12-Stunden-Tag

17. Juni 2018 13:54; Akt: 18.06.2018 07:36 Print

Gewerkschaft wirft FPÖ Wählertäuschung vor

Einmal mehr sorgt die Debatte um einen 12-Stunden-Tag und eine 60-Stunden-Woche für Wirbel. Die Gewerkschaft ortet einen massiven "Umfaller" der Freiheitlichen.

Der ÖGB wird der FPÖ Wählertäuschung vor. (Bild: picturedesk.com)

Der ÖGB wird der FPÖ Wählertäuschung vor. (Bild: picturedesk.com)

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"Die FPÖ hat mit ihrer Zustimmung zur Ausweitung der Höchstarbeitszeit ihre Wählerinnen und Wähler massiv getäuscht. Vor einem Jahr fragten wir die Parlamentsparteien vor der letzten Nationalratswahl zu diesem Thema. Die FPÖ lehnte in ihrer Antwort den 12-Stundentag entschieden ab", erklärt Barbara Teiber, Mitglied der Bundesgeschäftsführung der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp), am Sonntag in einer Aussendung.

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Teiber wirft der FPÖ Unglaubwürdigkeit vor. Immerhin sei auf die Frage "Plant Ihre Partei eine Initiative zur Ausdehnung der täglichen Höchstarbeitszeit auf 12 Stunden?" noch eine klare Verneinung gefolgt. Auf die Frage "Befürwortet Ihre Partei eine leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche?" lautete die Antwort der FPÖ: "Hier sollte im Sinne der Erhaltung der Gesundheit der Arbeitnehmer durch mehr Erholung eine Ausweitung erfolgen", so der ÖGB.

Hohn für Arbeitnehmer

Zudem stellt Teiber fest, dass die im Gesetzesentwurf enthaltene Möglichkeit, aus überwiegend persönlichen Gründen die 11. und 12. Arbeitsstunde zu verweigern, nicht praxistauglich und für die Beschäftigten ein Hohn sei. Das sollen inzwischen bereits zahlreiche Arbeitsrechtsexperten bekräftigt haben. "Von der von der Regierung behaupteten Freiwilligkeit für ArbeitnehmerInnen bleibt nichts übrig. Unterm Strich kann man sagen: Diese Gesetzesvorlage bedeutet die generelle Einführung eines 12-Stundentages und zwar fünf mal in der Woche", so Teiber.

ÖVP und FPÖ haben sich auf ein Modell zur umstrittenen Arbeitszeitflexibilisierung geeinigt. Die Regierungsparteien haben sich dabei laut eigenen Angaben an einem Sozialpartner-Papier aus dem Jahr 2017 orientiert. Der Acht-Stunden-Tag soll gesetzliche Normalarbeitszeit bleiben, auf freiwilliger Basis soll ab Jänner 2019 aber auch bis zu zwölf Stunden gearbeitet werden können.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rofl am 17.06.2018 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    FPÖ = umFaller Partei Österreichs

    Die anderen Parteien Lügen zwar auch bis aufs schlimmste aber das was die FPÖ als selbsternannte Arbeiterpartei hier macht ist reiner Betrug am Wähler. Man kann sich hier nicht auf den Koalitionsvertrag rausreden, da man diesen nicht zustimmen muss bzw. wenn Bedingungen nicht erfüllt werden wäre es besser noch eine Wahl abzuwarten. Das ist bei Ceta genau das selbe, vor einem Jahr Koalitionsbedinung das eine Volksbefragung kommt und nun wird einfach zugestimmt. Schade das so ein Betrug nicht bestraft werden kann. Ich hoffe das wird bis zur nächsten Wahl nicht wieder vergessen.

  • Ex-Blauer am 17.06.2018 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Blaue Märchen

    Die größte Frechheit ist ja die Behauptung vom HC, dass die Blauen die neue Arbeiterpartei sei. Die FPÖ hat sich als DIE Anti-Arbeiterpartei etabliert. Wie kann eine Partei, die den einfachen Angestellten/Arbeiter vertreten möchte, bei solchen Themen andauernd umfallen. Dass die ÖVP Politik für die Reichen und Wirtschaftstreibenden macht, war klar. Die Blauen hätten da der Gegenpol für die Interessen der Angestellten und Arbeitnehmer sein sollen, was klar NICHT der Fall ist.

    einklappen einklappen
  • Hans Jürgen am 17.06.2018 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts wird besser

    Die Lebensumstände der arbeitenden Bevölkerung sind verschieden. Ein 20 Jähriger mit ausschließlich beruflichen Verpflichtungen will und kann sicher mehr arbeiten. Ebenso verlangt z. B. der Job eines Firmenchefs mehr als tgl. 8 Std. Dieser hat sich freiwillig dafür entschieden und das vermutlich überdurchschnittliche Lohnniveau macht es möglich alle möglichen Dienstleistungen zuzukaufen, um den Alltag effizient gestalten zu können. Es gibt halt auch Bevölkerungsgruppen mit mehr gesellschafticher Verantwortung ( z. B. Kinder od. Pflege von Angehörigen) und trotz guter Qualifikation sehr dur

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Gerhard H. am 23.06.2018 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    Lohnkosten Minimierung lt. Regierungsprogramm

    Wie offensichtlich diese Regierung ihr Programm durch zieht, darf nicht verwundern, es stand ja schon im Regierungsprogramm. Wer sich die Mühe machte es zu lesen, könnte wissen, was auf uns zu kommt. Hier nun die Quittung! Unverschämt ist aber die vorsätzliche Täuschung und fortwährende Ablenkung der Wähler mit den Asyl- und Flüchtlingsthemen! Für mich ist klar die neoliberale Handschrift der ÖVP-Wirtschaft hinter diesem Gesetzesvorschlag erkennbar: 12h Tag ; keine Überstundenabgeltung, nur mehr Zeitausgleich 1:1; im Vordergrund: LohnkostenMinimierung! Lg HUG

  • Vampizza am 18.06.2018 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Da ist mir die SPÖ lieber

    Die SPÖ hat auch ihre schwächen aber die 12 Stunden hätten sie nie und nimmer zu gestimmt. Habe 12 Stunden 13 Jahre lang gearbeitet ich weiß von was ich spreche. Des ist sicher nicht zum Vorteil eines Arbeitnehmers.

    • Aufklärer am 19.06.2018 00:20 Report Diesen Beitrag melden

      Selber Schuld

      Vor der Wahl hat man diese Tatsachen doch als "SPÖ-Quatsch" abgetan und jetzt kommt das böse erwachen....

    einklappen einklappen
  • erdhaxn am 18.06.2018 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Ich kann mir mit meinem kleinen Betrieb ganz sicher keine 60 Stunden pro Woche leisten. Außerdem würde ich das meinen Mitarbeitern niemals antun!

  • Wahnsinn am 18.06.2018 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Machts gleich 24 Stunden wir werden es schon aushalten

  • Ossi am 18.06.2018 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Eher Satireprojekt als Partei

    Das blaue Geschwafel nimmt doch eh niemand mehr Ernst. Diese Partei wechselt die Meinung öfters als die Unterhosen. Es ist schon unterhaltsam zu sehen wie deren Wähler diese Meinungsänderungen (CETA, ...) mitmachen und plötzlich die Argumente, gegen die sie gestern kämpften nun selbst verwenden.