"Ausbildung statt Abschiebung"

08. August 2018 06:34; Akt: 08.08.2018 08:34 Print

Prominente gegen Lehrlings-Abschiebungen

Hader, Maier, Ruzowitzky uvm.: Immer mehr heimische Stars unterstützen die Anti-Abschiebungs-Initiative des grünen Landesrats Rudi Anschober.

Die Initiative

Die Initiative "Ausbildung statt Abschiebung" erfreut sich immer mehr prominenter Unterstützer. (Bild: Screenshot)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Liste der prominenten Unterstützer der "Ausbildung statt Abschiebung" Initiative des oberösterreichischen Landesrates Rudi Anschober ist lang und reicht von Kabarettisten, wie Josef Hader und Robert Palfrader, hin zu heimischen Musiklegenden a la Hubert von Goisern und Willi Resetarits. Aber auch Vertreter aus Wirtschaft (wie beispielsweise der Präsident der industriellen Vereinigung Georg Kappsch) und Politik (unter anderem Ex-Kanzler Kern und sein ehemaliger Stellvertreter Reinhold Mitterlehner) unterstützen die inzwischen breit aufgebaute Initiative, die sich gegen eine Abschiebung von Lehrlingen ausspricht.

Unterstützer: Kein Verständnis für Lehrlings-Abschiebungen

So unterschiedlich die einzelnen Unterstützer und ihre jeweiligen Professionen auch sein mögen, eines eint sie dennoch: Sie alle sehen keinen Sinn dahinter Asylwerber abzuschieben, die sich bereits in einer Lehre befinden. Besonders deutlich formuliert dies der ehemalige Finanzminister Hannes Androsch. Die aktuelle Abschiebepraxis der türkis-blauen Regierung beschrieb er als „Unmenschlich, faktenwidrig und wirtschaftlich dämlich“. Der ehemalige SP-Spitzenpolitiker will seine Kritik aber nicht als parteipolitisch motiviert ansehen. Im Gegenteil: Androsch sieht sich inzwischen als "Vertreter der Zivilgesellschaft", diese müsse aber jetzt geschlossen gegen diese "reaktionäre und autoritäre Linie auftreten.“

Aber auch regierungsnähere Unterstützer der Initiative halten mit ihrer Kritik an der aktuellen Rechtsauslegung nicht hinterm Berg. IV-Präsident Kappsch etwa schrieb: "Die Migrationsphobie, die es im Land gibt, muss endlich abgebaut werden“ und auch der ehemalige Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (VP) wettert gegen die restriktive Asyl-Politik seiner Parteikollegen, wenn er schreibt: "„Integration durch Berufsausbildung nutzt der Wirtschaft und dem Betroffenen, Abschiebung schwächt die individuellen Zukunftschancen.“

Initiative fordert deutsches "3plus2" Modell für Österreich

Das erklärte Ziel der zivilen Initiative ist es die Bundesregierung für das sogenannte "3plus2" Modell zu erwärmen. Dieses Modell, das in Deutschland bereits seit längerem in Geltung ist, sieht vor, dass dass Lehrlinge während ihrer meist 3-jährigen Ausbildung und den ersten beiden vollen Arbeitsjahren nicht abgeschoben werden können. Das Asylverfahren läuft während dieses Zeitraumes aber weiter, das Modell sorgt aber aufgrund der an die Lehre gekoppelten Aufenthaltsgarantie für eine erhöhte Planungssicherheit bei den arbeitenden Asylsuchenden.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

(red)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans W. am 08.08.2018 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Integriert ?

    Diese "Prominenten" sollen alle den Mund halten, sie sind genausowenig "integriert" im normalsterblichen Anforderungsablauf, höchstens beim Goodies einstreifen !

    einklappen einklappen
  • Reinhard am 08.08.2018 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wie jetzt?

    Fordern die "Promis" zum Gesetzesbruch auf? Illegal eingewandert kann nur Abschiebung bedeuten. Sonst braucht sich Österreich nicht mehr Rechtsstaat nennen.

  • Patrizia am 08.08.2018 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Recht muss Recht bleiben.

    Es wäre Unrecht, wenn bestimmte Personen durch den Einfluss von Promis bevorzugt werden, die dafür sogar ein Gesetz brechen würden, andere aber weil sie keine Lehrlingsstelle haben abgeschoben werden.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Nil am 08.08.2018 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na sicher

    Normalerweise gehörten die sogenannten Promis wegen Anstiftung zum Gesetzesbruch angezeigt. Gesetz ist Gesetz, gilt auch für Illegale.

  • Werner B. am 08.08.2018 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Erschreckend weltfremd

    Migrationsphobie sagt Kapsch, der sicher fernab der zahlreichen Bezirke mit hohem Migrantenanteil lebt, sich nicht darum sorgen muss, ob das Sozialsystem die Belastung noch lange tragen kann und offensichtlich ein fragwürdiges Verhältnis zu geltendem Recht hat. Der Ex-Finanzminister mit 100 Maßanzügen und gleichzeitiger Steuerberatungskanzlei hingegen bezeichnet es als wirtschaftlich dämlich, in einem Land mit 100.000en Arbeitslosen Lehrstellen mit Illegalen zu besetzen. Sollte diese Praxis etabliert werden, werden garantiert ganz plötzlich zig Lehrstellen mit abgelehnten Asylwerbern besetzt.

  • Bernard Skaumal am 08.08.2018 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft bliebt ein ?

    Wenn ein Asylwerber a Lehre macht, integriert wird und hier bleiben soll, dann bitte ned von Flüchtling sprechen sondern von Immigranten! Ob ma solche noch mehr brauchen/vertragen, ist fraglich. Die Bulgaren ziehen nach Rumänien (meist um zu arbeiten), die Rumänen nach Ungarn und die Ungarn zu uns. Wo gehen wir hin?

  • K Gnade am 08.08.2018 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn's recht haben..

    Die U-Boote sollten abgeschoben werden, nicht jene, die sich um Integration bemühen.

  • Kritischer Geist am 08.08.2018 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsstaatlichkeit und Demokratie

    Sie versuchen es mit allen Mitteln! Woher kommt der Hass dieser Prominenten auf unser Land und sein Volk, dass sie alles gutheißen, was von der Mehrheit unserer Bevölkerung aus gutem Grund abgelehnt wird? Weil's cool ist, anderer Meinung zu sein? Weil man sich moralisch überlegen fühlt, wenn man sich mit Fremden eher solidarisiert als mit den eigenen Leuten? Weil man in der Kulturszene halt so denkt - und basta? Die Sache ist ganz einfach: Wir leben in einem Rechtstaat und unser Recht regelt klar, wie vorzugehen ist. Wir leben in einer Demokratie und die Mehrheit weiß, wofür sie ist.