Ergebnisse der Aslan-Studie

21. Dezember 2017 09:48; Akt: 21.12.2017 11:14 Print

Islam-Kindergärten: So ist die Situation wirklich

Die Ergebnisse der Islam-Kindergartenstudie des Pädagogen Ednan Aslan, dessen Vor-Untersuchung für Wirbel sorgte, wurden vorgestellt.

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Die lang erwarteten Ergebnisse der Islam-Kindergartenstudie, die schon vorab für viel Diskussion gesorgt hatte, wurden am Donnerstag offiziell präsentiert – und sind gar nicht so brisant, wie aufgrund der Vorstudie angenommen.

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Soll es weiterhin Islam-Kindergärten geben?
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Erstmal stellt Maria Fürstaller von der FH Campus Wien klar, dass es gar nicht so einfach sei zu definieren, welche Einrichtungen als "Islam-Kindergärten" bezeichnet werden können. So seien die Ausgabe von Halal-Essen, muslimisches Personal oder die Herkunft der Kinder allein keine verlässlichen Indikatoren.

Abgesehen davon würden Kindergärten, die mehrheitlich von Kindern aus katholischen Familien besucht werden, auch nicht "katholische Kindergärten" genannt werden.

Segregation wird nicht gefördert

Henning Schluß von der Uni Wien fasst anschließend die zentralen Ergebnisse zusammen. Demnach würden Islam-Kindergärten, entgegen des Vorwurfs, nicht zur Abspaltung beitragen. Im Gegenteil: Sie seien "ein Sammelbecken für diejenigen, die woanders nicht aufgenommen werden."

Die Abgrenzung finde schon vorher statt, u.a. durch die Trennung von kostenlosen Kindergärten und jenen, die Zusatzbeiträge einheben. Außerdem führe das Speiseangebot zur Abspaltung: Denn Eltern mit muslimischen Glauben suchen sich verständlicherweise Einrichtungen aus, die Halal-Essen am Speiseplan anbieten. "Während die Nichteinhaltung von religiösen Speisevorschriften für Muslime aber auch für Juden eine Hürde bei der Anwahl eines Kindergartens darstellen kann, gilt das umgekehrt für Christen und Religionslose nicht", heißt es in der Zusammenfassung der Studie.

Pädagogen sind gefordert

Weiters erklärt Schluß, dass seit 2015 ein dramatischer Rückgang von Religion in Einrichtungen mit islamischen Bezügen erkennbar sei. Was die Pädagogen betrifft, sind diese schwer gefordert. Vor allem was sprachliche Kompetenz betrifft, stehen sie vor großen Herausforderungen, so heißt es in der Studie: "Die
Sprachstandsfeststellungen und die Sprachförderung wurden in der Untersuchung als suboptimal eingeschätzt. Dies liegt an den hohen fachlichen Anforderungen. Diesen Anforderungen sind Pädagogen nur in Ausnahmefällen gewachsen."

Zudem sollten Pädagogen "auf die Vielfalt hinsichtlich Religionen, Kulturen und Sprachen der Kinder und ihrer Eltern Rücksicht nehmen. Es sind also eine hohe 'Kultur- und Religionssensibilität' sowie 'Verstehens- und Reflexionskompetenzen' nötig. Dies zu leisten ist äußerst komplex."

Sprachliche Barrieren

Insgesamt wurden bei der Sprachvermittlung Defizite festgestellt. Gerade Einrichtungen mit besonderem Bezug zum Islam würden ihre Integrationsarbeit betonen und darauf hinweisen, dass bei ihnen ausschließlich Deutsch gesprochen werde. "Die Sprachforschung zeige jedoch, dass eine gute Beherrschung der Erstsprache die beste Voraussetzung für das sichere Erlernen einer Zweitsprache ist", ist in der Studie zu lesen.

Nina Hover-Reisner, ebenfalls von der FH, erklärt später, dass ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Pädagogen beim Umgang mit Islam Unsicherheit und Unverständnis verspüren. Dieses Resultat würde die Gesellschaft widerspiegeln. Um das zu ändern, müsse demnach woanders angesetzt werden.

Aslan zeigt sich zufrieden

Nach Hover-Reisner hat schließlich Ednan Aslan von der Uni Wien das Wort. Er ist als Projektleiter für die Studie "Islamische Kindergärten und - gruppen" verantwortlich und war Teil des sechsköpfigen Wissenschaftsgremiums, das an der umfangreichen Studie gearbeitet hat. Er sei mit dem Ergebnis sehr zufrieden und sieht sich trotz – oder gerade wegen – der Kritik zu seiner Vorstudie bestätigt, denn "ohne Pilotstudie hätte die Stadt nicht so darauf reagiert."

Vorab viel Kritik an Autor

Beauftragt wurde die Studie 2015 gemeinsam von Integrationsministerium und der Stadt Wien. Grund dafür war eine kleinere, nur vom Ministerium beauftragte Vorab-Untersuchung des Islamforschers Aslan, die zum Ergebnis hatte, das es an Islam-Kindergärten schwerwiegende Probleme gebe. Aslan wurde vorgeworfen, bei seiner Studie wissenschaftliche Standards nicht eingehalten zu haben. Die Uni prüfte die Ergebnisse daraufhin und stellte zwar zahlreiche Mänger, aber kein explizites Fehlverhalten fest.

>>> Lesen Sie hier: Islam-Kindergärten: Kritik an Autor

Bei der heutigen Präsentation der Studienergebnisse stellte Henning Schluß klar, dass jene Untersuchung wissenschaftliche Standards definitiv eingehalten hat.

Fürstaller erklärt auf Nachfrage, dass die Studie nicht repräsentativ sei, "weil qualitative Forschung diesen Anspruch nicht hat."

Die Abschlussergebnisse sind online abrufbar unter: univie.ac.at

(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D.N. am 21.12.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    ????

    Verstehe nicht, warum islamische Menschen in ein christliches Land auswandern? Wahrscheinlich wegen der Sozialleistungen! Da ist die Religion auf einmal zweitrangig. In einem muslimischen Land hätten sie überall das richtige Essen im KIGA + Schulen.

    einklappen einklappen
  • WolfgangHeute am 21.12.2017 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade um unser Wien

    Diese Studie zeigt nur was Wiener täglich sehen und hören. Auf Spielplätzen wird nicht mehr deutsch gesprochen und die muslimische Kopfbedeckung dominiert mancherorts schon das Stadtbild. Schönzusprechen ist da nichts mehr.

  • Hans am 21.12.2017 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Man vergleiche die Quellen

    An anderer Stelle war in Zeitungen von Morddrohungen gegen Erzieherinnen die Rede. Aber die hiesigen Journalisten der Heute haben sich wieder die Rosinen aus der Studie gepickt. Super Arbeit! Das schafft Vertrauen für den Wahrheitsgehalt der Berichte. Ist die Heute noch in der Lage, politisch neutral eine Nachricht zu verfassen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Günther F. am 12.01.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Flüchtlinge???

    Wenn ich fliehe will ich einer Gefahr entkommen, dann soll ich mich freuen wenn ich entkommen bin, aber nicht sofort ein Wunschkonzert einfordern!!!

  • Peter K. am 21.12.2017 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Witzig

    Menschenverstand und selbständig Denken weicht der Politischen Korrekheit und sozialen Gerechtigkeit. Nur bringt einen Politische Korrektheit nicht weiter und soziale Gerechtigkeit ist nicht gerecht.

  • ray becker am 21.12.2017 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    grüss Gott österreich

    fahre ich in ein islamisches land und reklamiere dass es kein wiener schnitzel gibt oder kein kreuz?? wenn bei uns alles so schlecht ist warum sind sie da?? nur wegen dem Geld und Sozialleistungen. weil sie im eigenen land nicht fähig sind sowas aufzubauen.

  • Angel66 am 21.12.2017 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Problemlösung...

    Die ERSTSPRACHE in Österreich ist DEUTSCH!!!?!! wenn die Familie vor hat, hier nicht nur vorübergehend zu leben! ..und Eltern/Großeltern die hier schon seit zig Jahren leben und das nicht behirnen gehören bestraft wegen Vernachlässigung von Minderjährigen...Religion hin oder her...

  • karl am 21.12.2017 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    mein Kind soll gar nicht mit irgendeinem essen konfrontiert werden das Fleisch oder Fisch beinhaltet , suche deshalb schon in Australien um einen passenden Kindergartenplatz . religion bzw integration vor Bildung ist ein super motto