Wegen Mindestsicherung

23. August 2018 17:40; Akt: 23.08.2018 19:57 Print

Gudenus' Facebook-Fans hetzen gegen Familie

Dass eine siebenköpfige Familie knapp 2.000 Euro Mindestsicherung erhält, will FPÖ-Klubchef Gudenus auf Facebook zum Skandal aufpeitschen.

FPÖ-Klubchef Johann Gudenus (Bild: picturedesk.com/APA)

FPÖ-Klubchef Johann Gudenus (Bild: picturedesk.com/APA)

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FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus wettert in einem Facebook-Posting gegen eine siebenköpfige Familie, die knapp 2.000 Euro Mindestsicherung bezieht. Der FPÖ-Politiker postete dazu auf Facebook das Foto eines MA40-Bescheids. Warum das für Gudenus ein Skandal ist: Er schwärzte nur die Nachnamen, so dass ersichtlich ist, dass es sich um eine Migrantenfamilie handelt.

"Allein fürs Nichtstun" erhalte diese knapp 2.000 Euro, empört sich Gudenus. Dabei handelt es sich um den gesetzlich vorgegebenen Betrag, der pro Familienmitglied monatlich rund 285 Euro ausmacht. Das entspricht umgerechnet etwas mehr als 9 Euro pro Kopf und Tag.

Rassistische Hetze in den Kommentaren

In den Kommentaren wurde die Familie von den Facebook-Fans von Gudenus sogleich mit Hassbotschaften sowie hetzerischen und rassistischen Beschimpfungen überzogen. Mehrere posteten auch den vollen Namen der Familie.

Immer wieder tauchen Asyl- oder Mindestsicherungsbescheide im Internet auf und werden in rechten und rechtsextremen Gruppen weiterverbreitet. Gibt ein Beamter diese Dokumente weiter, macht er sich des Amtsmissbrauchs schuldig.

Stadtrat prüft Anzeige wegen Amtsmissbrauch

Das Büro von Stadtrat Peter Hacker gab gegenüber "Standard.at" an, den Fall "intern zu prüfen". Es sei "denkbar, eine Anzeige zu erstatten".

"Bezeichnend ist, dass Gudenus versucht, aus einem monatlichen Einkommen von 285 Euro pro Person politisches Kapital zu schlagen. Es wäre interessant zu wissen, mit wie viel Geld man laut Gudenus auskommen kann", so das Büro des Stadtrats.

Johann Gudenus verdient als freiheitlicher Klubchef im Nationalrat übrigens monatlich knapp 15.000 Euro.

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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SockenRambo am 23.08.2018 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlagworte

    Nicht JEDE (teils berechtigte) Kritik ist rechtsextreme Hetze.. diese bösen Schlagworte werden immer und immer wieder gestreut um die gegnerischen Argumente mundtot zu machen...

    einklappen einklappen
  • zimbo am 24.08.2018 02:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wien ist ein Slum

    Danke Hacker, Vassilakou und Kern.Klar wollennwir wissen, um wens geht.Dank an Gudenus.

  • Marie am 23.08.2018 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    2.000 euro fürs nichts tun ist ein skandal und nichts anderes !!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Wien am 24.08.2018 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ul

    Erstens, wie wäre es mal mit arbeiten und nicht ein Kind nach dem anderen bekommen!!!! Und auch in den Topf mal was einzahlen!!!! Und ja die 638 bekommst du als Österreicher auch aber dann darfst du nichts haben, kein Auto, kein Sparbuch usw auch wenn du schon dreißig Jahre in den Topf eingezahlt hast und ohne Verschulden plötzlich keine Arbeit mehr hast!!!! Ich spreche aus Erfahrung!!!!

  • Wolfgang am 24.08.2018 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    HC mein Freund

    Was verdient der Blindgänger Strache im Monat? Solange wir uns so etwas leisten, geht das andere auch.

  • Das Glashaus am 24.08.2018 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    In den Spiegel schaun

    Der eigentliche Skandal ist dass die Gudenus selbst als Flüchtlinge in Österreich gelandet sind und sicher auch voll abgecasht haben oder will mir einer erzählen dass Gudenus ein österreichischer Name ist.

  • FraGeh am 24.08.2018 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Berechtigt

    Man muss bedenken, dass dazu noch die Familienbeihilfe kommt. Also ich musste arbeiten, habe weniger als 2000 verdient und wir waren auch 7 Personen. Die Kritik ist somit berechtigt.

    • Julius Gudenus am 24.08.2018 19:45 Report Diesen Beitrag melden

      Glaub ich Ihnen nicht.

      Sie erzählen da Humbug.

    einklappen einklappen
  • Herbi am 24.08.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker und Gäste

    Ich gebe hier beiden Seiten recht. Politikergehälter sind weit überzogen, gehören alle um 50% gekurzt. Auf der anderen Seite 2000.- fürs Zuhause sitzen zu Kassierer ist genau so ein Witz. Hier müssten Sachleistungen bezogen werden. Aber bei den wirklich arbeitenden Leuten wird gespart.