Jetzt erster Parteiaustritt

19. August 2017 10:23; Akt: 19.08.2017 14:25 Print

Internet-Streit zwischen ÖVP und SPÖ eskaliert

Die gegenseitigen Angriffe der beiden Parteien nehmen kein Ende. Jetzt gibt es erste Konsequenzen. Eine prominente Psychoanalytikerin verlässt die SPÖ.

Der Kampf geht erst los. (Bild: picturedesk.com)

Der Kampf geht erst los. (Bild: picturedesk.com)

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Der Wahlkampf hat gerade erst begonnen, doch die Untergriffe und Anschüttungen der Parteien sind bereits im vollen Gange. Vor allem die SPÖ sowie die ÖVP befinden sich im Clinch.

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Frauenverachtende Aussagen
Der vorerst letzte Höhepunkt ist der Austritt der Psychoanalytikerin Rotraud A. Perner aus der SPÖ. Grund dafür ist ein Sager des SPÖ-Bundesgeschäftsführers Georg Niedermühlbichler. Er kritisierte das Team der ÖVP mit der Frage "welche politischen Konzepte eine Miss Burgenland, eine Ex-Miss Austria oder eine Weinkönigin einbringen können."

Perner reicht es! Sie möchte sich nicht mehr fremdschämen und verlässt die Partei aufgrund dieser frauenverachtenden Aussage.

Nachforschungen in der Vergangenheit
Startschuss für den Kampf gab wohl der ehemalige Polit-Berater Tal Silberstein, der vor kurzem an Berühmtheit aufgrund von Geldwäsche-Vorwürfen gelang. Dieser soll Nachforschungen zu Sebastian Kurz angestellt haben. Von seiner Schulzeit und seiner Party-Vergangenheit war die Rede.

Die ÖVP zeigte sich über diese Aktivitäten erschüttert. Landwirtschaftsminister Andrä Ruprechter meinte: "Das ist eine neue Stufe, wenn Spezialisten für Dirty Campaigning gezielt im Privatleben des politischen Gegners herumstöbern und nach alten Schulgeschichten oder Partyfotos suchen."

Kampf auf Social-Media
Ein paar Monate darauf tauchte die dubiose Facebook-Seite "Wir für Sebastian Kurz" auf. Der Auftritt wirkte echt und von ÖVP-nahen Kreisen betreut. Jedoch sorgte die Seite immer wieder mit Postings für Diskussionen. Eine Umfrage lautete zum Beispiel: "Kürzlich lobte Kern das Management des Bundesheers, heute klingt das wie blanker Hohn. Der Tod eines Rekruten muss politische Konsequenzen haben! Wie seht ihr das?"

Die ÖVP distanzierte sich sofort von den Inhalten der Facebook-Seite. Man betonte, dass lediglich die Sebastian Kurz-Seite offiziell wäre.

Wer hinter den provokanten Postings steckt? Laut ÖVP waren es die Sozialdemokraten. Das Argument der Volkspartei: Eine frühere SP-Jungfunktionärin habe sich den Link www.wirfuersebastiankurz.at reserviert. Die SPÖ wies die Vorwürfe umgehend zurück.

Kurze Zeit darauf tauchte dafür die Seite "Die Wahrheit über Christian Kern" auf. In den Postings wird der Bundeskanzler diffamiert und schlecht gemacht. Laut Niedermühlbichler würde ein Funktionär der Jungen Volkspartei hinter der Seite stecken.

Wirbel um eine Uhr
Außerdem wurde auch Kanzler-Sohn Niko Kern ins Visier genommen. Auf einem Instagram-Foto trug dieser nämlich eine 32.000-Euro-Uhr. Das wurde von der ÖVP heftig kritisiert. Der Sohn der Bundeskanzlers verteidigte sich: Die Uhr habe er sich von einem Freund ausgeborgt.

SPÖ-Geschäftsführer Georg Niedermühlbichler gibt Niko Kern Rückendeckung: Die ÖVP betreibe eine Schmutzkübelkampagne, die sich auch gegen die Familie von Bundeskanzler Kern richtet.

Mutmaßlicher Dirty Campaigning-Boss verhaftet
Anstatt das Kriegsbeil zu begraben, schoss die Partei um Sebastian Kurz weiter auf die Sozialdemokraten ein. Munition dazu wurde ihnen von dem bereits erwähnten und oft kritisierten Tal Silberstein gegeben. Nach den Vorwürfen der Geldwäsche ließen die Angriffe der ÖVP nicht lange auf sich warten. Von untransparenten Wahlspenden und dubiosen Vereinen war plötzlich die Rede.

Kern zog Konsequenzen und kündigte sofort die Zusammenarbeit mit seinem Berater Silberstein auf. In einem dreiminütigen Video nahm der Kanzler Stellung zu der Sache. Prompt ging er aber auch zur Attacke auf Sebastian Kurz über: Der ÖVP-Chef würde einer TV-Konfrontation ausweichen wollen, da die Volkspartei keine Inhalte hätte, die mehrheitsfähig wären. Außerdem würde Kurz die "Zukunft Österreichs gar nicht am Herzen liegen".

Keine Spenden mehr für die SPÖ
Am Freitag stichelte der Bundeskanzler erneut gegen Sebastian Kurz: SPÖ lehnt Spenden über 20.000 Euro ab. Begründet hat das der Chef der Sozialdemokratien damit, dass es in Wahrheit gar keine Spenden aufgrund von Nächstenliebe gebe, sondern die finanziellen Zuwendungen immer mit einer Gegenleistung verbunden werden.

ÖVP-Spitze Sebastian Kurz hingegen setzt auf die Spendierlaune seiner Anhänger. Über eine Million Euro zusätzlich sind bereits aus privaten Geldbörsen bei der Volkspartei gelandet. Spenden-Spitzenreiter: KTM-Boss Stefan Pierer mit 436.563 Euro.

Fortsetzung folgt
Wie sich die beiden Kampagnen weiterentwickeln bleibt offen. Man darf gespannt sein, ob die Parteien wieder aufeinander zugehen werden oder ob es doch keinen Weg mehr zurück gibt und der Kampf nun erst so richtig los geht.

(slo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans am 19.08.2017 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tschüss

    Hr. Kern treten sie zurück. Das Volk hat genug von ihnen.

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  • Rudi am 19.08.2017 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Spannend und unterhaltsam

    wie die Roten sich vor dem Ende winden. Leider ist von Häupl nicht viel zu lesen, vor allem dessen politischen Rausschmiss würde ich nur zu gerne sehen.

  • Chris am 19.08.2017 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Adiööö spööö

    Einfach nur lachhaft diese kern sippe aber bald is vorbei die spö wird in der versenkung verschwinden das raubrittertum an der bevölkerung ist vorbei

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gerald Hausner am 21.08.2017 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen?

    Das Land hat derzeit große Probleme, die einer Lösung bedürfen. Konflikte innerhalb der Parteien zeugen von nicht vorhandener Zusammenarbeit. Wer für Streit Zeit hat und nicht für die Probleme & Sorgen eines Landes und seiner Bevölkerung hat Vertrauen verspielt. Ebenso Hetze ist unangebracht. Lösungen sind das Ziel! mfg

  • herwig meier am 20.08.2017 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    keine inhalte

    so peinlich, was die ÖVP da aufführt. aber klar, wenn man keine inhalte hat.

  • Tina am 20.08.2017 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind enttäuscht von euch

    Schämt euch doch,statt zu streiten ,macht euch lieber Gedanken,wer im Herbst das Land wieder ordentlich führen wird.Jeder von euch wird von uns allen ordentlich bezahlt,wenn die Arbeiter so arbeiten wie ihr ,gebe es am Monatsende, O cent ,müsst doch selber einsehen,das es so nicht geht.Im Herbst wird das Volk wieder wählen,es klappt mit euch nicht!!!Wir brauchen eine Regierung,die nicht nur verspricht,(haben wir),sondern umsetzt.Sicherheit keine Masseneinwanderung ,Leistbares Wohnen leistbare Lebensmittel(Butter37%teurer),dann wollt ihr 2% Pensionen erhöhen,ist Lachhaft,usw.Oesterreicher zuers

  • Maria am 20.08.2017 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Armbanduhr

    Wer borgt sich eine Armbanduhr aus? Der glaubt wohl wir san bled.

    • Lina am 20.08.2017 09:59 Report Diesen Beitrag melden

      Abgehoben

      Selbst wenn sie ausgeborgt ist, ist das ein bezeichnendes Symbol dafür in welchen Kreisen sich Kern Jun. und sein Vater bewegen. So jemand sitzt an der Spitze der Sozialdemokraten. Jemand der keinen Plan hat wie es dem Großteil der Bevölkerung wirklich geht. Und was es heißt sich etwas zu verdienen.

    einklappen einklappen
  • Renate aus Wien am 20.08.2017 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Rot/Schwarz/Grün unwählbar

    Kern+Kurz beklagen den schlechten Zustand Österreichs. Und als Ausweg soll man genau jene Parteien wählen, die seit 30 Jahren regierten?