Gespaltene Meinungen

03. Januar 2018 06:30; Akt: 02.01.2018 21:42 Print

Kickl erteilt Rasern mit Radar-Plan einen Freibrief

Die von Innenminister Herbert Kickl (FP) geplante Maßnahme, Radar-Kontrollen einzuschränken, schlägt hohe Wellen. Vom VCÖ erntet der Plan Kritik.

Innenminister Kickl lässt mit neuem Vorschlag aufhorchen. (Bild: picturedesk.com/APA)

Innenminister Kickl lässt mit neuem Vorschlag aufhorchen. (Bild: picturedesk.com/APA)

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Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) teilt in einer Aussendung mit, dass in Österreich 2017 mehr als 400 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet wurden. Damit gibt es hierzulande fast doppelt so viele Verkehrstote wie in der Schweiz, wo mehr als 200 Todesopfer zu beklagen waren.

Umfrage
"Zielgerichtetere Kontrollen": Fühlen Sie sich durch Polizisten Radar-Pistolen schikaniert?
71 %
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2 %
Insgesamt 5720 Teilnehmer

Den Grund sieht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer u.a. in den verschärften Verkehrssicherheitsmaßnahmen der Schweizer. "Die Schweiz geht konsequenter gegen Schnellfahren vor. Es gibt beim Überschreiten von Tempolimits de facto keine Toleranz und wer 20 km/h zu schnell fährt, zahlt umgerechnet mehr als 150 Euro, das ist fünfmal so hoch wie in Österreich. Auf Autobahnen gilt Tempo 120, auf vielen Freilandstraßen Tempo 80."

Freibrief für Raser

In Österreich würde jeder vierte tödliche Verkehrsunfall von Rasern verursacht werden. Deshalb kritisiert der VCÖ auch das von Herbert Kickl (FP) angekündigte Vorhaben, Radarkontrollen künftig stark einschränken zu wollen. Gratzer erklärt dem "Standard", dass die geplanten Änderungen "Risikolenker als Freibrief sehen, um auf bestimmten Strecken schneller zu fahren." Geht es nach dem neuen Innenminister, sollen sich Beamte mit Radar-Pistolen in Zukunft gut sichtbar aufstellen. Bremsen Lenker rechtzeitig ab, haben sie auch mit keinen Konsequenzen zu rechnen.

>>> Lesen Sie hier: Wer rechtzeitig abbremst, kommt nochmal davon

Dass sich die Radarkontrollen auf Kindergärten und Schulen, wo sich laut Kickl die größten Gefahren durch Raser ergeben würden, beschränken sollen, ist laut Gratzer keine Lösung. Immerhin würden Kinder auch auf dem Weg dorthin gefährdet sein. Außerdem passieren "80 Prozent der Verkehrsunfälle, in die Kinder verwickelt sind, gar nicht auf dem Schulweg."

Wie "heute.at" ausführlich berichtete, ließ der neue FP-Innenminister Herbert Kickl am Montag mit einem Vorhaben aufhorchen, das viele Autofahrer freut. Er will der Polizei die Anweisung erteilen, nur noch dort mit Radar-Pistolen zu kontrollieren, wo die Verkehrssicherheit gefährdet ist, etwa vor Schulen und Kindergärten. Generell fordert Kickl ein "Aus für schikanöse Radar-Kontrollen", etwa solche, wo sich Beamte hinter Hecken auf geraden Strecken "verstecken".

Herbert Kickl

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • onlinkiebitz am 03.01.2018 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ein dubioser Verein !

    der vcö, na was ist denn das für ein verein ??? dessen ergüsse zum verkehrsgeschehen sind nicht nachvollziehbar, ferner ist zu hinterfragen wovon er sich finanziert !!! durch subventionen !!! so etwas ist mehr als kontrapoduktiv ! was leistet er für die gesellschaft ???

  • DerEine am 03.01.2018 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wo waren die Radar?

    Jeder 4. Unfall wegen Raserei und weit und breit kein Radar? Radar-Kontrolle darf kein Mittel zur Abzocke sein. Kickl schafft die Radar nicht ab sondern die Abzocke und Schikanen.

  • zimbo am 03.01.2018 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Hr. Minister !

    Aber der Beissreflex der Linken wird nun jedesmal zu spüren sein.Radarmessungen und Strafen sind niemals ein Freibrief.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Linkswähler am 06.01.2018 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Knick in der Optik

    Alles mit Augenmaß, so will es die FPÖ. Schalträger nicht bestrafen, obwohl wir ein Gesetz gegen Schals haben, und Raser nicht bestrafen, obwohl wir ein Gesetz gegen Raser haben. Der nächste Schritt ist Bankräuber nicht bestrafen, weil man muss ja mit augenmaß arbeiten.

  • ibindameinung am 04.01.2018 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    ...um Kaisers Bart.

    Das ist doch alles Vollholler, diese Diskussion. Der Raser rast sowieso, gleich ob da 50 verordnet ist oder nicht.

  • hans mayerhofer am 04.01.2018 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    der linkslinke radler club vcö

    kann natürlich nicht dafür sein, wenn einmal die abzocke eingeschränkt wird. und nur darum geht es. radarfallen gehören auf gefährliche strecken. nicht dort wo sie keiner sieht und alle hineinfahren.

  • gato am 04.01.2018 03:23 Report Diesen Beitrag melden

    Zeig mir Polizei und ich werde langsamer

    Was ist das erste das ein Autofahrer macht sobald er Polizei sieht? Er streichelt sicherheitshalber erst mal sein Bremspedal bevor er überhaupt seinen Tacho kontrolliert, oder! Und jener der weiss, daß er zu schnell ist streichelt nicht, der bremst ab! Auf kritischen Stellen sichtbare Radar-Pistolen, oder ein geparkter Streifenwagen (der nicht mal bemannt sein muss) und schon wird dort jeder langsamer! Ich finde die Idee jedenfalls wesentlich effektiver als verstecktes Radar hinter Büschen, unter Brücken, oder nach Kurven, etc was absolut NIEMANDEN langsamer macht!

  • Nocheinposter am 03.01.2018 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ungleicher Verdienst

    150-> 5x so viel wie bei uns...nur wird vergessen dass das Gehalt in der Schweiz meist um einiges höher ist als bei uns!