Wirbel um Formulierung

11. Januar 2018 12:40; Akt: 12.01.2018 09:24 Print

Kickl will Flüchtlinge in Zentren "konzentrieren"

Ein Sager von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) sorgt für Aufsehen. Der Abschiebe-Behörde stellt er mehr Personal in Aussicht.

Innenminister Herbert Kickl bei einem Ministerrat. (Bild: picturedesk.com)

Innenminister Herbert Kickl bei einem Ministerrat. (Bild: picturedesk.com)

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Für Aufsehen sorgte am heutigen Donnerstag Kickls Wortwahl zu einer Idee der FPÖ. Asylwerber sollen künftig "konzentriert" in Grundversorgungszentren untergebracht werden, sagte Kickl.

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Menschen an einem Ort zu konzentrieren, das klang einigen zu sehr nach NS-Konzentrationslager. Auf Nachfrage von Journalisten versicherte Kickl jedoch, dass er dieses Wort nicht bewusst gewählt habe.

Provokation auf beiden Seiten
Mit der Formulierung habe er "keinerlei Provokation intendiert", betonte Kickl anschließend. Er wies die mehrfachen Nachfragen scharf zurück, schon diesen Vorwurf der Reporter könne man (seinerseits) als Provokation werten.

Eine andere Wortwahl wäre, dass man "Menschen zusammenfasst an einem Raum". Dem Innenminister gehe es einzig um mehr Sicherheit in Österreich.

"Bis hier her und nicht weiter, Herr Kickl"
Wiens Vizebürgermeisterin, Maria Vassilakou (Grüne) hat auf Facebook dazu deutlich Stellung bezogen: "Bis hier her und nicht weiter, Herr Kickl", schrieb sie. Die Formulierung des Innenministers würde Angst schüren und sei ein unterträgliches Spiel mit der dunkelsten Zeit unserer Geschichte. "Kickl hat heute eine Grenze überschritten", schrieb sie.

Der genaue Wortlaut
Flüchtlinge sollen laut dem Innenminister nicht in "Massenquartiere" kommen, sondern in "Grundversorgungszentren". Er sagte wörtlich: "Es ist nur ein Begriff, diese Grundversorgungszentren, für eine entsprechende Infrastruktur, wo uns gelingt, diejenigen, die in ein Asylverfahren eintreten, auch entsprechend konzentriert an einem Ort zu halten, weil es unser gemeinsames Interesse sein muss, sehr sehr schnell zu einem entsprechenden Ergebnis auch zu kommen."

Mehr Personal für Abschiebungen
Die Bilanz des zuständigen Amtes in Sachen Asyl (der Grund für den Termin) fällt übrigens so aus: Es habe mehr Asyl-Entscheidungen gegeben, der Anteil der negativ entschiedenen Anträge ist gestiegen. Deshalb gab es auch mehr Rückführungen.

Innenminister Kickl gehen die Abschiebungen aber offenbar nicht schnell genug. Er kündigte an, dass dies ein Schwerpunkt werden solle. Die Behörde wird dafür mehr Personal bekommen.

Die derzeit 31.500 offenen Asyl-Verfahren sollen bis Mitte des Jahres auf 15.000 reduziert werden, heißt es.


(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans am 11.01.2018 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder so eine Scheindiskussion

    Hat der Herr Kickl irgendwas von Lagern gesagt? Hat er irgendwas von Konzentrationslagern gesagt? Sind die Grundversorgungszentren überhaupt Konzentrationslager oder sind es keine? Wenn nicht, warum diese üble Diskussion? Es geht hier um eine sinnvolle Maßnahme, die Interessenverbände und linke Parteien mit aller Macht verhindern wollen. Es geht um den Schutz der Einheimischen, den diese Verbände/Parteien nicht wollen. Es geht darum, Straftaten zu vermeiden, was diese Verbände/Parteien nicht wollen. Es geht um die Erhaltung unserer Kultur, was die auch nicht wollen. Viel Erfolg!

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  • Statistiker am 11.01.2018 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich ein Innenminister

    Kickl: Der richtige Mann am richtigen Ort!

  • Seidlsepp am 11.01.2018 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ja aber außerhalb von Österreich

    Ja in Zentren aber außerhalb unseren Landes. Dann gibts weniger Vergewaltigungen, Überfälle und Mordversuche.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kerstin kanoun am 15.01.2018 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Mensch

    Es ist schrecklich wie man mit Menschen anderer Herkunft umgeht. Es wird von niemandem gesehen was diese hilfesuchenden schon alles hinter sich haben. Ich denke nicht das Menschen ihr ganzes Leben zurück lassen um hier nichts zu haben und dann auch noch zum Großteil nenschenunwürdig behandelt zu werden. Es ist unsere Welt und jeder soll sich frei bewegen dürfen

  • kz-herbert am 14.01.2018 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    kauft ihm einen rasierer

    also bei uns im lager dazumals gab es das nicht, so ein unrasiertes auftreten wurde hart bestraft. sie wissen schon wegen der läuse.

  • Grüne Verweigerer am 12.01.2018 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Asyllager in Lybien

    Eine Vereinbarung mit Lybien. Dort in Afrika kann man sie konzentriert überwachen, wobei private Wachdienste optimal wären.

  • Max Mustermann am 12.01.2018 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Erinnert mich an 1991

    Das ist fast 1:1 die gleiche Situation als man 1991 auf Plakaten forderte, "Wien darf nicht Chicago werden". Natürlich in Anspielung an die dortige Kriminalität; jeder wußte, was gemeint war. Die Linken haben es so gedreht, dass alles auf eine schwere Beleidigung der Stadt Chicago gemünzt wurde. Mit inszeniertem Medientheater, mit öffentlicher Entschuldigung beim dortigen Bürgermeister etc.. Und genauso verhält es sich jetzt mit dem Wort "konzentriert". Man versucht, den Sinn zu verdrehen.

  • Wechselwähler am 12.01.2018 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Aussagekräftig

    Bewusste Provokation, hier wird sein Klientel bedient.