tag arbeiten.
-) Wöchentliche Maximalarbeitszeit: 60 Stundeen.
-) Alle bestehenden Überstundenzuschläge und Regelungen bleiben aufrecht, auch Kollektivverträge. Denn: 40 Stunden-Wochen sind noch immer die Norm.
-) Ablehnungsrecht für die 11. und 12. Stunde pro Tag

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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Himmelszelt1002 am 14.06.2018 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gewissenlos

    Und wieder wird das Volk zum Wohle der Reichen (Industriellen, Aktionisten, reiche Hoteliers) von ÖVP und FPÖ verraten. Wer nicht 12 Std. arbeiten will oder kann, kann seine Sachen packen bzw. wird nicht eingestellt. Das AMS kann jeden zu solchen Sklavenjobs senden und Arbeitslose streichen bei Nichtannahme. Und es ist egal, ob man 90 min oder mehr vom Arbeitsplatz weit weg wohnt, Kinder hat oder Pflegebedürftige. Wer braucht schon Schlaf??? Wer kommt eigentlich für die chronischen Abnützungskrankheiten, Burnout und Frühpensionen auf, die langfristig mit solchen Arbeitszeiten entstehen?

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  • Himmelszelt1002 am 14.06.2018 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    widerwärtig

    PS, also 10 Std. ohne dass man sich wehren kann und bei 12 Std. Verweigerung wirst halt ohne Angaben von Gründen gekündigt. Über 40-jährige, die nicht mehr mithalten können, landen auf den Müllplatz, oder? Kennen wir doch bereits im Gastgewerbe oder bei Krankenschwestern. Kaputte Familien oder gar keine, und Flucht aus all diesen Berufen - das AMS wird schon für billigsten ausbeutbaren jungen Nachschub sorgen, schlimmstenfalls importieren die Neoliberalen eben ausländische Arbeitssklaven.

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  • Anton Unbekannt am 14.06.2018 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht immer nur ums Geld

    So wird versucht , einem den 12-Stunden Tag schmackhaft zu machen , da es freiwillig ist . Für den Anfang . Daraufhin wird es whs pflichtmässig eingeführt , 12 Stunden pro Tag zu leisten -.-

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Arbeiter am 16.06.2018 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    So langsam

    stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch Sinn macht eine Regierung zu haben. Egal welche Partei an der Macht ist, sie arbeitet nur für die Reichen und Großen.

  • Hans Jürgen am 16.06.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Bad News

    Lesenswert? Bad News Jeder Firma die in einem wirtschaftlichen Wettbewerb steht wird die maximalen gesetzlichen Möglichkeiten ausschöpfen müssen. Jeder Arbeitnehmer der seinen Arbeitsplatz behalten möchte wird die Vorgaben das Arbeitgebers akzeptieren müssen. Die Frage der Freiwilligkeit stellt sich daher auf keiner der beiden Seiten. Daraus folgt max. Inflexibilität der Arbeitnehmer und Gehaltseinbußen, welche dadurch entstehen das bessere Entlohnung geregelt durch Betriebsvereinbarungen einseitig durch Arbeitgeber aufgekündigt werden und tgl. sowie wöchentliche Überstunden ( in einzelnen W

  • ViennaNews am 15.06.2018 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    für viele Menschen schon jahrelange Realität

    Was geschieht mit uns, die - die heute schon 12, 18 und 24 Stunden Dienste haben? Natürlich kann man sich jetzt aufregen, aber wieviele Berufstätige leisten bereits übermenschliches? Davon redet niemand. Ach ja, bevor dann wer blöd kommt; die verdienen dann auch mehr, der soll sich doch vorher die Lohnzettel anschauen!

    • Erwin am 16.06.2018 00:42 Report Diesen Beitrag melden

      Baumaxlohn

      Ihr werdets Mitarbeiter des Monats. Na Spaß mich wundert das man sich das generell gefallen lässt

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  • Vampizza am 15.06.2018 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Reif für die Insel

    Wenn man 12 Stunden vor dem Pc sitzt ist anstrengend geht aber noch. Was macht ein Arbeiter wenn er 12 Stunden vor einem Schmelzofen arbeitet oder Metallverarbeiter die mit der Flex den ganzen Tag schleifen?

  • Vampizza am 15.06.2018 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Zaubertrick

    Vergesst die 12 Stunden schaut auf Erdogan .