Wilhelm Brauneder

13. Februar 2018 11:21; Akt: 13.02.2018 12:01 Print

Ex-Professor leitet Historiker-Kommission

Die Geschichte des "Dritten Lagers" und damit der FPÖ soll aufgearbeitet werden – unter der Leitung von Wilhelm Brauneder, einem ehemaligen Parteimitglied.

Der FPÖ-nahe, ehemalige Dritte Nationalratspräsident Wilhelm Brauneder wird die Kommission leiten. (Bild: picturedesk.com)

Der FPÖ-nahe, ehemalige Dritte Nationalratspräsident Wilhelm Brauneder wird die Kommission leiten. (Bild: picturedesk.com)

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Nach dem Skandal um den ehemaligen FPÖ-Niederösterreich-Spitzenkandidaten Udo Landbauer und der Burschenschaft "Germania zu Wiener Neustadt", wollen die Freiheitlichen die Geschichte des Dritten Lagers und somit ihrer eigenen Partei von Wissenschaftern aufarbeiten lassen und dabei auch dunkle Flecken kritisch beleuchten. Am Dienstag gab Harald Vilimsky bekannt, wer die Kommission leiten wird.

Ausgerechnet der FPÖ-nahe ehemalige Uni-Professor Wilhelm Brauneder, der am Juridikum Deutsches Recht lehrte und von 1996 bis 1999 Dritter Präsident des Nationalrats war, soll das Gremium demnach anführen. Die weiteren Mitglieder der Kommission könne er aus einer Liste mit 30-50 Namen aus dem In- und Ausland wählen.

Vor Bekanntgabe der Kommissionsmitglieder wurde spekuliert, ob auch externe Experten vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstand (DÖW) dabei sein werden. Eine explizite Einladung gab es bisweilen offenbar nicht, wenn auch Heinz Christian Strache am Montagabend noch sagte: "Jeder kann selbstverständlich seinen Beitrag leisten."

Außerdem bleibt abzuwarten, ob auch der FPÖ-nahe Historiker Lothar Höbelt noch in der Kommission Platz nehmen wird. Die ÖH Wien warnte vorab davor, den umstrittenen Uni-Professor einzubeziehen. Ihm wird vorgeworfen, Beiträge für rechtsextreme Medien verfasst zu haben. Noch am Dienstag soll die Entscheidung über seine mögliche Mitgliedschaft in der Kommission bekanntgegeben werden.

Zusätzlich gibt es eine "Koordinierungsgruppe"

Abgesehen von der Historiker-Kommission, die die Geschichte des "Dritten Lagers" aufarbeiten soll, wurde eine "Koordinierungsgruppe" eingerichtet, diese soll einen Wertekatalog für die Freiheitlichen samt ethischen Richtlinien erstellen.

Der freiheitliche Ehrenobmann Hilmar Kabas, Volksanwalt Peter Fichtenbauer, die ehemalige ÖVP- und jetzige FPÖ-Funktionärin Ursula Stenzel, die Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller, Bundesparteiobmann-Stellvertreter Harald Stefan, Norbert Nemeth, Klubdirektor des freiheitlichen Parlamentsklubs, Rainhard Bösch sowie der freiheitliche Publizist Andreas Mölzer sind die Mitglieder jener "Koordinierungsgruppe".

Rot-Weiß-Rot Erklärung

Auch eine "Rot-Weiß-Rot"-Erklärung gab die FPÖ am Dienstag im Rahmen der Pressekonferenz ab. In dieser heißt es unter anderem: "Die Freiheitliche Partei Österreichs bekennt sich vorbehaltlos zur Republik Österreich sowie zur Förderung von Demokratie, Parlamentarismus und Rechtsstaatlichkeit. Europa ist uns wichtig, Österreich tragen wir im Herzen."

Weiters heißt es in der Erklärung explizit, dass die Partei in der "Ablehnung des Antisemitismus eine besondere Verantwortung" sieht und "diesbezügliche Vorfälle und Äußerungen ausdrücklich" verurteilt. "Dies hat in unserer Gemeinschaft keinen Platz."

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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Na Servas am 13.02.2018 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenauswischerei

    Kommt mir so vor wie wenn Geisterfahrer, Raser und Alkoholiker die StVO überarbeiten und eine Studie über die Sinnhaftigkeit der darin enthaltenen Gesetze verfassen.

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  • Hänschen am 13.02.2018 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Bringt überhaupt nichts

    Was macht eine Historikerkommission für einen Sinn wenn der Leiter selbst aus der Partei kommt. Das wird niemand ernsthaft überzeugen. Warum nimmt man keine unabhängigen Historiker, dass würde für mehr Glaubwürdigkeit sorgen. So werden alle nicht Vorteilhaften Aufzeichnungen nicht veröffentlicht und daraus folgend nicht die komplette Geschichte verbreitet. Wenn Sie sowas machen dann bitte gscheid mit unabhängigen Parteiexternen Historikern

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  • Shabeskeer am 13.02.2018 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Shabeskeer

    Wie schauts mit der Aufarbeitung aus wegen dem organisierten Menschenhandel mit angekündigten toten?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Klaus am 13.02.2018 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Name ist Programm

    jawoll der Name ist Programm - oder Teile davon

  • Hänschen am 13.02.2018 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Bringt überhaupt nichts

    Was macht eine Historikerkommission für einen Sinn wenn der Leiter selbst aus der Partei kommt. Das wird niemand ernsthaft überzeugen. Warum nimmt man keine unabhängigen Historiker, dass würde für mehr Glaubwürdigkeit sorgen. So werden alle nicht Vorteilhaften Aufzeichnungen nicht veröffentlicht und daraus folgend nicht die komplette Geschichte verbreitet. Wenn Sie sowas machen dann bitte gscheid mit unabhängigen Parteiexternen Historikern

    • Josef Vouivre am 13.02.2018 17:26 Report Diesen Beitrag melden

      Kasperltheater

      Weil es nicht gewünscht ist. Jedem denkenden Menschen ist klar, wie diese Studie ausgehen wird, wenn sie seriös gemacht werden würde. Das muss mit allen Mitteln verhindert werden. Es ist zu hoffen, dass diese Leute, die ihren Namen für dieses Kasperltheater hergeben, international wissenschaftlich so geächtet werden, dass sie niemals mehr zu irgend einer Studie beauftragt werden. Außer vielleicht von Orban oder Putin

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  • Shabeskeer am 13.02.2018 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Shabeskeer

    Wie schauts mit der Aufarbeitung aus wegen dem organisierten Menschenhandel mit angekündigten toten?

    • teer und federn am 13.02.2018 17:28 Report Diesen Beitrag melden

      keine ahnung, erzähl uns mehr

      davon, offensichtlich ist es dir ja ein anliegen. worum gehts denn?

    • Josef vouivre am 15.02.2018 12:28 Report Diesen Beitrag melden

      Quellen?

      Wäre mir nicht bekannt, dass die FPÖ damit was zu tun hätte. Haben Sie da irgendwelche Quellen? Man kann den Blauen eine Menge vorwerfen. Aber davon weiss ich nichts.

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  • Na Servas am 13.02.2018 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenauswischerei

    Kommt mir so vor wie wenn Geisterfahrer, Raser und Alkoholiker die StVO überarbeiten und eine Studie über die Sinnhaftigkeit der darin enthaltenen Gesetze verfassen.

    • Heimatland am 13.02.2018 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Na Servas

      Haben Sie schon die vollständige Liste der Teilnehmer erhalten, dass Sie sich erlauben sich so despektierlich zu äußern? Haben Sie gegen Herrn Univ. Prof. Brauneder was vorbringen, außer dass er Ihnen politisch nicht genehm ist? Wenn nicht, würde ich den Mund halten! (meine Empfehlung)

    • Hans Kobac am 13.02.2018 14:14 Report Diesen Beitrag melden

      Kommission

      Die vollständige Liste ist ja öffentlich. Ausschließlich alle mit FPÖ-Bezug und einige Burschenschafter. Wie objektiv soll das dann sein?

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  • zimbo am 13.02.2018 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbildlich !

    Das täte sich die SP nie trauen, wo wir immer noch auf die Aufklärung der Silbersteinaffäre warten.

    • Hans Kobac am 13.02.2018 14:12 Report Diesen Beitrag melden

      Vorbildlich? Echt jetzt??

      Finden sie die Auswahl der Kommission nicht sonderbar? Alle mit FPÖ Bezug und jede Menge Burschenschafter.

    • teer und federn am 13.02.2018 19:02 Report Diesen Beitrag melden

      dann hätten sie mal richtige nachrichten

      und nicht die rechtsextreme propaganda gelesen dann wüßten sie bescheid.

    • Heimatland am 14.02.2018 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @teer und federn

      Sie meinen ich soll Zur Zeit lesen!

    • Josef Vouivre am 15.02.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

      Die SPÖ hat bereits ...

      Die SPÖ hat bereits durch eine Historikerkommission ihre braunen Flecken aufgearbeitet. Das alles sehr selbstkritisch und von UNABHÄNGIGEN Historikern. Das würde sich die FPÖ nie trauen. Die Studie über die braunen Flecken in der SPÖ wurde 2005 durchgeführt.

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