So wirkt er sich aus

26. Juni 2018 05:56; Akt: 26.06.2018 10:04 Print

12-Stunden-Tag: Hier sind die ersten Fälle

Der Regierungsplan für einen 12-Stunden-Arbeitstag lässt die SPÖ weiter Rot sehen. Sie erhob, was die Änderung für Arbeiter und Angestellte bedeutet. Hier einige Beispiele.

Demonstration gegen den 12-Stunden-tag (Bild: zVg)

Demonstration gegen den 12-Stunden-tag (Bild: zVg)

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Aktuell darf maximal zehn Stunden am Tag und 50 in der Woche gearbeitet werden. Künftig sollen es 12 bzw. 60 sein. Was heißt das aber konkret für die Arbeitenden?
„Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur 60-Stundenwoche bringt für rund drei Millionen Beschäftigte in Österreich nur Nachteile“, ist sich SPÖ-Chef Kern sicher. Auch wenn eine „Freiwilligkeit“ im Gesetz verankert wird, fürchtet die SPÖ, dass Arbeitnehmer unter Druck stehen, länger zu arbeiten. Denn: „Wie oft kann eine Sekretärin ihrem Chef sagen, dass sie nicht länger bleibt, ohne dass er sich nach einer neuen Kraft umschaut?“, fragt die Partei. Das soll sich jetzt ändern:

Umfrage
Wie stehen Sie zur geplanten Erhöhung der Maximalarbeitszeit auf zwölf Stunden pro Tag?
73 %
5 %
2 %
6 %
14 %
Insgesamt 8265 Teilnehmer

Büroangestellte mit zwei Kindern

Die 42-Jährige pendelt täglich 1,5 Stunden (eine Richtung) von Oberpullendorf nach Wien zur Arbeit. Bei einer 40-Stunden-Woche arbeitet sie täglich von 7.30 bis 16 Uhr (mit Mittagspause). Sollte sie für eine starke Auftragswoche künftig bis zu 12 Stunden täglich arbeiten (derzeit sind maximal 10 erlaubt), dann würde sie erst um 20 Uhr aus dem Büro gehen, wäre um 21.30 Uhr zuhause. Für ihre Kinder (10 und 12 Jahre alt) bleibt dann keine Zeit mehr.

IT-Techniker mit Gleitzeitmodell

Der 29-Jährige wohnt in Mattersburg, wo er gerade sein Haus baut. Er arbeitet in Wien. Seine 40-Stunden-Woche in Gleitzeit teilt er sich mit mehr Stunden von Montag bis Donerstag ein, damit er am Freitag zuhause ist, um am Haus zu arbeiten. Nach geltender Rechtslage erhält er dafür die 11. und 12. Stunde mit Überstundenzuschlag (50 %). Das Geld braucht er fürs Haus. Der Zuschlag entfällt künftig.

Tourismus-Angestellte

In Wien im Tourismus arbeitend pendelt er täglich ins südliche Niederösterreich nach Ternitz. Dienstende ist erst um 22 Uhr. Durch den neuen Arbeitszeitplan soll die geltende Nachtruhe von elf auf acht Stunden verkürzt werden. Dienstbeginn wäre am nächsten Tag dann um 6 Uhr möglich.
In der Zeit dazwischen muss der Angestellte heimfahren (1 Stunde), Duschen/Körper pflegen (0,5 Stunden), Schlafen, Aufstehen und Frühstücken (0,5 Stunde) und in die Arbeit fahren (1 Stunde). Für Schlaf bleiben fünf Stunden. Für Familie oder Freunde bleibt wohl kaum noch Zeit...!

Wären oder sind auch Sie betroffen? Dann schildern Sie uns Ihren Fall per Mail an online@heute.at!

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(uha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 26.06.2018 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Warum machte sich die SPÖ

    bei den Angestellten der ÖBB welche 12 Stunden und die Angestellten beim Land Kärnten welche 13 Stunden arbeiten müssen keine Sorgen?

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  • FPÖ-Wähler am 26.06.2018 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Haben wir der EU zu verdanken!

    Die einzige wirklich relevante Grenze für die Arbeitszeit wäre mit der neuen Regelung 48 Stunden im Durchschnitt von 17 Wochen, die aus dem EU-Recht kommt! Die Flexibilisierung ist tatsächlich eine versteckte Gleitzeitregelung. Und für die gibt es bekanntlich keine Zuschläge. Warum die Sozialpartner nicht schon im Juli 2017 auf die Barrikaden gingen, ist mir ein Rätsel, zumal der Vorschlag von Kern höchst persönlich kam!

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  • Helmut Dirk am 26.06.2018 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles so wie dargestellt

    Wenn ich die Vorzüge der Gleitzeit habe, ist es dann korrekt, freiwillig täglich länger zu arbeiten und Überstundenzuschläge zu kassieren, die Überstunden aber in der normalen Arbeitszeit abzubauen? Da würden ja viele ihren Gehalt auffetten wollen, obwohl am Schluss gar keine Überstunden mehr vorhanden sind.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Linzaa am 03.07.2018 00:55 Report Diesen Beitrag melden

    12 stunden sind die zukunft

    Sats doch froh wenn ma 12 stunden arbeiten derfen

  • Unlogisch am 30.06.2018 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ich verstehe es nivht

    Österreich hat einrn akuten Facharbeitermangel! In der Pflege und im Tourismus gibt es einen hochakuten Mangel! Viele Lehrlingsstellen sind unbesetzt! Will die Regierung den Rest der arbeitsfähigen Bevölkerung auch noch verscheuchen?

  • Heinz B. am 28.06.2018 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher nicht mit mir!

    12 Stunden müssen mit Überstunden vergolten werden! Wenn jemand so lange arbeiten muss hat der Arbeitgeber gefälligst ordentlich dafür zu blechen. Fährt man mit dem Auto hochtourig geht es schneller, aber der Verbrauch steigt und man fährt teurer. Wenn ich 12 Stunden arbeite möchte ich dafür ordentlich Kohle sehen egal ob ich am nächsten Tag arbeiten muss oder in Summe nur 40 Stunden mache. Die Spitzen in der Produktion abfedern für den Unternehmer: Ja, gerne. Aber nicht die finanziellen Spitzen. Der Umsatz steigt ja offensichtlich auch, wenn ich gerade 12 Stunden gebraucht werde

  • Coldsprings am 27.06.2018 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Hahaha

    Also ich muss sagen fände es super wenn überall 12 Stunden wären dan würden die Ärzte Pflegepersonal Bettenschieber Portiere Sicherheitsdienstler sich nichts nachstehen das heisst bei Ärzte und Pflegepersonal is es Optimal da die ausgeruhter sind. Bei Securitys ist das so das die Leute glauben die tun nix. Bin selbst Krankenhaus Portier und weiss wovon ich Rede. Und zu guter letzt die Sanis für die wäre es auch angenehmer. MEINE MEINUNG DAZU!!!

  • Peter S. am 27.06.2018 05:45 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitnehmer ist nicht gleich Arbeitnehmer

    Beamte haben den 12Std. Tag....wer sonst. Ich kenne Pragmatisierte welche 150 Krankheitstage im Jahr haben....jedes Jahr. Denen passiert genau NICHTS. Ein Kollektivvertragler fliegt nach 4 Wochen raus. Diese Sozialschmarotzer sollte man abstellen. Das wären das wieder tausende Stunden Arbeitszeit. Aber es ist einfach normale Arbeiter auszuquetschen wie eine Zitrone. Weil man genau weiss, das dieser nicht gesetzlich geschützt ist die Gewerkschaften nur Geld kassieren und mit den Arbeitgebern unter einer Decke stecken. Arbeitnehmerschutz ist auch für die eon Fremdwort